Wahlergebnisse Hamburg 2017 nach Stadtteilen
Hamburg hat gewählt. Fotomontage: Harriet Dohmeyer

Das Schanzenviertel erteilt der AfD eine Absage. Die SPD verliert in allen Stadtteilen und Eimsbüttel ist am „grünsten“: Sieben Fakten zu Hamburgs Zweitstimmen auf Stadtteilebene.

1. FDP erzielt bestes Ergebnis in der Hafencity

In der Hafencity haben 23,1 Prozent der Wähler die FDP gewählt. Nur die CDU war hier mit 30 Prozent beliebter.

2. AfD in Billbrook besonders stark

In Billbrook gingen prozentual die meisten Stimmen an die AfD: 27,6 Prozent. Gleichzeitig war in diesem Stadtteil die Wahlbeteiligung am geringsten. Nur 50,5 Prozent der Berechtigten (insgesamt 379 Bürger) gingen wählen.

3. Die Linke in Kleiner Grasbrook/ Steinwerder ganz vorn

Im an die Hafencity grenzenden Stadtteil gingen die meisten Stimmen an die Linke (42,0 Prozent). Sowohl die CDU (4,9 Prozent) als auch die SPD (10,4 Prozent) kommen hier im Stadtteil-Vergleich auf die wenigsten Stimmen. 705 Bürger waren wahlberechtigt. Eine besondere Betrachtung lohnt sich auch deshalb, weil die Wahlbeteiligung hier am deutlichsten anstieg: um 11,5 Prozent mehr als bei der letzten Bundestagswahl.

4. Die Grünen in Eimsbüttel am stärksten

Ginge es nur nach den Bewohnern aus Eimsbüttel, wäre vermutlich Katrin Göring-Eckardt Bundeskanzlerin. 26,2 Prozent der Stimmen gingen hier an die Grünen, gefolgt von der Linken (20,3 Prozent) und der SPD (19,6 Prozent).

5. Die AfD verliert besonders in der Sternschanze

Die größte Absage erteilen die Wahlberechtigten aus der Sternschanze der AfD: Nur 2,3 Prozent der Stimmen gingen an die rechtspopulistische Partei. Am stärksten ist hier die Linke vertreten (34,9 Prozent).

6. Besonders hohe Wahlbeteiligung in Wohldorf-Ohlstedt

Ein Mitarbeiter des Statistischen Amtes für Hamburg und Schleswig-Holstein bestätigte gegenüber FINK.HAMBURG, dass die Wahlbeteiligung in den sogenannten Walddörfern erfahrungsgemäß besonders hoch ist. Auch dieses Jahr schaffte es ein Stadtteil im äußersten Nordosten Hamburgs auf Platz eins der Wahlbeteiligungen: Wohldorf-Ohlstedt mit 89,5 Prozent. Insgesamt lag die Wahlbeteiligung bei 75,9 Prozent. Bei der letzten Bundestagswahl gaben nur 70,3 Prozent der Hamburger ihre Stimme ab. Einzig im Stadtteil Cranz (Bezirk Harburg) ging die Wahlbeteiligung im Vergleich zum Vorjahr um 1,1 Prozent zurück.

7. SPD verliert, FDP gewinnt

Vergleicht man die Ergebnisse der SPD in den einzelnen Stadtteilen von der letzten und der jetzigen Bundestagswahl wird eines deutlich: Die Partei verliert in jedem Stadtteil. Den größten Verlust (minus 14,4 Prozentpunkte) verzeichnet sie im Stadtteil Veddel. Bei der FDP ist das Gegenteil der Fall – sie gewinnt im Vergleich zu 2013 in allen Stadtteilen Stimmen dazu.

Quelle: Vorläufiges Ergebnis der Bundestagswahl 2017 in der Hamburger Stadtteilen (Zweitstimmen), Statistikamt Nord, 24.09.2017 und Analyse der Bundestagswahl am 24. September 2017 in Hamburg (Vorläufige Ergebnisse).

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Harriet Dohmeyer, Jahrgang 1995, kommt vom Land, hat sechs Jahre lang auf einer Nordseeinsel gelebt, ist aber Hamburgerin aus Überzeugung. Sie bloggt mit Leidenschaft über Menschen mit einer Leidenschaft: Cafébesitzer, junge Designtalente oder Künstler. Auf ihren Entdeckungstouren und auf Reisen lässt sie sich von der urbanen Subkultur inspirieren. Ihre Fotoaufnahmen teilt sie auch auf Instagram, um wiederum anderen die Augen für schöne Dinge zu öffnen. Bei Gruner & Jahr hat sie in der Marketingabteilung gearbeitet. Kann nicht ohne: Fotoapparat. Kann nicht mit: Kopfkissen schlafen.
Die Stimme von Johanna Felde, Jahrgang 1993, hat schon so manches junge Paar ins Eheglück begleitet: Eine Zeitlang sang sie in einer Band, die unter anderem bei Hochzeiten auftrat. Die gebürtige Wolfsburgerin mit russlanddeutschen Wurzeln hat sich in Berlin und Schottland für Obdachlose engagiert. Neben ihrem Studium der Publizistik- und Kommunikationswissenschaft an der Freien Universität in Berlin hat sie Praxiserfahrung beim ARD Text und WeltN24 gesammelt. Danach arbeitete sie bei Edition F im Bereich Native Advertising, was ihr Interesse am Verhältnis zwischen Journalismus und PR weckte. Jetzt wohnt sie zusammen mit einem Pärchen in einer 3er-WG im Schanzenviertel – und das funktioniert erstaunlich gut.