Niederländischer Griff: Die Fahrertür immer mit de rechten Hand öffnen.
Archivfoto: Autofahrer und Fahrradfahrer vor dem Bahnhof Dammtor. Foto: Julian Kornacker

Es ist der Albtraum vieler Radfahrer: Autofahrer reißen rücksichtslos die Türen auf, während man gerade vorbeifährt. In Berlin endete so eine Situation diese Woche tödlich. Dabei gibt es einen einfachen Trick.

So gut wie jeder Fahrradfahrer hat diese Situation schon mal erlebt: Man fährt an parkenden Autos vorbei und plötzlich reißt ein Autofahrer seine Tür auf. Im besten Fall endet das mit einem Ausweichmanöver und lauten Beschimpfungen – im schlimmsten Fall tödlich.

In Berlin stand diese Woche ein 50-jähriger Autofahrer im absoluten Halteverbot auf einem Radweg und riss abrupt die Tür auf. Ein 55-jähriger Radfahrer prallte dagegen und starb am Mittwochmittag im Krankenhaus an seinen Kopfverletzungen. Er trug nach Polizeiangaben keinen Helm.

Aktivisten des Berliner „Volksentscheids Fahrrad“ riefen zu einer Mahnwache an der Unfallstelle auf. In einem Facebook-Post hieß es: „Wir sind schockiert und sprachlos und drücken den Angehörigen und Freunden unser tiefstes Mitgefühl aus.“ Weiter heißt es, dass die Sicherheit für Radfahrer auf vielen Straßen noch immer nicht ernst genommen werde.

So einfach ist der „Niederländische Griff“

Oft genügt ein kurzer Schulterblick, um solche Unfälle zu vermeiden. Doch gerade unter Zeitdruck vergessen viele den kurzen Blick zur Seite. Ein einfacher Trick leistet Abhilfe: Beim Aussteigen öffnet man die Fahrertür immer mit der rechten Hand. Dadurch richtet sich der Blick automatisch auf den Seitenspiegel, die Fahrbahn und den Radweg. Unsere niederländischen Nachbarn lernen diesen Trick schon in der Fahrschule. Deshalb wird er auch als „Niederländischer Griff“ bezeichnet.

Und so sieht der Griff aus:

Hinweis: Wer rechts aussteigt, macht die Bewegung natürlich andersherum.

Vorheriger ArtikelDer große Biertest
Nächster Artikel„Das Boot ist nicht zu voll – die Passagiere sind nur zu fett“
Die Stimme von Johanna Felde, Jahrgang 1993, hat schon so manches junge Paar ins Eheglück begleitet: Eine Zeitlang sang sie in einer Band, die unter anderem bei Hochzeiten auftrat. Die gebürtige Wolfsburgerin mit russlanddeutschen Wurzeln hat sich in Berlin und Schottland für Obdachlose engagiert. Neben ihrem Studium der Publizistik- und Kommunikationswissenschaft an der Freien Universität in Berlin hat sie Praxiserfahrung beim ARD Text und WeltN24 gesammelt. Danach arbeitete sie bei Edition F im Bereich Native Advertising, was ihr Interesse am Verhältnis zwischen Journalismus und PR weckte. Jetzt wohnt sie zusammen mit einem Pärchen in einer 3er-WG im Schanzenviertel – und das funktioniert erstaunlich gut.
Christoph Petersen, Jahrgang 1989, liebt Bahnfahren und zahlt gerne seinen Rundfunkbeitrag. Spießig? Von wegen: Der Wiesbadener war sogar schon mal in der „Neon" als Single bei den „Ehrlichen Kontaktanzeigen“. Nach seinem Politik- und Soziologie-Studium in Mainz arbeitete Christoph als Hörfunkredakteur und -Moderator für hr1, bevor er sein Volontariat bei einer Produktionsfirma für Dokumentarfilme abschloss. Jetzt lebt er in der „Barmbronx" im Osten Hamburgs und bummelt lieber über den Flohmarkt beim Museum der Arbeit als über den in der Schanze. Dort sucht er vor allem nach alten Schallplatten, die Kindheitserinnerungen wecken.