Vor vier Jahren holte Deutschland den WM-Pokal. Seit 56 Jahren hat es kein Weltmeister mehr geschafft, seinen Titel zu verteidigen. Es gibt gute Gründe, warum Deutschland das bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland auch nicht schaffen wird.

Nr. 1: EA-Sports hat die WM schon gespielt. Ergebnis:

Der Spieleentwickler EA-Sports hat in seinem WM-Modus-Update für FIFA18 das Turnier bereits einmal durchgespielt. Demnach schaffen es die Jungs von Jogi Löw nach einem 3:1-Halbfinalsieg gegen Spanien ins Finale. Nach einem 1:1 nach Verlängerung kommt es dort gegen Frankreich zum Elfmeterschießen. Frankreich gewinnt mit 4:3 und holt sich den Titel. Brisant: In der Vergangenheit hat der Spieleentwickler Deutschlands WM-Sieg 2014 und die letzten neun der 13 Super-Bowl-Sieger vorhergesagt.


Nr. 2: Das digitale WM-Orakel

Bei der WM 2010 hatte die „Krake Paul“ im „Oberhausen Aquarium Sea Life“ den Ausgang aller Spiele mit deutscher Beteiligung sowie des Endspiels der WM korrekt vorausgesagt. Das Deloitte Analytics Institute hat das Tier nun digitalisiert und einen Algorithmus durchlaufen lassen. Dieser hat berechnet, dass Deutschland seine Spiele gegen die Gruppengegner Mexiko, Schweden und Südkorea jeweils mit 2:0 gewinnt. Ab dem Achtelfinale arbeite sich unsere Nationalelf mit knappen Erfolgen bis in Finale vor. Den Titel hole dann aber Brasilien.


Nr. 3: Nur Pelé kann’s

Seit über einem halben Jahrhundert hat es kein Weltmeister mehr geschafft, seinen WM-Titel zu verteidigen. Davor ist das nur Brasilien geglückt dank Pelé, dem Ausnahmespieler. Das war im Jahr 1962. Bei der Heim-WM 2014 flog Brasilien beim bitteren 1:7-Debakel im Halbfinale gegen Deutschland raus. Nun ist die Mannschaft wieder erstarkt. Vor allem Spielmacher Neymar begeisterte in den Testspielen. Bei den Buchmachern ist Brasilien auch deswegen mit einer Quote von 5,0 Top-Favorit auf den WM-Pokal.


Nr. 4: Fehlende Typen

Bastian Schweinsteiger, Phillip Lahm, Miroslav Klose und Per Mertesacker fehlen der Nationalmannschaft 2018. Sie alle waren wichtige Typen und Identifikationsfiguren bei der WM 2014. Unvergessen: das blutende Gesicht von Schweinsteiger im Finale gegen Argentinien. Sandro Wagner hätte die Lücke schließen können, nur wurde er nicht nominiert. Insgesamt ist Deutschlands Kader mit einem Durschnittsalter von 27 Jahren ziemlich jung. Zum Vergleich: In der Top 10 der Weltrangliste haben nur Frankreich und Chile einen noch jüngeren Kader.


Nr. 5: Das verflixte F

Wisst ihr noch, in welcher Gruppe Deutschland bei der WM in Brasilien gestartet ist? Richtig, in Gruppe G. Schade, dass diese Gruppe mit Argentinien, Kroatien, Island und Nigeria belegt wurde. Denn die Gruppe G hat uns bekanntlicherweise zum WM-Sieg geführt. Die Gruppe F dagegen hat in der Vergangenheit kein Glück gebracht: Noch nie kam ein Weltmeister aus dieser Gruppe.


Nr. 6: Die Gier

Auch wenn viele Spieler aus dem deutschen Weltmeister-Kader von 2014 nicht mehr dabei sind, besteht das aktuelle Aufgebot immerhin noch aus neun Akteuren, die in Brasilien den Titel geholt haben. Ob die Gier größer ist, als bei anderen Anwärtern, bleibt fraglich: Messi möchte mit Argentinien seine vermutlich letzte WM mit einem Titel krönen. Neymar mit Brasilien das WM-Debakel im eigenen Land vergessen machen. Und Ronaldo mit seinem Riesen-Ego unbedingt nach dem silbernen EM-Pott 2016 auch den goldenen WM-Pokal holen.


Nr. 7: Der Fluch des Confed Cups

Im Juli 2017 gewann Deutschland durch einen 1:0-Sieg im Finale gegen Chile den Confedertaions Cup in Russland. Zumindest historisch ist damit ein Scheitern bei der Weltmeisterschaft garantiert. Noch nie hat ein Sieger der „Mini-WM“ ein Jahr später den Weltmeister-Pokal geholt. Confed-Cup-Rekordsieger Brasilien traf dieses Schicksal 1997, 2005, 2009 und 2013: Viermal konnte die „Seleção“ den Confed-Cup gewinnen, bei den folgenden Weltmeisterschaften verpasste sie aber den Titel.

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