Ewald Lienen hört als Trainer beim FC St. Pauli auf. Bild: dpa

Stühlerücken beim FC St. Pauli: Kult-Coach Ewald Lienen ist nicht mehr Trainer, übernimmt aber als Technischer Direktor. Sein bisheriger Assistent Janßen wird neuer Cheftrainer – auf Vorschlag von Lienen. 

Der bei den Fans überaus beliebte Ewald Lienen, der St. Pauli in dieser Saison nach 2014/15 zum zweiten Mal vor dem Abstieg aus der 2. Liga bewahrte, hört als Chefcoach auf. Seinen Trainer-Posten übernimmt sein bisheriger Assistent Olaf Janßen. Lienen bleibt dem Fußball-Zweitligisten allerdings auf anderem Posten erhalten: Der 63-Jährige wird neuer Technischer Direktor.

„Besondere Geschichte im Fußballgeschäft“

Oke Göttlich, Vereinspräsident des FC St. Pauli, zeigte sich am Mittwoch nach Bekanntgabe des neuen Amtes beeindruckt: „Dass Ewald Lienen die Größe besitzt, auf dem Höhepunkt einer Erfolgsgeschichte seinen Nachfolger mit auszuwählen und das Zepter zu übergeben, ist eine besondere Geschichte im Fußballgeschäft“. Unter Lienen und seinem Assistenten Janßen asbolvierte der FC St. Pauli mit 34 Punkten die erfolgreichste Rückrunde der Clubgeschichte. In der Vorrunde war der Verein noch vom Abstieg bedroht. In der Abschlusstabelle belegte der Kiezclub dann Rang sieben. „Ich werde mit dem Trainerteam und der Mannschaft alles daran setzen, um eine Zittersaison wie die letzte zu vermeiden“, sagte Janßen.

Eine Schlüsselpersonalie noch offen

Lienens Vertrag wurde vorzeitig um zweieinhalb Jahre bis zum 31. Dezember 2020 verlängert, Janßen bleibt laut Clubangaben bis Juni 2019. Damit ist nur noch eine Schlüsselpersonalie beim Kiezclub offen: die des Sportdirektors. Interims-Sportchef Andreas Rettig will künftig nur noch als Geschäftsführer des Vereins tätig sein.

Nach Clubangaben soll Lienen künftig auch für die Ausbildung der Nachwuchstrainer verantwortlich sein. Er soll sich zudem um internationale Kooperationen kümmern und als Berater von Entscheidungsgremien, Geschäftsführung und Trainer fungieren. „Mit Ewald Lienen als Technischem Direktor investieren wir in die sportliche Expertise und in die Werte unseres Clubs“, sagte Göttlich.

joh/dpa

Vorheriger Artikel7 Tipps für Himmelfahrt ohne Bollerwagen
Nächster ArtikelDie Rennantilope aus dem HAW-Labor
Johanna Röhr, Jahrgang 1991, sagt gerne etwas, kann aber auch zuhören - am liebsten wenn's um Sport geht. Und das immer brandaktuell auf Twitter. Sie liebt ihre Heimat München, Nilpferdbabys und gute Satire. Noch fühlt sie sich in Hamburg wie im Ausland, aber das wird sich bestimmt noch ändern. Sie ist Social-Media-Redakteurin bei Spiegel Online und Kommunikationstrainerin, hat aber auch schon als Stadionmoderatorin der Frauenmannschaft des FC Bayern gearbeitet. Sie ist Autorin eines Münchner Stadtführers. Modetrends findet sie cool, merkt das aber immer erst, wenn sie vorbei sind.