
Ein Taxi-Dieb raste im Mai auf der Flucht vor der Polizei frontal gegen ein anderes Taxi. Ein Fahrgast kam dabei ums Leben. Nun hat die Staatsanwaltschaft Anklage erhoben – wegen Mordes. Ein Novum in der Hamburger Justizgeschichte.
Der 24-jährige Taxi-Dieb, der im Mai bei der Flucht vor der Polizei einen tödlichen Frontal-Zusammenstoß am Ballindamm verursachte, wird wegen Mordes angeklagt. Es sei in Hamburg die erste Mordanklage nach einem Unfall, der in Zusammenhang mit einer Verfolgungsjagd stehe, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Nach einem Bericht des “Hamburger Abendblatts” soll der Prozess Mitte Dezember beginnen.
Mit 145 Stundenkilometern durch die Innenstadt
Dem Mann wird vorgeworfen, am 4. Mai um 4 Uhr morgens angetrunken mit einem gestohlenen Taxi am Ballindamm frontal gegen ein Großraumtaxi gerast zu sein. In diesem Fahrzeug saß ein Barkeeper, der sich gerade vor einem Lokal hatte abholen lassen. Er wurde tödlich verletzt. Auch der Fahrer des gerammten Taxis, ein weiterer Fahrgast und der Taxi-Dieb wurden schwer verletzt. Der Angeklagte hatte nach Angaben der Staatsanwaltschaft keine Fahrerlaubnis.
Ein Polizeibeamter hatte in Barmbek ein Taxi bemerkt, das ohne Licht fuhr. Zudem soll der Fahrer unsicher gewirkt haben. Der Polizist verständigte die Kollegen, die sofort die Verfolgung aufnahmen. Bei der Flucht vor der Polizei soll er bis zu 145 Kilometer pro Stunde gefahren und schließlich in den Gegenverkehr geraten sein.
joh / dpa
Johanna Röhr, Jahrgang 1991, sagt gerne etwas, kann aber auch zuhören - am liebsten wenn's um Sport geht. Und das immer brandaktuell auf Twitter. Sie liebt ihre Heimat München, Nilpferdbabys und gute Satire. Noch fühlt sie sich in Hamburg wie im Ausland, aber das wird sich bestimmt noch ändern. Sie ist Social-Media-Redakteurin bei Spiegel Online und Kommunikationstrainerin, hat aber auch schon als Stadionmoderatorin der Frauenmannschaft des FC Bayern gearbeitet. Sie ist Autorin eines Münchner Stadtführers. Modetrends findet sie cool, merkt das aber immer erst, wenn sie vorbei sind.