Beschlagnahmte Gegenstände aus Rostock
Bei der Razzia in Rostock wurden u.a. Baseballschläger, mit brennbarer Flüssigkeit befüllte Feuerlöscher und Zwillen mit Stahlkugeln gefunden. Foto: Agata Strausa

Die Polizei Hamburg präsentiert Gegenstände, die sie bei drei Razzien in der linksradikalen Szene gefunden hat. Sie vermutet, dass diese für Anschläge und Gewalttaten während des G20-Gipfels eingesetzt werden sollten.

Die Polizei hat in den vergangenen Wochen zwei Razzien in Hamburg und eine in Rostock durchgeführt und dabei zahlreiche Gegenstände beschlagnahmt. Bei einer Pressekonferenz präsentierte sie ein über 100-teiliges Waffenarsenal, das bei den Durchsuchungen bei Linksextremen gefunden worden war. Darunter waren unter anderen mit brennbarer Flüssigkeit gefüllte Feuerlöscher, Präzisionszwillen mit Stahlkugeln, Pyrotechnik, Material zum Bau von Molotow-Cocktails sowie Baseballschläger. Außerdem fand man auch eine Streusalzkiste, die laut Polizei als Waffenversteck in der Stadt aufgestellt werden sollte.

Furcht vor gewaltbereiten Linksextremen

In einem Video führte die Polizei vor, wie die gefundenen Gegenstände gegen Polizisten eingesetzt werden könnten:

Die Funde bereiten Hamburgs Polizeipräsident Ralf Martin Meyer Sorgen. Er befürchtet mögliche Gewaltexzesse und Ausschreitungen rund um den G20-Gipfel. „Diese Gegenstände sind sehr aufschlussreich, welche Gewalttaten möglich und höchst wahrscheinlich geplant waren“, so Mayer. Zudem warnte er vor gewaltbereiten Autonomen, die unterwegs nach Hamburg sind. In den vergangenen Tagen habe man „Bewegungen der autonomen Szene Richtung Hamburg“ beobachtet. Aktivisten aus Skandinavien, der Schweiz und aus Italien spielten dabei eine nicht unerhebliche Rolle, so Meyer.

Der Kriminaldirektor Jan Hieber ergänzte: „Wir können davon ausgehen, dass dies nur ein winziger Bruchteil von dem ist, was sich derzeit noch in Kellern und Garagen in und um Hamburg befindet.“ Die Szene gehe äußerst strukturiert vor und sei gut vernetzt. „Man kann nur spekulieren, was man mit diesen Dingen anrichten kann“, fügte Hieber hinzu.

Die Militanz der Autonomen sei keine Prognose, sagte Polizeipräsident Mayer. Die Funde würden einen Einblick in die Gewaltbereitschaft der Aktivisten geben. „Ich frage mich, was diese Menschen im Sinne haben“, so Mayer. Allen friedlichen Demonstranten zum G20-Gipfel rät Mayer, von den Demonstrationen der Linksradikalen fernzubleiben.

ags/dpa