An der Decke schweben oder zum Zwerg werden: Seit Mitte Oktober können Besucher im Museum der Illusionen in Hamburg optische Täuschungen erleben. FINK.HAMBURG hat die interaktiven Räume besucht.

Einmal schrumpfen oder auf einem Servierteller landen? Das ist im Museum der Illusionen in der Lilienstraße möglich. Ein Ort voller optischer Täuschungen. Seit dem 19. Oktober können Besucher in fünf Räumen ihren Sehsinn testen oder ihre Fähigkeiten bei mehr als 80 Strategiespielen unter Beweis stellen. Einige der Illusionen werden erst deutlich, nachdem man die Szene abfotografiert hat. Aufkleber auf dem Boden zeigen die Foto-Spots an. Daher wichtig: Die Kamera nicht vergessen!

Den Boden unter den Füßen verlieren

Wer im sogenannten Vortex-Tunnel noch gerade laufen kann, ist ein Held. In dem Tunnel rotiert ein bunter Zylinder, der ultraviolett ausgeleuchtet ist. Wer durchgeht, verliert das Gleichgewicht und die Orientierung. Ein Geländer gibt Halt. In einer anderen Ecke steht plötzlich in einem Wohnzimmer alles Kopf. Wer hier ein Foto macht, scheint an der Decke zu schweben.

Wie entsteht eine Illusion?
Kurz gesagt: Das menschliche Gehirn hat eine Vorstellung von der Außenwelt, die gemeinhin als Realität bezeichnet wird. Wird das Auge mit einem Bild konfrontiert, das nicht der Vorstellung entspricht, handelt es sich um eine Illusion, die den Menschen verwirrt.

Im sogenannten schiefen Raum wird dem Gehirn ein Streich gespielt. Egal, ob auf dem flachen oder schrägen Boden: Überall hat man das Gefühl umzufallen. Nicht jeder Besucher verträgt das, einigen wird übel. “Wenn jemand Kreislaufprobleme hat, sind wir gut mit Kühlpads und Keksen gewappnet”, sagt Museums-Mitarbeiterin Julia Raczkowska.

Einmal Zwerg sein und gleich danach ein Riese

In einem anderen Raum wachsen oder schrumpfen die Besucher – je nachdem, in welcher Ecke man steht. Das ist allerdings erst auf einem Foto zu erkennen. Direkt daneben stehen drei schwarze Säulen mitten im Raum, dahinter befindet sich ein blauer Sitzplatz. Wer sich darauf setzt, wird auf dem Foto zu einem auf einem Stuhl sitzenden Zwerg. Daneben steht ein Riese.

Das Museum der Illusionen gibt es bereits in Berlin, der zweite Standort ist nun in Hamburg. Die blau-weiße Farbwahl und die Holzschiffe, die im Eingangsbereich verkauft werden, sollen das Flair der Hansestadt aufgreifen. Wer einmal in dem Museum war, kann durchaus wiederkommen, ohne sich zu langweilen: Die Exponate werden jährlich ausgewechselt.

Auch in anderen Museen Hamburgs können Besucher interaktiv an Ausstellungen teilnehmen.

Das Museum der Illusionen, Lilienstraße 14-16, hat täglich von 10 bis 20 Uhr geöffnet.

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Shahrzad Rahbari, Jahrgang 1994, vermisst seit ihrem ersten Tag in Hamburg Spätzle. Sie hat Dolmetschen und Übersetzen in Germersheim studiert, in der Nähe von Karlsruhe. Shahrzad spricht sechs Sprachen fließend – neben Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch auch Arabisch und Farsi. Für eine Reportage reiste sie durch das Heimatland ihrer Eltern, den historischen Iran, und porträtierte Einwohner und Orte. Ihre Begeisterung für das Schreiben entdeckte Shahrzad in ihrer Zeit bei dem HipHop-Magazin Rapspot, für das sie Album-Rezensionen schrieb und Rapper wie Talib Kweli und Tua interviewte. Auch in ihrer Freizeit hört sie am liebsten Rap. Ihr Traum: mit Kendrick Lamar die Straßen von Compton, einem Vorort von L.A., unsicher zu machen. Kürzel: sha
Christopher Bahl, Jahrgang 1992, hatte in seinem Praxissemester für den lokalen Fernsehsender „Hamburg1“ viele Promis und Politiker vor der Kamera. Olaf Scholz traf er wöchentlich, aber auch Jorge González, bekannt aus „Germany‘s Next Topmodel“, und Fußball-Legende Uwe Seeler. Der studierte Bibliotheks- und Informationsmanager entdeckte dabei die Arbeit mit der Kamera für sich. Als Komparse ist er außerdem öfter Teil von Kinofilmproduktionen – zuletzt als Junggeselle bei „Gipsy Queen“. Beim Fernsehjournalismus will der gebürtige Hamburger gerne bleiben und irgendwann mal alle Hauptstädte Europas bereist haben. Kürzel: cb