Omnia360 Gründerin
Claudia Berger mit ihrer 360 Grad-Kamera. Foto: Laura Lagershausen

In dieser Serie stellen wir Frauen und ihre Gründungsideen vor: Claudia Berger macht Orte erlebbar, an denen man noch nicht war. Mit zwei Freunden gründete sie das Startup Omnia 360 und produziert Videos mit Rundumsicht.

Orte aus allen Blickwinkeln heraus festzuhalten und virtuell erlebbar zu machen – das ist die Idee von Omnia 360. Die 28-Jährige HAW-Absolventin Claudia Berger gründete mit zwei Freunden ein Start-Up, das 360-Grad-Content produziert: „Da wir noch ganz am Anfang stehen, machen wir momentan viele Promo-Projekte im Bekanntenkreis. Das ist eine Win-Win-Situation. So erweitern wir unser Portfolio und unsere Bekannten profitieren davon.“ Ihr Angebot reicht von virtuellen Rundgängen durch Immobilien, Hotels und virtuelle Shops bis hin zu Sehenswürdigkeiten und Geschäftsräumen von Unternehmen.

Was bedeutet Virtual Reality (VR)?

Mit Virtual Reality bezeichnet man die computergenerierte Darstellung einer Welt.

Was bedeutet Augmented Reality (AR)?

Augmented Reality beschreibt eine erweiterte Realität in der computergenerierte Elemente in die reale Welt implementiert werden. Beispiel: Pokémon go.

Auf der Cebit 2014 fing alles an: Claudia Berger probierte die Oculus Rift aus. „Als ich die Virtual Reality Brille aufgesetzt habe, wurde die komplette Welt um mich herum ausgeblendet“, sagt Claudia. Gemeinsam mit ihrem Studienkollegen Reza Kiani, mit dem sie auch privat zusammen ist, feilte Claudia an der Idee.

Parallel besuchten beide das Seminar „Gesamtüberblick über den Gründungsprozess“ an der HAW. „Danach ging alles sehr schnell. Der Seminarleiter Andreas Voss hat uns Mut zugesprochen, es einfach auszuprobieren“, erzählt die Gründerin. Da Reza und Claudia Betriebswirtschaft studierten, brauchten sie noch jemanden, der sich um die Technik kümmert. Sie riefen einen Freund an, der an der HAW Medientechnik studiert hat. „Tobias Rempe fand unsere Idee super, und war sofort begeistert.“

Im Januar 2017 gründeten die drei Jungunternehmer ihr Startup Omnia 360. Sie nutzen eine spezielle Kameraausrüstung um Rundumaufnahmen von Räumen anzufertigen. So können beispielsweise Hotelzimmer auf der Website des Hotels für den Gast erlebbar gemacht werden.

Nachdem Claudia und Reza ihre Masterarbeit zum Thema „Einsatzmöglichkeiten von Virtual Reality (VR) und Augmented Reality (AR) als Marketinginstrument“ im März abgegeben hatten, starteten sie im April richtig durch. Sie investierten 30 000 Euro in die technische Ausrüstung – ihr privates Geld. „Die Kamera, die wir für unser 360-Grad-Material benötigen, gab es zu diesem Zeitpunkt nicht in Deutschland zu kaufen, wir mussten extra nach London fliegen.“

Claudia ist glücklich, die Gründung gewagt zu haben. Auch wenn das Unternehmen noch sehr jung ist, ist sie sicher, dass die Branche sich in Zukunft gut entwickeln wird und VR- sowie AR-Angebote gefragt sei werden. Die Gründerin freut sich zudem auf viele neue Ideen, die in den nächsten Jahren entstehen werden – auch in anderen Bereichen: Claudia bezeichnet sich selbst als Serienjunky und es wäre doch super, wenn eine der nächsten Staffeln von „Game of Thrones“ eine Rundumsicht bieten würde.


Rundumblick im Proberaum: Bitte klicken

In der Serie Gründerinnen beleuchtet FINK.Hamburg die Hamburger Startupszene und stellt Frauen vor, die den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt haben.

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Lisa-Marie Eichhorn, Jahrgang 1989, schläft besonders gut ein, wenn auf dem Bildschirm „Ultimate Fighting“ läuft. Sie kommt aus der Nähe von Stuttgart und interessiert sich für eine Vielzahl von Themen, von Deutschrap bis Stadtpolitik. Studiert hat sie an der Universität Hamburg, und zwar Deutsche Sprache und Literatur mit dem Schwerpunkt Medien und Theater. Sie hat schon für Medien von „Bild“ bis „Tagesschau“ gearbeitet. Damit finanziert sie das, was sie am liebsten ständig macht: ausgedehnte Reisen.
Bei gutem Wetter findet man Laura Lagershausen, Jahrgang 1990, am Elbstrand, bei schlechtem in einem gemütlichen Café im Eppendorfer Weg. Die studierte Modejournalistin schreibt als freie Redakteurin unter anderem für Kundenmagazine bekannter Modemarken, auf ihrem eigenen Blog stellt sie die Hotspots der Hansestadt und aktuelle Lifestyle-Trends vor. Was ihr an Hamburg fehlt? Eine so lebendige Hiphop-Tanzszene wie die ihrer Geburtsstadt Hannover - dort war sie früher als Profi aktiv.