Konsulate in Hamburg: Das US-Generalkonsulat an der Außenalster vertritt alle amerikanischen Bürger, die in Hamburg, Niedersachsen, Bremen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern leben. Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 wurde die Straße „Alsterufer“ gesperrt, um das Konsulatsgebäude vor möglichen Angriffen zu schützen.
Das US-Generalkonsulat an der Außenalster vertritt alle amerikanischen Bürger, die in Hamburg, Niedersachsen, Bremen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern leben. Foto: Wikimedia Commons

Argentinien, Bulgarien und Japan liegen in Hamburg dicht beieinander. Rund um das Rathaus in der Innenstadt haben diese und andere Länder ihre Konsulate.

Hamburg ist nach New York und Hong Kong der drittgrößte Konsularstandort der Welt. 100 Staaten aus allen Kontinenten sind aktuell mit einem Konsulat in der Hansestadt vertreten.  Österreich eröffnete 1570 das erste Konsulat in Hamburg – bis heute ist es das älteste. Zu den jüngsten zählen die diplomatischen Vertretungen von Äthiopien, den Seychellen und Mauritius, die im vergangenen Jahr dazukamen.

Einmal im Jahr können sich interessierte Besucher die Auslandsvertretungen in Hamburg von innen angucken. Am 15. Mai findet dieses Jahr die Lange Nacht der Konsulate statt. Dann öffnen 30 Länder für einen Blick hinter die Kulissen und bieten unter anderem Ausstellungen, Kunsthandwerk und landestypische Küche an. Das vollständige Programm ist hier zu finden.

Die Geschichte der Konsulate

Schon viele Jahre vor Eröffnung des ersten Konsulats war Hamburg eine wichtiger Ort für den internationalen Austausch. Seit jeher wurden im Hafen nicht nur Waren aus aller Welt umgeschlagen, sondern auch Nachrichten zwischen den Ländern ausgetauscht. Mit Gründung des Kaufmanns- und Städtebundes Hanse im 13. Jahrhundert entstanden die Vorläufer der Konsulate. Zu dieser Zeit wurden die ersten Auslandsniederlassungen errichtet, um den Handel zu schützen und zu fördern.

„Internationalität ist ein Markenzeichen Hamburgs“, so steht es auf der Website der Senatskanzlei, die auch für Konsularangelegenheiten zuständig ist. Neben den 300.000 Staatsangehörigen aus diversen Ländern, die in Hamburg leben, ist die Stadt „Zentrum einer sich dynamisch entwickelnden Wirtschaftsregion“. Ein Grund dafür, dass bis heute der Austausch mit vielen Ländern von Hamburg aus gepflegt wird.

Konsulate und Botschaften – was ist der Unterschied?

Konsulate sind staatliche Verwaltungen eines Landes im Ausland. Die Konsulate in Hamburg vertreten die Interessen ihrer Regierung und sind Ansprechpartner für Staatsangehörige, die im Konsularsbezirk leben, also in der Stadt und Umgebung. Zu ihren Aufgaben zählt zum Beispiel die Ausstellung von amtlichen Dokumenten wie Pässen für die im Gastland lebenden Bürger. Andersherum stellt ein Konsulat für Reisende Visa aus und informiert über die Aufenthaltsbedingungen in dem Land.

Lange Nacht der Konsulate: Einmal im Jahr öffnen viele Auslandsvertretungen für interessierte Besucher und präsentieren landestypische Kultur und Kulinarik. Foto: Senatskanzlei Hamburg

Argentinien, Russland und die USA zum Beispiel betreiben in Hamburg Generalkonsulate, die von hauptamtlichen Berufskonsuln geleitet werden. Staaten wie Kiribati, Pakistan und Papua-Neuguinea unterhalten Honorarkonsulate, die ehrenamtliche Personen leiten. Diese Honorarkonsuln haben durch ihren Beruf meist viel Erfahrung und gute Kontakte in dem jeweiligen Land, das sie vertreten. Ganz gleich ob Generalkonsulat, Konsulat oder Honoralkonsulat – sie alle sind offiziell anerkannte Auslandsvertretungen.

Eine Botschaft hingegen ist meist in der Hauptstadt des Gastlandes ansässig und zuständig für diplomatische Angelegenheiten. Die Botschaft tauscht Nachrichten zwischen seiner Regierung und der des Gastlandes über politische, wirtschaftliche und kulturelle Ereignisse aus. Außerdem bereitet es zum Beispiel Staatsbesuche vor. In Berlin sind aktuell circa 160 Botschaften ansässig.

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Lennart Albrecht, Jahrgang 1991, hat Olaf Scholz schon einmal drei Monate lang fast täglich auf Schritt und Tritt verfolgt – mit dessen Einverständnis, im Rahmen eines Praktikums beim Hamburger Senat. Auch Hamburgs Herz kennt er besser als die meisten: Im Nebenjob moderiert er Bustouren durch das Hafengelände, und sogar bei einem Praktikum in Hongkong warb er schon für die Vorzüge der Hansestadt. Bei der Reederei Hamburg Süd schrieb er für das Mitarbeitermagazin und half, Messen zu organisieren. Seinen Bachelor in Media Acting und Rhetorik machte er an der Hamburger Medienakademie. Für die Dokumentation „Die Norm“ begleitete Lennart Spitzensportler auf dem Weg zu den Olympischen Spielen. Er selbst fährt gern Rennrad – zum Mediencampus Finkenau aber kann er von zu Hause aus zu Fuß gehen. Kürzel: la