Die Stoppuhr hat ausgedient. Exakte Zeitmessung wird beim Marathon heute von kleinen Chips und Bodenmatten übernommen.

Am Sonntag findet der 34. Haspa Marathon statt. Das Event lockt jährlich Hunderttausende Schaulustige in die Hamburger Innenstadt, 2018 standen 700.000 Zuschauer*innen an der Strecke. Für den Marathon 2019 haben sich rund 25.000 Läufer*innen angemeldet. Um 8:30 Uhr startet der Halbmarathon bei den Kirchhöfen. Eine Stunde später beginnt im Karolinenviertel der 42-Kilometer-Lauf.

Viele Hobby- und Profi-Läufer*innen nutzen in der Vorbereitung Fitness-Apps, um ihre sportliche Leistung zu verfolgen und zu verbessern. Auch bei dem Haspa Marathon selbst spielt Digitalisierung eine große Rolle. Hier kommt der ChampionChip zum Einsatz. Dieser ermöglicht die Messung unterschiedlicher Kennzahlen: beispielsweise der Gesamtdauer, Durchschnittsgeschwindigkeit oder das Live-Tracking.

Funktionsweise des ChampionChips

Bei Lauf-, Rad- und Triathlonveranstaltungen werden häufig sogenannte Zeitmesstransponder eingesetzt. Das sind kleine Chips, die Läufer*innen an ihren Schuhen befestigen. Sie funktionieren ohne Strom, sind wasserdicht und wiederverwendbar.

Ein Läufer beim Marathon. In die Schnürsenkel seines rechten Laufschuhs ist der ChampionChip eingebunden.
Der ChampionChip beim Haspa Marathon. Foto: Hochzwei

Jeder Chip besitzt eine individuelle Kennung, die mit der Startnummer der Läufer*in verknüpft wird. So können die persönliche Zeiten vieler tausend Läufer*innen gleichzeitig erhoben werden. Dafür liegen in regelmäßigen Abständen spezielle Matten auf der Marathonstrecke. Sobald Läufer*innen diese betreten, wird der Chip an ihren Schuhen aktiviert. Die Matte übermittelt die Daten an das Zeiterfassungssystem in Echtzeit.

Das bringt viele Vorteile, denn beim Haspa Marathon laufen tausende Teilnehmer*innen gleichzeitig. Der ChampionChip fängt erst dann an zu messen, wenn die Startlinie überquert wird. Somit hat niemand einen zeitlichen Vorteil. Veranstalter*innen, Teilnehmer*innen und Zuschauer*innen können die Werte der jeweiligen Streckenabschnitte genau nachvollziehen. „Wir hatten in der Vergangenheit auch schon Läufer*innen, die die Strecke vorher kannten und dann Abkürzungen gelaufen sind“, sagt Reinald Achilles von der Marathon Hamburg Veranstaltungs GmbH. „Dies wird durch die Technologie ausgeschlossen.“

Live-Tracking für Zuschauer*innen

Besucher*innen des Marathons können einzelne Läufer*innen live auf der Haspa Website und in der App verfolgen, sofern diese im Vorfeld dem Live-Tracking zugestimmt haben. „Ehrlich gesagt wusste ich nicht, dass es diese Funktion gibt. Aber jetzt werde ich es meinen Bekannten sagen, damit sie mich auf der Strecke einfacher finden“, sagt Florian Koch, der am Sonntag zum zweiten Mal den Halbmarathon läuft. Die Daten bieten den Teilnehmer*innen auch nach dem Marathon einen Mehrwert. „Sie zeigen mir, auf welchen Streckenabschnitten ich mich noch weiter verbessern kann“, sagt Koch.

Marathonläufer auf einer Alsterbrücke, im Hintergrund Alsterfontäne und Rathaus
Marathon-Teilnehmer auf der Lombarsbrücke. Foto: Haspa Marathon Hamburg

Beim Haspa Marathon ist die Nutzung eines ChampionChips für alle Teilnehmer*innen verpflichtend. Sie können ihn entweder für eine Gebühr von 6,50 Euro leihen und nach dem Marathon zurückgeben oder einen eigenen Chip verwenden. Dieser kann für 25 Euro gekauft werden.

Titelfoto: Haspa Marathon Hamburg

Vorheriger ArtikelGrün, grün, grün ist alles was ich hab
Nächster ArtikelQuiz: Bauernregeln bringen Wettersegen!
Daniel Grodzki, Jahrgang 1994, lernte bereits früh, sich auf mehr als nur sein Augenlicht zu verlassen: Er hat eine degenerative Erkrankung namens Retinitis pigmentosa. So entwickelte er schnell eine Affinität für Audiovisuelles und Technik. Selbst wenn in seinem Bekanntenkreis jemand einen neuen Kühlschrank braucht, lässt er sich von Daniel beraten. Mit Gitarren, diversen weiteren Instrumenten und seiner Stimme macht er Musik, die er im Wohnzimmerstudio selbst aufnimmt und produziert. Seit 2015 kommt die Aufnahmetechnik auch fürs Podcasten zum Einsatz: In “#Reallife” spricht Daniel mit seinem Schulfreund Flo über die Belanglosigkeiten des Alltags, die Karriere als Mikro-Influencer ist in vollem Gang. An der Uni Hamburg studierte er Medien- und Kommunikationswissenschaften, seinen ursprünglichen Berufswunsch “Pokémon-Meister” hat er mittlerweile aufgegeben. Kürzel: dag
Reiterhof, Tech-Konzern, Streetfood-Märkte – Nina Maurer , Jahrgang 1994, treibt die Neugier. Als Kind fand sie ihr Glück auf dem Rücken der Pferde. Reitlehrerin wurde sie aber nicht: Nach einem Freiwilligen Sozialen Jahr in einer Schule für Kinder mit Behinderung studierte sie Ökotrophologie in Hamburg. Ihre Begeisterung für Essen und Kommunikation vereinte sie als Werkstudentin und Volontärin in einer PR-Agentur. Für Food-Marken durchforstete sie sämtliche Blogs Deutschlands. Seit 2018 arbeitet sie in der Unternehmenskommunikation des Tech-Konzerns NXP. Wenn sich Nina nicht gerade mit künstlicher Intelligenz beschäftigt, stöbert sie in der Hamburger Gastro-Szene nach rohem Fisch und Kurzkornreis. Auch zu Hause experimentiert sie gerne: ob Sushi, Curry oder Kürbissuppe – Hauptsache viel Ingwer. Kürzel: nim
Justus Beyer, Jahrgang 1993, macht aus Scheiße Geld. Als Mitbegründer der Firma Horse Powered versorgt er Kleingärtner und Floristen mit Naturdünger-Pellets. Mit einem Jahr saß er das erste Mal auf einem Pferd, Landei ist er trotzdem nicht. Für das Studium der Medien- und Kommunikationswissenschaften zog es ihn vom Dortmunder Familienhof nach Hamburg. Dort analysierte er als Werkstudent bei dem Werberiesen Jung von Matt Zielgruppen und Wettbewerber namhafter Kunden. Unternehmen wie BMW, Montblanc und Ricola bereiteten ihm schlaflose Nächte. Bei Xing fand er dann sein persönliches Silicon Valley: Massagen im Büro, Geburtstagskonfetti und persönliche Weihnachtsgrüße vom CEO. Als Curation Manager fütterte Justus den Algorithmus und vernetzte Menschen mit gleichen beruflichen Interessen. Seine Konstante im Leben: Espresso. Kürzel: jub