Die deutsche Mannschaft steht in einer Reihe vor dem Spiel.
Die deutsche Handball-Nationalmannschaft will das zweite Wintermärchen schaffen. Foto: Sven Mandel

Heute startet die Handball-Weltmeisterschaft, die in Deutschland und Dänemark ausgetragen wird. Es ist eine Premiere, dass zwei Länder eine WM hosten. FINK.HAMBURG-Redakteur Ted Koob ist sich sicher: Dieses Jahr gewinnt Deutschland das Turnier.

1. Genie oder Wahnsinn? Beides!

Im Fußball stand der Torhüter Oliver Kahn oft sinnbildlich für die Grenze zwischen Genie und Wahnsinn. Im Handball werden die Torhüter des Öfteren als wahnsinnig eingestuft – wer lässt sich schon gerne aus kürzester Distanz von Bällen mit über 100km/h abschießen? Deutschland hat mit Andreas Wolff und Silvio Heinevetter zwei Torhüter, die vor allem bei Großturnieren glänzen. Sie stacheln sich gegenseitig zu Höchstleistungen an.

2. Große Unterstützung – auch ohne Schnauzer

Wie 2007 wird Deutschland auch in diesem Jahr in Schnauzer-Laune sein. Unvergessen sind die Bilder von vor zwölf Jahren, als sowohl Spieler als auch die Fans ihre Oberlippe mit schwarzen Haaren dekorierten, in Anlehnung an Trainer Heiner Brand. Die Mannschaft wurde Weltmeister. Auch in diesem Jahr feuert das fachkundige Publikum das DHB-Team in den eigenen Hallen an. Da Christian Prokop aber meistens rasiert auftritt, müssen dieses Mal wohl Fahnen als Gadgets ausreichen.

3. Taktisch unberechenbar

Wer sich den WM-Kader anschaut, stellt fest, dass Trainer Christian Prokop nur einen Rechtsaußen nominiert hat. Dafür werden mit Hendrik Pekeler, Jannik Kohlbacher und Patrick Wiencek drei Kreisläufer dabei sein. Viele Experten sehen darin eine Schwäche, aber dank dieser Personalien ist die deutsche Mannschaft taktisch sehr flexibel. Die Gegner können sich darauf kaum einstellen.

4. Der Trainer – vom Buhmann zum Helden

Das Handballjahr 2019 gleicht einer dramatischen Liebesgeschichte. Mittendrin: Nationaltrainer Christian Prokop. Nach dem schlechten Abschneiden bei der Europameisterschaft im vergangenen Jahr stand er, ähnlich wie sein Fußballpendant Jogi Löw, schon vor dem Aus. Prokop erkannte seine Fehler, führte zahlreiche Gespräche mit seinen Spielern und durfte im Amt bleiben. Zudem suchte er Rat bei Weltmeistertrainer Heiner Brand. Der WM-Titel wäre nun das perfekte Happy End.

5. Serie hält

Seit der Jahrtausendwende gab es neun Handballweltmeisterschaften – sechsmal schaffte es die gastgebende Mannschaft ins Finale. Viermal wurde der Gastgeber dann auch Weltmeister – zuletzt gelang dies Frankreich im Jahr 2017. Das Finale „Dänemark gegen Deutschland“ ist also statistisch gesehen wahrscheinlich. Und wie heißt es im Sport: Im Finale ist alles möglich, aber Deutschland ist nervenstark und wird am Ende als Sieger dastehen.

6. Breite Spitze

Einen Top-Favoriten auf den Titel gibt es in diesem Jahr nicht. Frankreich spielt ohne Superstar Nikola Karabatić, die Norweger sind sehr jung und die Dänen könnten dem öffentlichen Druck bei der Heim-WM, wie bereits 1978, nicht standhalten. Mögliche Folge: Deutschland nutzt die Schwächephase der anderen Nationen aus, wird sich im Laufe des Turniers steigern und dank der mannschaftlichen Geschlossenheit die Trophäe in den Händen halten.

7. Wie von einem anderen Stern

Stan, das Maskottchen der diesjährigen WM, kommt von einem anderen Planeten namens GD19. Deutschlands bekanntester Astronaut Alexander Gerst ist gerade erst von seinem letzten Einsatz im Weltraum zurückgekehrt. Wenn wir Glück haben, hat er vorher ein paar Tipps von Stan bekommen, wie die deutsche Mannschaft Leistungen von einem anderen Stern „auf die Platte bringt“, wie man im Handball so schön sagt.

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Ted Koob, Jahrgang 1991, ist ein Kind Europas: Mit acht Jahren nahm der Luxemburger am Gesangswettbewerb „Zecchino d’Oro“ im italienischen TV teil. Außerdem spricht er luxemburgisch, deutsch, französisch, englisch und italienisch und hat in Belgien Musik studiert. Ted ist nicht nur ein Sprach-, sondern auch ein musikalisches Talent (Geige, Schlagzeug, Klavier). Deswegen arbeitete er nach dem Studium zunächst als Musiklehrer, entdeckte dann aber den Journalismus für sich. Ein zweites Bachelorstudium in Journalistik sowie Praxiserfahrung beim „Luxemburger Tageblatt“, dem ZDF und „11 Freunde“ bestärkten ihn im Berufswunsch. Nach der Arbeit lässt er den Tag gerne auf dem Rasen ausklingen und kickt in einer Hobby-Mannschaft. tek