Wintermärchen 2.0? Heute Abend geht es für die deutsche Nationalmannschaft um den Einzug ins Finale der Handball-WM 2019. In der Hamburger Barclaycard Arena trifft Deutschland auf den Gegner Norwegen.

Alle Handballfans richten ihre Blicke am heutigen Freitag auf Hamburg. Im zweiten Halbfinale der Handball-Weltmeisterschaft trifft Deutschland am Abend (20:30/ARD) auf Norwegen. Dabei kommt es zum Remake des EM-Halbfinals 2016. Damals bezwang die deutsche Mannschaft die Skandinavier nach Verlängerung und wurde später Europameister. Ein gutes Omen, um dieses Mal das WM-Finale zu erreichen?

Die deutsche Mannschaft ist im bisherigen Turnierverlauf noch ohne Niederlage.
Auf der Pressekonferenz zeigte sich Trainer Christian Prokop zuversichtlich: „Es wird ein hartes Spiel. Wir brauchen das Optimum. Aber wir haben bewiesen, dass wir das können und nicht nur einmal.“

Als stärksten Spieler der Norweger hat der Trainer Sander Sagosen vom französischen Spitzenclub Paris Saint-Germain ausgemacht. Dort spielt er gegen den deutschen Linksaußen Uwe Gensheimer. Besonders in schwierigen Situationen suchen die Norweger Lösungen über ihren erst 23-jährigen Spielmacher Sagosen. Trotzdem wäre es falsch, das norwegische Team auf ihn zu reduzieren, sagt Prokop weiter.

Euphorie steigt

Die Handball-Euphorie hat nicht nur die Sportler, sondern auch die Politiker ergriffen. „Es ist großartig, dass wir so einen spektakulären Tag erleben, dass wir auf der Höhe der Euphoriewelle jetzt hier in Hamburg beide Halbfinals austragen können, insbesondere das Spiel der deutschen Mannschaft“, begeistert sich beispielsweise Innen- und Sportsenator Andy Grote.

Für die deutschen Handballer wird es das neunte Spiel in 16 Tagen werden. Trotzdem sind alle Spieler fit. Ein entscheidender Faktor auf dem Weg ins Finale könnte das Heimpublikum werden. Die Barclaycard-Arena wird mit 13.000 Zuschauern ausverkauft sein.

Ex-Weltmeister von 2007 sind zuversichtlich

Die Hamburger Handball-Legende Toto Jansen glaubte bereits im Vorfeld an den Einzug ins Halbfinale. Der frühere Weltklasse-Torwart und Weltmeister von 2007 Henning Fritz geht sogar noch einen Schritt weiter. Er sieht Deutschland als Favoriten und schreibt in seiner Kolumne beim Nachrichtenportal t-online.de: „Wir sind Gruppensieger und spielen vor heimischer Kulisse. Das Publikum in Hamburg ist auf unserer Seite.“ Bei der Heim-WM 2007 schaffte Deutschland zum letzten Mal den Einzug in ein WM-Finale. Beim damaligen Wintermärchen gelang der ganz große Wurf und Deutschland wurde Weltmeister.

Bei einem Sieg würde Deutschland in diesem Jahr auf den Gewinner der Partie zwischen Frankreich und Dänemark treffen. Das Finale findet im dänischen Herning statt. Es könnte also zum Finale der beiden gastgebenden Teams Deutschland und Dänemark kommen. Und das wäre ein Novum in der langen Historie der Handball-Weltmeisterschaft. Bevor es soweit ist, muss heute Abend aber erst einmal die norwegische Mannschaft überwunden werden.

dpa/tek

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Ted Koob, Jahrgang 1991, ist ein Kind Europas: Mit acht Jahren nahm der Luxemburger am Gesangswettbewerb „Zecchino d’Oro“ im italienischen TV teil. Außerdem spricht er luxemburgisch, deutsch, französisch, englisch und italienisch und hat in Belgien Musik studiert. Ted ist nicht nur ein Sprach-, sondern auch ein musikalisches Talent (Geige, Schlagzeug, Klavier). Deswegen arbeitete er nach dem Studium zunächst als Musiklehrer, entdeckte dann aber den Journalismus für sich. Ein zweites Bachelorstudium in Journalistik sowie Praxiserfahrung beim „Luxemburger Tageblatt“, dem ZDF und „11 Freunde“ bestärkten ihn im Berufswunsch. Nach der Arbeit lässt er den Tag gerne auf dem Rasen ausklingen und kickt in einer Hobby-Mannschaft. tek