Buddy Sönke Wallbaum und Programm-Koordinatorin Mariana Paunova am HAW-Campus Berliner Tor
HAW-Buddy Sönke Wallbaum und Programm-Koordinatorin Mariana Paunova am HAW-Campus Berliner Tor. Foto: Christoph Petersen

Zwischen Party und Wohnungssuche: Das Studentenleben kann ganz schön anstregend sein – vor allem für Studierende aus dem Ausland. An der Hochschule für Angewandte Wissenschaften helfen ihnen sogenannte Buddies.

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Xavier möchte sich als Erasmus-Student registrieren. Auf der Suche nach dem richtigen Ansprechpartner, betritt er fast jedes Büro des Dienstgebäudes an seiner Hochschule. Doch als er endlich die zuständige Sachbearbeiterin findet, schickt die ihn umgehend wieder nach Hause: Ohne das Einverständnis des Lehrbeauftragten, seines Studentenausweises, eines Motivationsschreibens, seines Lebenslaufs, dem Titel seiner Bachelorarbeit und dem ausgefüllten Formular E 111 könne sie gar nichts machen.

Diese Szene aus dem Film „L’auberge espagnole“ zeigt auf sehr amüsante Weise, mit welchen Problemen Studierende konfrontiert werden können. Vor allem für Gaststudierende ist das häufig nervenaufreibend. An der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg (HAW) stellt das International Office Studierenden aus dem Ausland deshalb sogenannte Buddies zur Seite – Studierende, die mit den Abläufen und Einrichtungen in der Hansestadt vertraut sind.

Feiern auf holländisch

Der 22-jährige Sönke Wallbaum ist so ein Buddy. Der Student für Außenwirtschaft und Internationales Management hat bereits drei Buddies erfolgreich bei ihrem Studium begleitet: eine Niederländerin und zwei Finnen. „In ein neues Land zu kommen, in dem man die Sprache nicht beherrscht, bereitet vielen Sorgen. Als Buddy stehen wir ihnen einfach zur Seite und sind für sie da, egal wie unsicher sie sind. Das wirkt sehr beruhigend und macht die Vorfreude auf das Studium in Hamburg noch größer“, sagt Wallbaum.

Als Buddy holt er seine ausländischen Studienpartner vom Flughafen ab, zeigt ihnen die Stadt, begleitet sie auf das Einwohnermeldeamt oder zur Kontoeröffnung. Die gemeinsame Freizeit steht jedoch im Vordergrund: „Mit meiner niederländischen Partnerin habe ich die komplette Einführungswoche mitgemacht. Wir waren zusammen feiern und in Restaurants essen. Das hat super viel Spaß gemacht und war eine spannende Erfahrung“.

Neben der Orientierungshilfe in den ersten Semesterwochen, steht der kulturelle Austausch unter den Buddies im Fokus. Die Hoffnung: Wer fremde Menschen und Nationen kennenlernt, baut Vorurteile ab. Die Projekt-Koordinatorin Marina Paunova bringt das auf die schöne Formel: „Wer zusammen feiert, führt keine Kriege“.

Buddy dringend gesucht

Für das kommende Semester sucht das International Office noch Buddies, die einen Gaststudierenden begleiten möchten. Dabei können auch Präferenzen angeben werden, zum Beispiel das Geschlecht des Gastes. „Vielleicht spricht man auch eine Sprache besonders gut oder möchte möglichst viele unterschiedliche Nationen kennenlernen. Wir versuchen so viele Wünsche wie möglich zu erfüllen“, sagt Marina Paunova.

Sönke Wallbaum möchte sich nächstes Semester wieder um einen Buddy kümmern. „Ich würde jedem empfehlen, sich Hals über Kopf hineinzuwerfen. Das Schlimmste, was passieren kann, ist, dass sich die Wege nach dem Programm wieder trennen. Das beste sind Freundschaften oder Kontakte für den weiteren Berufsweg“, sagt er.

Xavier aus „L’auberge espagnol“ schafft es im Film übrigens doch noch, die Bürokratie zu überwinden und sein Erasmus-Jahr im Ausland zu verbringen. Für ihn wird es eine turbulente und unvergessliche Zeit – hoffentlich genauso, wie für alle internationalen Studierenden an der HAW.

Am 19. Dezember 2017 treffen sich von 17 bis 18 Uhr im International Office (Raum 124 ,Campus Berliner Tor, Stiftstraße 69) alte und neue Buddys. Alte Buddys erzählen von ihren Erfahrungen und können eure Fragen beantworten.

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