Am Donnerstag haben der Niendorfer TSV und der Eimsbüttler Turnverband für ihre Nachwuchsarbeit den Uwe-Seeler-Preis bekommen. FINK.HAMBURG hat am Rande der Veranstaltung mit Uwe Seeler gesprochen.

FINK.HAMBURG: Sie geben seit 32 Jahren Ihren Namen für den Preis des Hamburger Nachwuchsfußballs. Sind Sie zufrieden mit den beiden Siegern? 

Uwe Seeler: Ja, beide Vereine leisten tolle Nachwuchsarbeit. Das sind ja auch zwei Traditionsvereine, Niendorfer TSV und ETV. Die haben schon zu meiner Zeit gute Jugendmannschaften gehabt, nur ist das ist ja schon urlange her. Das weiß bloß keiner mehr (lacht). Aber das ist so und es ist schön, wenn das wieder aufblüht.

Beide Vereine bekommen ein Preisgeld von 5.000€.

Die Stadt kann Geld gar nicht besser investieren als in Sport. Egal, was man dann im Verein dafür kauft, ob nun Bälle oder Trikots, das ist für die Jugend sehr wichtig. Und es ist ja mittlerweile so, dass auch die Mädchen davon mit profitieren. Mädchenfußball ist in beiden Vereinen ja sehr wichtig.

Warum ist Ihnen die Nachwuchsförderung so wichtig?

Ich freue mich, dass die Jugend so gefördert wird, weil wir Nachwuchs brauchen. Das ist sehr wichtig, aber heute nicht mehr so einfach. Und vor allen Dingen ist es auch so: Wenn Jugendliche Sport treiben, kommen sie nicht auf dumme Gedanken.

Uwe Seeler mit der Jugendmannschaft des Niendorfer TSV.
Uwe Seeler mit der Jugendmannschaft des Niendorfer TSV. Foto: Ted Koob

Beim HSV läuft es derzeit sehr gut, der neue Trainer Hannes Wolf hat in vier Spielen vier Siege geholt. Ist er der richtige Mann für die Mission Aufstieg?

Das ist ein ganz schöner Start. Hannes Wolf macht einen guten Eindruck, aber die schwere Zeit kommt ja jetzt erst. Union Berlin am nächsten Montag wird schon mal ein harter Brocken und in der zweiten Halbserie gibt’s noch einige schwere Gegner zu besiegen. Das wird nicht einfach. Aber wenn man so lange in der zweiten Liga rumdümpelt, ist das nicht gut. Das beste wäre, gleich wieder aufzusteigen.

Sind Sie da optimistisch?

Mir wäre es noch lieber, wenn sie in der Hintermannschaft und vorne noch ein bisschen was tun. Dass sie vorne noch jemanden holen, der gefährlich ist und hinten einen, der gut aufpasst. Das ist ja auch nicht zu verachten, denn wenn du viel zu null spielst, kannst du nicht hoch verlieren.

Uwe Seeler lobt die Nachwuchsarbeit der beiden Vereine. Foto: Ted Koob

Vor der Saison hieß die Hoffnung Jan-Fiete Arp. Der 18-jährige Stürmer hat aber bisher nur sechsmal gespielt und kein Tor erzielt. 

Der Fiete muss regelmäßiger spielen. Er wird ja jetzt schon öfter eingesetzt und ich hoffe, dass er da noch stärker wird. Warten wir mal ab, was da noch kommt.

Der FC St. Pauli spielt eine überraschend starke Saison. Würden Sie sich über den Aufstieg beider Hamburger Mannschaften freuen?

Ja, warum nicht? Also ich freue mich für jeden, der Erfolg hat. Es ist Quatsch, jemanden was nicht zu gönnen. Es gibt zwar einige, die so denken, aber ich finde das albern. Im Sport muss man die Leistung anerkennen und wenn sie dann aufsteigen, ist das doch in Ordnung. Hamburg muss mindestens eine Mannschaft in der Bundesliga haben, für die Stadt ist das wichtig. Allerdings ist es bewundernswert, wie viele Zuschauer in die zweite Liga kommen.

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Tobias Zuttmann, Jahrgang 1995, ist als Kind so heftig in eine Glastür gelaufen, dass er darin steckengeblieben ist. Heute bewältigt er lieber einen Halbmarathon. Nach dem Ressortjournalismus-Studium im fränkischen Ansbach absolvierte er eine Reihe von Praktika, unter anderem beim WDR, ZDF und „Kicker“. Am längsten blieb er bei ProSiebenSat.1 in der Redaktion der Sportsendung „ran“, denn auf Sport liegt auch im Journalismus sein Fokus. Anschließend folgte die Übernahme als freier Mitarbeiter. Wenn Tobias nicht gerade auf Weltreise ist, kann man ihn während der Football-Saison im ICE auf der Strecke Hamburg-München antreffen, wenn „ran“ wieder mal nach einem kompetenten Sportbericht verlangt. Dafür zeigt er vollen Einsatz: Für acht Stunden Arbeit fährt er innerhalb eines Tages zwölf Stunden Zug. Kürzel: tz
Ted Koob, Jahrgang 1991, ist ein Kind Europas: Mit acht Jahren nahm der Luxemburger am Gesangswettbewerb „Zecchino d’Oro“ im italienischen TV teil. Außerdem spricht er luxemburgisch, deutsch, französisch, englisch und italienisch und hat in Belgien Musik studiert. Ted ist nicht nur ein Sprach-, sondern auch ein musikalisches Talent (Geige, Schlagzeug, Klavier). Deswegen arbeitete er nach dem Studium zunächst als Musiklehrer, entdeckte dann aber den Journalismus für sich. Ein zweites Bachelorstudium in Journalistik sowie Praxiserfahrung beim „Luxemburger Tageblatt“, dem ZDF und „11 Freunde“ bestärkten ihn im Berufswunsch. Nach der Arbeit lässt er den Tag gerne auf dem Rasen ausklingen und kickt in einer Hobby-Mannschaft. tek