Snackosaurus, verbuggt oder Lauch? Alles falsch: Das Jugendwort des Jahres ist „Ehrenmann“ beziehungsweise „Ehrenfrau“. Wir waren zuvor auf Hamburgs Straßen unterwegs und wollten wissen, wer die Jugendsprache überhaupt noch versteht.

Im Finale zur Abstimmung über das Jugendwort des Jahres standen zehn Begriffe, die über eine Online-Abstimmung ausgewählt wurden. Ganz oben in der Gunst der Abstimmenden stand „verbuggt“. Aber die Jury entschied sich für „Ehrenmann“ beziehungsweise „Ehrenfrau“, was so viel bedeutet wie ein Gentleman oder eine Lady, der/die etwas Besonderes für dich tut.

Dieses Mal bestand die Jury aus Sprachwissenschaftlern, Journalisten, Bloggern, einem Polizeikommissar und natürlich Jugendlichen. Das jüngste Jurymitglied ist elf Jahre alt und schreibt für eine Schülerzeitung. Der Langenscheidt Verlag organisierte die Wahl.

„Du bist so verbuggt“

Aber wie nutzt man die jugendlichen Worte überhaupt in einem Satz? Dafür gibt der Langenscheidt Verlag als Initiator der Wahl Beispiele wie „Du bist so verbuggt, du nervst!“ Wir haben die Hamburger in unserer Umfrage gebeten, einen Satz mit ihrem Jugendwort zu bilden. „Brauchst nicht Lauch zu sein“, „das ist doch nicht dein sheeeesh“ oder „ich mach‘ mal wieder den Snackosaurus“ waren die Ergebnisse. Ob die sie die Jugendworte nun auch im Alltag nutzen, ließen die Befragten aber offen.

"Ehrenmann" beziehungsweise "Ehrenfrau" ist das Jugendwort des Jahres 2018. Welche anderen Begriffe im Rennen waren, seht ihr hier. Grafik: Anika Schnücke.
„Ehrenmann“ beziehungsweise „Ehrenfrau“ ist das Jugendwort des Jahres 2018. Welche anderen Begriffe im Rennen waren, seht ihr hier. Grafik: Anika Schnücke.

Einige Worte haben es nicht bis zur Jury-Auswahl geschafft: „Wack“ war den Abstimmenden wohl zu langweilig und die „lituation“ nicht cool genug. Beziehungen, die per „Exting“ beendet werden oder der „Screenitus“ als neues Leiden der Smartphone-Nutzer konnten sich im Sprachgebrauch offenbar auch noch nicht etablieren.

Das erste gewählte Jugendwort des Jahres war 2008 übrigens „Gammelfleischparty“ als Begriff für eine Ü30-Party. Im vergangenen Jahr hat „i bims“ aus der Kunstsprache „Vong“ die Jury überzeugt. Für die nächste Wahl des Jugendworts können schon jetzt Vorschläge eingereicht werden.

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Anika Schnücke, Jahrgang 1992, stuft sich selber als Gefahr für den Hamburger Verkehr ein. In drei Jahren in der Fahrradmetropole Münster hat sie sich einen rücksichtslosen Fahrstil angewöhnt. Neben ihrem Fahrrad bringt sie ihr Gespür für Lokaljournalismus mit in die Hansestadt. Während ihres Kommunikationswissenschaft-Studiums schrieb Anika in Münster als freie Journalistin für die Lokalzeitung und ein Stadtmagazin. Wie man ernste Themen mit Humor behandelt, lernte sie bei einem Praktikum in der Online-Redaktion der „Heute Show“. Über politische Satire schrieb sie auch ihre Bachelorarbeit. Anika freut sich auf die Einführung von rothaarigen Emojis – obwohl sie findet, dass man sich mit Gifs sowieso viel besser ausdrücken kann. Kürzel: as
Melina Mork, Jahrgang 1996, wollte mit sieben Jahren Stadionsprecherin werden. Aber als in der Schule die Länge ihrer Essays zunehmend eskalierten, beschloss sie, dass sie lieber Journalistin werden möchte. Nach dem Abitur zog sie für das Bachelor-Studium in Kulturjournalismus von Salzgitter nach Hamburg. Zwischen Theater-Kritiken und Reportagen entdeckte sie ihre Liebe zu multimedialen Inhalten. Erste Erfahrungen sammelte sie beim Stadtmagazin “Szene Hamburg”, dem “Netzpiloten Magazin” oder auch beim Performing Arts Festival “Out Now”. Wenn sie nicht gerade Video-Essays bingewatched ist sie mit ihrer Kamera unterwegs oder im nächstgelegenen Café anzutreffen. Denn der Kaffee am Morgen ist für sie ein Muss.