Rotlicht, Fischmarkt, Alternativkultur:  Sankt Pauli ist ein besonderes Pflaster. Geht es nach einer neu gegründeten Initiative, sollen diese Besonderheiten geschützt werden – durch den Titel „immaterielles Kulturerbe“. Aber was bedeutet das?

Was haben Vertreter der katholischen und der evangelischen Kirche mit Drag Queen Olivia Jones gemeinsam? Sie alle unterstützen zusammen mit Quartiersmanagerin Julia Staron die Kulturerbe Sankt Pauli Initiative. Die Gruppe setzt sich dafür ein, dass Sankt Pauli immaterielles Unesco Kulturerbe wird.

Beim ersten öffentlichen Treffen der Initiative reagierten viele Anwohner allerdings zunächst mit Unmut auf die Idee:  Sie befürchten, dass der Titel zusätzliche Touristen auf die Vergnügungsmeile locken und dadurch Ballermannstimmung auf dem Kiez aufkommen lassen könnte. Die Unterstützer halten dagegen, dass der Titel genau dafür gedacht sei, das „alte“ Pauli zu erhalten – sofern das überhaupt  gewünscht ist. Akuell versucht die Initiative mit Fragebögen nämlich erst einmal herauszufinden, was genau Anwohner und Fans des Viertels für schützenswert halten. Erst dann kann die Gruppe ihren Antrag stellen.

Wird Sankt Pauli durch den Unesco-Titel zu einer Art Freilichtmuseum? Gibt es Geld für die Entscheidung? Und hat Hamburg dann gleich zwei Unesco  Weltkulturerbestätten? FINK.HAMBURG erklärt, was der Titel „immaterielles Kulturerbe“ eigentlich bedeutet.

Vorheriger ArtikelAlles Fake? News im Zeitalter der Desinformation
Nächster ArtikelBist du ein Google-Profi?
Astrid Benölken, Jahrgang 1993, hat als Kind sogar die Erziehungsratgeber ihrer Eltern gelesen, wenn ihr die Lektüre ausging. Zu ihren Lieblingsbüchern zählen Klassiker von Goethe, aber auch neue Werke, wie die des Nobelpreisträgers Ishiguro. Für ihr Ressortjournalismus-Studium mit Schwerpunkt Kultur zog Astrid aus dem kleinen Ort Seppenrade im Münsterland ins bayerische Ansbach. Nach dem Studium reiste sie mit dem Rucksack durch Südamerika, Osteuropa und Indien. Als Journalistin hat sie schon für die „Westfälischen Nachrichten“, „Faz.net“, den „Bayerischen Rundfunk“ und die „Süddeutsche Zeitung“ gearbeitet – am liebsten zu Kulturthemen.
Hannah Lesch, Jahrgang 1994, überlebte bereits Wildwasser-Rafting mit Krokodilen in Namibia. Dort hat sie auch Bogenschießen gelernt. Nach dem Bachelor im Wissenschaftsjournalismus ging sie für ein Freiwilliges Soziales Jahr nach Afrika, um für die „Deutsche Welle Akademie“ Trainings für Medienschaffende anzubieten. Nebenbei organisierte sie ein Festival, bei dem in 48 Stunden Filme produziert wurden. Wissenschaftsjournalistin möchte sie werden, seit sie bei „Jugend forscht“ einen Preis gewonnen hat. Dafür kartierte sie Mauereidechsen. Und nein, mit Harald Lesch ist sie nicht verwandt. Ihren Namensvetter und ihr Idol würde sie trotzdem gerne mal treffen. Immerhin: Seine Gehaltsabrechnung wurde ihr beim Praktikum beim „Bayerischen Rundfunk“ aus Versehen zugestellt. Geöffnet hat sie diese aber nicht. Kürzel: hl