G20-Gipfel: Zill informiert über Kommunikationskonzept
Pressesprecher Timo Zill informiert über das Kommunikationskonzept zum G20-Gipfel. Foto: Joachim Plingen

In knapp einem Monat beginnt der G20-Gipfel in Hamburg. Polizeisprecher Timo Zill erklärt, wie die Polizei die Öffentlichkeit während des Gipfels informieren wird: Neben Twitter spielen auch „Blaue Engel“ eine Rolle.

Für die Kommunikation rund um den G20-Gipfel werden etwa 300 Polizisten im Einsatz sein. Teilweise handele es sich dabei um Auszubildende der Polizeiakademie. Sie werden gemeinsam mit gut ausgebildeten Kommunikationsprofis, die auf schwierige Einsatzlagen spezialisiert sind, unterwegs sein. Diese Methode hat sich, laut Zill, beim OSZE-Treffen im letzten Jahr in Hamburg bewährt.

Der Polizeisprecher betonte außerdem, dass friedliche Demonstranten herzlich eingeladen seien, ihrem Recht auf Demonstrationsfreiheit nachzukommen. „Die Polizei wird ein Augenmerk darauf legen, dass diese Menschen speziell geschützt werden“, sagt Timo Zill. Wenn die Stimmung während der Demonstration jedoch zu kippen anfange und es gewalttätig werde, empfiehlt die Polizei:

„distanzieren Sie sich, gehen Sie weg und machen Sie damit deutlich, dass Sie mit der Gewalt nichts zu tun haben.“

Das Kommunikationskonzept der Polizei Hamburg umfasst fünf Säulen und soll in dieser Form bisher einzigartig sein:


Grafik: Joachim Plingen

1. Pressestelle

Für den Gipfel richtet die Polizei eine gesonderte G20-Pressestelle ein. Für die Anfragen seien 41 Beamte im Einsatz. Daneben gebe es weiterhin die Pressestelle für tägliche Anfragen. Der Pressesprecher Timo Zill werde sich an den Gipfeltagen rund um die Renzelstraße aufhalten. In der ganzen Stadt werden Teams der Polizei als Ansprechpartner für Presseanfragen unterwegs sein. Sollten sich in der Stadt besondere Situationen ergeben, können diese kontaktiert werden und Informationen weitergeben.

2. Social Media

Informationen über besondere Vorkommnisse können am schnellsten über Twitter veröffentlicht werden. Neben Twitter setze die Polizei aber auch auf Facebook und YouTube. Die Social-Media-Kanäle sollen auch genutzt werden, um Fake News zu begegnen, so Zill. Zudem werden drei mobile Teams mit jeweils zwei Personen direkt aus dem Geschehen in der Stadt berichten. Das Social-Media-Team soll insgesamt aus 25 Beamten bestehen.

3. Bürgertelefon

Seit dem 03. April ist das Bürgertelefon während der Bürozeiten zu erreichen, an den Gipfeltagen bis 21 Uhr. Bisher beantworteten die Beamten 1087 Anrufe und 334 E-Mails (Stand 06. Juni). Sowohl Bewohner als auch Geschäftstreibende würden das Bürgertelefon nutzen, um sich vor allem über ihre eigene Wohngegend zu informieren. Am häufigsten werden diese Themen nachgefragt: Sicherheitszonen, Verkehrslage, Beeinträchtigungen im ÖPNV und Sicherheitsfragen, so Zill. Bis zum Gipfel werden 16 Beamte Anfragen am Bürgertelefon beantworten.

4. „Blaue Engel“: Informations-Teams in den Stadtteilen

Polizisten-Teams sind in den Stadtteilen unterwegs. Bürger können die Beamten direkt ansprechen und Fragen oder Beschwerden an sie richten. Die Teams sind mit blauen Warnwesten und G20-Buttons gekennzeichnet. Laut Zill werden sie deshalb gerne als „blaue Engel“ bezeichnet.

Bevor es bei Demonstrationen zu einem Polizeieinsatz kommt, sollen diese Teams versuchen, die Lage zu beruhigen. „Beim OSZE wurde die Erfahrung gemacht, dass dieses Konzept gut funktioniert“, so Zill. Die „blauen Engel“ sind seit dem 06. Juni im Karoviertel und in der Hafencity unterwegs. Sie werden sukzessiv in unterschiedlichen Stadtteilen, zum Beispiel an der Messe und der Schanze aufgestockt. Hierfür setzt die Polizei etwa 200 Beamte ein.

Der Einsatz der Kommunikations-Teams wird über Twitter bekanntgegeben:

5. Interne Kommunikation

Zum G20-Gipfel werden etwa 15.000 Polizeibeamte in Hamburg sein. Die Polizisten kommen aus dem gesamten Bundesgebiet. Um alle Polizisten und die Einsätze zu koordinieren, stelle die Polizei interne Informationsmaterialien zur Verfügung: eine eigene Zeitung, einen Newsletter, eine G20-Fibel zum allgemeinen Verhalten und eine Internet-App. Es kümmern sich zwölf Polizisten um die Zusammenstellung und Verbreitung der internen Kommunikationsmaterialien.

Die Polizei fasst auf ihrer Internetseite alle Informationen zusammen und beantwortet die meist gestellten Fragen.