Rote Flora im Schanzenviertel. Foto: Christian Charisius/dpa

Der Hamburger Landesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei hat sich gegen eine Schließung der Roten Flora ausgesprochen. Diese war kürzlich von der CSU im Rückblick auf den G20-Gipfel gefordert worden.

Gerhard Kirsch, Hamburger Landesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei, hat sich gegen eine Schließung der Roten Flora ausgesprochen und in dieser Frage vor Populismus gewarnt. Verantwortungsvolle Innenpolitiker könnten eine Schließung des linksautonomen Kulturzentrums im Hamburger Schanzenviertel nicht ernsthaft wollen, sagte Kirsch dem Sender NDR 90,3. Das würde zu Brandanschlägen und Krawallen führen. Zuvor hatte sich die bayrische CSU mit Verweis auf die Eskalationen im Schanzenviertel beim G20-Gipfel dafür ausgesprochen.

Polizei bis zum letzten Mann gefordert

Bei einer Schließung sei aus den Erfahrungen vom G20-Gipfel zu sagen, dass eine Solidarisierung der autonomen Szene stattfinden könne und die Polizei Hamburg dann wieder bis zum letzten Mann gefordert sei. „Und das kann im Grunde genommen niemand so richtig wollen, wenn andere Wege, andere Schritte noch gar nicht richtig eingeleitet wurden“, sagte Kirsch. Wichtig sei, die Rote Flora im Stadtteil zu integrieren. Klar sei aber auch, dass bei einer weiteren Gewalteskalation rund um die Rote Flora eine Schließung kaum noch zu verhindern wäre.

Beim G20-Gipfel war es vor allem im Schanzenviertel zu Krawallen, Angriffen auf die Polizei und Plünderungen gekommen. Politiker, wie Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) und Hamburgs CDU-Fraktionschef André Trepoll (CDU), hatten den Betreibern der Roten Flora eine Mitschuld an der Gewalt-Eskalation gegeben.

dpa/laj