St. Pauli soll Weltkulturerbe werden

Stadtteilinitiative

St. Pauli soll Weltkulturerbe werden.
St. Pauli soll Weltkulturerbe werden. Foto: Christopher Bahl

Sternsinger, Porzellanmalerei und künftig auch St. Pauli? Die Initiative “Kulturerbe St. Pauli” plant, sich mit dem Stadtteil als immaterielles Unesco-Weltkulturerbe zu bewerben.

“Das Bewusstsein für den Kiez abseits von Rot- und Blaulicht zu wecken”, das sei das Ziel der Initiatoren von “Kulturerbe St. Pauli”. Auf einer Pressekonferenz in der Kiezkneipe “Zum Silbersack” verkündeten sie nun die ersten Schritte für den geplanten Antrag bei der Unesco-Kommission.

Wie wird ein Stadtteil Weltkulturerbe?

Normalerweise werden kulturelle Ausdrucksformen wie Tanz, Gesang oder Handwerkskünste als immaterielle Kulturgüter angesehen – nicht zu verwechseln mit materiellen Kulturgütern wie Gebäuden oder Landschaften. Für eine mögliche Bewerbung von St. Pauli muss nun laut Mintinitiatorin und Quartiersmanagerin Julia Staron definiert werden, womit sich der Stadtteil als kulturelles Erbe bewerben könnte.

Die Initiative fordert Bewohner, Besucher und Fans des Stadtteils deshalb dazu auf, einen Fragebogen zu beantworten. Darin werden Fragen gestellt wie: “Was ist bewahrenswert? Was wünschst du dir in St. Pauli?”.

Viel Kritik bei fraglichem Ausgang

Ob die gesammelten Daten für eine Bewerbung bei der deutschen Unesco-Kommission für immaterielles Kulturerbe reichen, ist laut Julia Staron noch fraglich. Eine Aufnahme in die Liste habe “in erster Linie symbolischen Charakter”.

Verbände und Kirchen wie der Bürgerverein St. Pauli und die St. Pauli-Gemeinde haben ihre Unterstützung des Projektes bereits zugesichert. Anwohner und Stadtteilinitiativen äußerten auf der Pressekonferenz Kritik an der Repräsentativität des Fragebogens. Sie fürchten auch, dass die Nominierung zu einer weiteren “Ballermannisierung” ihres Stadtteils führen könnte.

jt

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Jana Trietsch, Jahrgang 1992, weiß, warum Michel aus Lönneberga in Wirklichkeit Emil heißt. Die gebürtige Darmstädterin verbrachte im Rahmen ihres Medienkulturwissenschaften- und Psychologiestudiums zwei Semester im schwedischen Uppsala und kann seitdem die Bücher ihrer Kindheit in Originalsprache lesen. Nach dem Studium lernte Jana in der Lokalredaktion des „Darmstädter Echos“ ihre Heimat neu kennen. Es folgten PR-Praktika in Stockholm und Berlin im Mode- und Lifestylebereich, die Jana eine Redakteursstelle im Brand Marketing bei Zalando einbrachten. Nebenher schreibt sie als freie Autorin für „Mit Vergnügen“ und „Refinery29“ über Kultur, Mode und Millennials. Manchmal denkt sie dabei an ihren früheren Traum: eine wöchentliche Kolumne, geschrieben in einem roten Ferienhaus in Småland. jt