Das rechtsextreme Bündnis „Merkel muss weg“ ruft erneut zur Kundgebung auf. Auch eine Gegendemonstration findet statt. Die Polizei warnt vor einem Verkehrschaos in der Innenstadt und rät, den Bereich um den Bahnhof Dammtor zu meiden.

Am Mittwoch ab 19 Uhr findet am Bahnhof Dammtor die Demonstration mit dem Titel „Merkel muss weg“ statt. Die Gegendemonstration bewegt sich von der Mönckebergstraße zum Dammtor. In der Zeit von 17 bis 21 Uhr rechnet die Polizei daher mit erheblichen Beeinträchtigungen des Verkehrs rund um den Bereich am Hauptbahnhof, Dammtor sowie Rathaus- und Gänsemarkt.

Die Polizei empfiehlt die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel mit Ausnahme von Bussen. Sofern man nicht mit der Bahn unterwegs sei, solle der Bereich der Demonstrationen lieber gemieden werden.

Vorerst keine Einschränkung des Bahnverkehrs

Die Gegendemonstration „Mittwochs gemeinsam gegen Hetze“ startet um 17:30 Uhr an der Mönckebergstraße. Initiator ist das Hamburger Bündnis gegen Rechts. Die Gegendemonstration verläuft entlang der Mönckebergstraße, dem Jungfernstieg und über den Gänsemarkt zum Kriegerdenkmal am Dammtor.

Außerdem rufen linke Gruppen zu einer Blockade des Bahnhofs Dammtor auf. Die Polizei habe diesen Aufruf in ihre Lagebeurteilung einbezogen, rechne allerdings nicht mit Einschränkungen des Bahnverkehrs, sagte eine Sprecherin.

500 Teilnehmer bei „Merkel muss weg“-Demo erwartet

Das Bündnis „Merkel muss weg“ ruft in Hamburg seit Februar 2018 zur gleichnamigen Demonstration auf. Der Hamburgische Verfassungsschutz stuft die Organisatoren als rechtsextrem ein. Zunächst fanden die Veranstaltungen montags statt, seit September jeweils am ersten Mittwoch des Monats.

Im Oktober wurde die Demonstration ausgesetzt. Das Bündnis rechnet für die heutige Kundgebung mit etwas 500 Teilnehmenden. Auch die Organisatoren der Gegendemonstration haben eine Schätzung zur ihren Teilnehmerzahlen abgegeben. Sie beläuft sich ebenfalls auf 500 Personen.

Bei der letzten Kundgebung im September kamen rund 180 Teilnehmende auf Seiten der Organisatoren. Die Gegendemonstration war mit etwa 10.000 Teilnehmenden deutlich stärker besucht. Wie das „Hamburger Abendblatt“ berichtete, kamen bisher nie mehr als 350 Demonstranten auf Seite der „Merkel muss weg“-Fraktion zusammen. Zu starken Ausschreitungen kam es bei den vergangenen „Merkel muss weg“-Demonstrationen nicht, daher rechnet die Polizei auch dieses Mal mit einer gewaltfreien Veranstaltung.

Verfassungsschutz warnt

Der Verfassungsschutz warnte bereits Ende August vor den Demonstrationen, die sich gegen Merkel richten. „Wer auf diese Versammlungen geht, geht nicht nur auf eine Veranstaltung, die von Rechtsextremisten organisiert wurde, sondern die zunehmend auch von Rechtsextremisten frequentiert wird“, sagte der Hamburger Verfassungsschutz-Chef Thorsten Voß dem NDR.

Die angemeldeten Mittwochsdemonstrationen seien laut Voß noch stärker rechtsextremistisch geprägt als die zuvor am Montag stattfindenden Veranstaltungen. Auch auf die Teilnahme von Linksextremisten an der Gegendemonstration machte der Verfassungsschutz aufmerksam.

as

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Anika Schnücke, Jahrgang 1992, stuft sich selber als Gefahr für den Hamburger Verkehr ein. In drei Jahren in der Fahrradmetropole Münster hat sie sich einen rücksichtslosen Fahrstil angewöhnt. Neben ihrem Fahrrad bringt sie ihr Gespür für Lokaljournalismus mit in die Hansestadt. Während ihres Kommunikationswissenschaft-Studiums schrieb Anika in Münster als freie Journalistin für die Lokalzeitung und ein Stadtmagazin. Wie man ernste Themen mit Humor behandelt, lernte sie bei einem Praktikum in der Online-Redaktion der „Heute Show“. Über politische Satire schrieb sie auch ihre Bachelorarbeit. Anika freut sich auf die Einführung von rothaarigen Emojis – obwohl sie findet, dass man sich mit Gifs sowieso viel besser ausdrücken kann. Kürzel: as

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