Schwäne schwimmen auf der Alster in Hamburg.
Der heiße Sommer hat den Alsterschwänen schwer zugesetzt. Foto: Axel Heimken/dpa

Durch den heißen Sommer und die schlechte Wasserqualität sind 15 Schwäne gestorben. Für Ersatz ist gesorgt: Auf der Alster schwimmen nun 13 Vögel aus dem Saarland. Die Wasservögel haben in Hamburg eine besondere Bedeutung.

Von der französischen Grenze in den deutschen Norden: Die alteingesessenen Alsterschwäne haben Gesellschaft aus dem Saarland bekommen, nachdem im heißen Sommer 15 der weißen Wasservögel in Hamburg verendet sind.

Daniel Gritz, Pressesprecher des Bezirksamts Hamburg-Nord, erklärt: „Im Juli gab es ein Hilfeersuchen des Amtsärztlichen Dienstes in Saarbrücken. Es ging um 13 Schwäne, für die es dort keine Kapazitäten gab.“ Da die Flügel der Tiere amputiert wurden, hätten sie nicht ausgewildert werden können. Ihr neues Zuhause ist jetzt die Alster.

Raus aus der Quarantäne

Olaf Nieß beaufsichtigt als hauptberuflicher Schwanenvater die Eingewöhnung der Neuankömmlinge. Nach zwei Wochen in Quarantäne ließ er sie nach und nach auf die Alster. „Sie erfrischen den Bestand und sorgen für neues Blut“, sagt Nieß. Die Vögel seien gut aufgenommen worden.

Diesen Sommer starben 15 Schwäne an einer Darmentzündung, die durch Giftstoffe, sogenannte Clostridium-Bakterien ausgelöst wurde. Diese Bakterien entstehen durch sich zersetzende Algen. Die heißen Temperaturen im Sommer hatten zu mehr Algenwachstum und damit zu der schlechten Wasserqualität geführt.

Für den nächsten Sommer werden nun Maßnahmen geprüft, um die Schwäne besser vor den Auswirkungen heißer Temperaturen zu schützen, so Daniel Gritz. Eine Möglichkeit ist das Abfischen der Algen. Außerdem sollten die Hamburger die Wasservögel bitte nicht füttern.

Es gibt ein städtisches Schwanenwesen

Schwäne gelten in Hamburg als lebende Wahrzeichen und symbolisieren die Freiheit der Stadt. Die Legende sagt: Hamburg ist nur so lange eine freie und wirtschaftlich erfolgreiche Stadt, solange Schwäne auf der Alster leben.

Deshalb gibt es schon seit 1674 eine Person, die sich hauptberuflich um die Betreuung der Schwäne kümmert – den Schwanenvater. Olaf Nieß macht diesen Job seit mehr als 30 Jahren. Auch sein Vater, Harald Nieß, hat schon auf die Tiere aufgepasst, seit 1950. Der Schwanenvater arbeitet beim städtischen Schwanenwesen. Sie ziehen Jungtiere auf, überwachen den Lebensraum und kümmern sich um kranke oder verunglückte Tiere.

Voraussichtlich Anfang November bringt Olaf Nieß die Tiere in ihr Winterquartier am Eppendorfer Mühlenteich. Dort überwintern sie, bevor es im Frühjahr wieder zurück auf die Alster geht. Früher wurde in Uhlenhorst an der Alster das Winterlager aufgeschlagen. Deshalb gibt es dort eine Straße, die „Schwanenwik“ heißt.

Besser keine Schwäne beleidigen

Mitte des 17. Jahrhunderts stellte der Hamburger Senat die Wildvögel unter besonderen Schutz. Seitdem ist es bei Strafe verboten, Schwäne zu verletzen oder zu töten. Stört man die Tiere beim Nisten, ist das ein Verstoß gegen den Tierschutz. Traditionell galt auch die Beleidigung eines Schwans als Straftat, weil damit gleichzeitig die Stadt und ihre Bürger beleidigt wurden.

dpa/la/as

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Anika Schnücke, Jahrgang 1992, stuft sich selber als Gefahr für den Hamburger Verkehr ein. In drei Jahren in der Fahrradmetropole Münster hat sie sich einen rücksichtslosen Fahrstil angewöhnt. Neben ihrem Fahrrad bringt sie ihr Gespür für Lokaljournalismus mit in die Hansestadt. Während ihres Kommunikationswissenschaft-Studiums schrieb Anika in Münster als freie Journalistin für die Lokalzeitung und ein Stadtmagazin. Wie man ernste Themen mit Humor behandelt, lernte sie bei einem Praktikum in der Online-Redaktion der „Heute Show“. Über politische Satire schrieb sie auch ihre Bachelorarbeit. Anika freut sich auf die Einführung von rothaarigen Emojis – obwohl sie findet, dass man sich mit Gifs sowieso viel besser ausdrücken kann. Kürzel: as
Lennart Albrecht, Jahrgang 1991, hat Olaf Scholz schon einmal drei Monate lang fast täglich auf Schritt und Tritt verfolgt – mit dessen Einverständnis, im Rahmen eines Praktikums beim Hamburger Senat. Auch Hamburgs Herz kennt er besser als die meisten: Im Nebenjob moderiert er Bustouren durch das Hafengelände, und sogar bei einem Praktikum in Hongkong warb er schon für die Vorzüge der Hansestadt. Bei der Reederei Hamburg Süd schrieb er für das Mitarbeitermagazin und half, Messen zu organisieren. Seinen Bachelor in Media Acting und Rhetorik machte er an der Hamburger Medienakademie. Für die Dokumentation „Die Norm“ begleitete Lennart Spitzensportler auf dem Weg zu den Olympischen Spielen. Er selbst fährt gern Rennrad – zum Mediencampus Finkenau aber kann er von zu Hause aus zu Fuß gehen. Kürzel: la

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