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Die "Hamburg räumt auf"-Aktion von Initiatorin Rebecca Lunderup. Foto: Christian Charisius/dpa, privat. Collage: Johanna Klug

Rebecca Lunderup (22) steckt hinter „Hamburg räumt auf“. Seit den Krawallen in der Schanze wurde ihre Facebook-Veranstaltung rund 20.000 Mal geteilt. Über 5000 Menschen wollen am Sonntag die Stadt sauber machen.

„Die Szenerie in der Schanze hat mich fassungslos und hilflos gemacht“, erzählt Rebecca Lunderup einen Tag nach den großen Krawallen am Samstag. „Ich wollte etwas machen, einfach helfen.“ Von der Polizei wurde ihr geraten, zu Hause zu bleiben – das wäre die größte Hilfe. Doch als in der Innenstadt Mülleimer, Barrikaden und Autos brannten, konnte sie nicht mehr tatenlos herumsitzen und gründete eine Facebook-Veranstaltung, um Helfer zu mobilisieren: „Hamburg räumt auf“ ist eine Saubermachaktion und soll ein Zeichen gegen Zerstörungswut setzen.

„Ich freue mich über jeden, der hilft.“

Innerhalb von Stunden stieg die Teilnehmerzahl rasant an. Momentan sind 30.082 Personen eingeladen, darunter auch Angela Merkel und Olaf Scholz. 5.041 Menschen haben bereits zugesagt und über 20.409 sind an der Säuberungsaktion interessiert (Stand 07.07., 14.28 Uhr). „Ich hätte nie damit gerechnet, dass die Aktion auf ein so großes Interesse trifft und freue mich über jeden, der hilft“, sagt die 22-Jährige. „Ich habe einfach nach meinem Bauchgefühl gehandelt.“

Ein großes Organisationsteam gibt es nicht. Nur ihr Freund und ihre Familie unterstützen Rebecca Lunderup. Die bislang am stärksten von Zerstörung betroffenen Orte hat sie auf einer Karte markiert:

Die am stärksten betroffenen Orte in Hamburg sind mit Sternen gekennzeichnet.
Mit Sternen wurden die am stärksten betroffenen Orte in Hamburg gekennzeichnet. Foto: FB Aktion „Hamburg räumt auf“

Der rote Stern ist der Bahnhof Schlump. Der hellblaue Stern der Bahnhof Sternschanze, der orangefarbene Stern steht für den Bahnhof Feldstraße. Die Landungsbrücken sind mit einem lila Stern gekennzeichnet und der graue Stern ist der Bahnhof Altona.

Ab 13 Uhr startet die Aktion an den unterschiedlichen Standorten.

Mit der Stadtreinigung ist Rebecca Lunderup bereits in Kontakt. „Eine Kooperation wäre natürlich toll, so dass alles in Containern entsorgt werden kann.“ Was mit dem gesammelten Müll passieren soll, wenn keine Zusammenarbeit zustande kommt, ist noch nicht geklärt. Auf der Webseite der Stadtreinigung kann man für die Müllentsorgung Einsatzkräfte anfordern – eine Möglichkeit, eine Kooperation anzustoßen.

„Die Aktion zeigt, dass die Hamburger helfen wollen“, sagt Rebecca Lunderup. Sie vermutet: „Die Gewalttätigen in der Schanze waren keine Hamburger. Wer will denn, dass seine eigene Stadt so zerstört wird?“


Rebecca Lunderup. Foto: privat
Rebecca Lunderup. Foto: privat

Die 22-Jährige Rebecca Lunderup hat die Facebook-Veranstaltung „Hamburg räumt auf“ veröffentlicht, während in der Schanze am Freitag Pflastersteine und Molotow-Cocktails flogen.

Die biologisch technische Assistentin hat mit der Säuberungsaktion mehr als 20.000 Menschen erreicht. Am 9. Juli beginnen die Aufräumarbeiten.

2 KOMMENTARE

  1. DAS ist die Kraft, die Welten bewegt – das Bauchgefühl und die LIEBE

    Danke Rebecca

    Hoffentlich wird es auch im Nachhinein noch in diesem Jahr
    viele Demonstrationen der LIEBE im Schanzenviertel geben,
    denn NUR DIE LIEBE zählt ;))))))))))))))

  2. Hubert aus dem Allgäu sah eine mutige junge Frau aus Hamburg, allein die Worte, ich bin in Hamburg geboren. Du wolltest helfen und es ist dir gelungen. Du bist eine wahre Heldin.
    Danke Rebekka

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