"Um die massiv gestiegenen Straftaten von Gewalt gegen Frauen schneller und effektiver zu verfolgen" soll Geld für mehr Staatsanwälte und die Sanierung der Frauenhäuser investiert werden, fordern Grüne und SPD in der Hamburgischen Bürgerschaft. Foto: Pixabay

SPD und Grüne in der Hamburgischen Bürgerschaft wollen 820.000 Euro in Hamburgs Frauenhäuser investieren. Der Bedarf an Schutzräumen für Frauen ist hoch, deshalb soll auch ein neues Haus eröffnet werden.

Die Fraktionen von SPD und Grünen im Hamburger Landesparlament beantragen 820.000 Euro für die Sanierung der Frauenhäuser. Bei den Haushaltsverhandlungen der Bürgerschaft Mitte Dezember soll darüber beraten und abgestimmt werden.

Das Geld soll in den Jahren 2019 und 2020 zur Renovierung von sanierungsbedürftigen Gebäuden genutzt werden. An einigen Gebäuden seien Dach- und Fassadenarbeiten nötig, auch technische Anlagen sollen erneuert werden.

Außerdem seien die bestehenden fünf Einrichtungen überbelegt, sodass betroffene Frauen in der Vergangenheit in anderen Bundesländern untergebracht werden mussten. Deshalb wird bereits nach einem passenden Gebäude für ein neues, dann sechstes, Schutzhaus in Hamburg gesucht. Die Sozialbehörde plant für den Betrieb des Hauses mit mindestens 30 Plätzen circa 500.000 Euro ein. Dazu sagte ein Sprecher der Sozialbehörde Ende September: „Herrichtungs- und Investitionskosten sind stark davon abhängig, ob wir ein bestehendes Objekt anmieten können oder neu bauen müssen.“

Fünf Frauenhäuser in Hamburg

Die Aufnahme in ein Frauenhaus erfolgt über die Koordinierungs- und Serviestelle der Hamburg Frauenhäuser „24/7“. Dort können Frauen jederzeit Schutz finden.

Notruf: 040-800041000
E-Mail: schutz@24-7-frauenhaeuser-hh.de

Bei akuter Bedrohung oder Gewalt wird Frauen geraten, sich an die Polizei zu wenden.

Notruf: 110

Zurzeit gibt es fünf Frauenhäuser in Hamburg mit insgesamt 194 Plätzen für Frauen und deren Kinder. Diese Einrichtungen sind ein vorübergehender Zufluchtsort für Frauen, die körperlich, sexuell oder seelisch misshandelt wurden oder davon bedroht sind. Auch die Kinder der Frauen werden dort geschützt. Mitarbeiterinnen in den Häusern unterstützen sie dabei, akute Krisen zu bewältigen und sich im Alltag selbstständig zu organisieren. Männer haben dort keinen Zutritt. Die Adressen der Häuser sind geheim.

2017 fanden 532 Frauen und 516 Kinder in der Notaufnahme der Hamburger Frauenhäuser Zuflucht.

Bereits am Montag kündigten SPD und Grüne an, die gestiegene Zahl von Straftaten gegen Frauen schneller und effektiver verfolgen zu wollen. Mit zusätzlichen 600.000 Euro sollen mehr Staatsanwälte eingestellt werden, um Täter schneller bestrafen zu können.

Am Sonntag findet der „internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen“ statt. Jährlich wird der Aktionstag zur Bekämpfung von Diskriminierung und Gewalt gegen Frauen und Mädchen am 25. November veranstaltet. In diesem Zuge werden mehrere Gebäude in Hamburg in orangefarbenen Licht angestrahlt. Dazu zählen zum Beispiel die Hauptkirchen St. Michaelis und St. Katharinen sowie das Hotel Atlantic an der Außenalster.

la/dpa

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Lennart Albrecht, Jahrgang 1991, hat Olaf Scholz schon einmal drei Monate lang fast täglich auf Schritt und Tritt verfolgt – mit dessen Einverständnis, im Rahmen eines Praktikums beim Hamburger Senat. Auch Hamburgs Herz kennt er besser als die meisten: Im Nebenjob moderiert er Bustouren durch das Hafengelände, und sogar bei einem Praktikum in Hongkong warb er schon für die Vorzüge der Hansestadt. Bei der Reederei Hamburg Süd schrieb er für das Mitarbeitermagazin und half, Messen zu organisieren. Seinen Bachelor in Media Acting und Rhetorik machte er an der Hamburger Medienakademie. Für die Dokumentation „Die Norm“ begleitete Lennart Spitzensportler auf dem Weg zu den Olympischen Spielen. Er selbst fährt gern Rennrad – zum Mediencampus Finkenau aber kann er von zu Hause aus zu Fuß gehen. Kürzel: la