Hamburger Dom: Im Sommer bald eine Woche länger?

Volksfest

Eingang des Hamburger Doms auf dem Heiligengeistfeld
Schmalzgebäck, Liebesäpfel, Autoscooter: Die Hamburgische Bürgerschaft berät über eine Verlängerung des Hamburger Doms im Sommer Foto: Sandra Jütte

Der Hamburger Sommerdom könnte bald fünf statt vier Wochen dauern. Die Hamburgische Bürgerschaft entscheidet am Donnerstag über einen Antrag der CDU-Fraktion. Derweil endet der Frühlingsdom mit einem Besucherplus.

Eine Woche länger Zuckerwatte und Fahrspaß: Der Hamburger Sommerdom soll, wenn es nach den beiden großen Schaustellerverbänden der Stadt und der CDU-Fraktion geht, um eine Woche verlängert werden. CDU-Wirtschaftsexperte David Erkalp hatte mit anderen Parteimitgliedern einen entsprechenden Bürgerschaftsantrag eingereicht. Über diesen wird bereits am kommenden Donnerstag in der Hamburgischen Bürgerschaft entschieden. Fällt die Entscheidung positiv aus, muss die Hamburger Verwaltung die Idee prüfen.

Der Wunsch sei vonseiten der Schausteller gekommen, erklärt David Erkalp auf Nachfrage von FINK.HAMBURG. Eine Verlängerung sei aber für alle Seiten „eine Win-Win-Situation“. Nicht nur die Schausteller und Zulieferer würden von Mehreinnahmen profitieren, auch die Stadt könnte mit einem höheren Erlös aus Standgebühren und Steuern rechnen. Ob sich das mit den zusätzlichen Kosten rechne, müsse natürlich noch geprüft werden, so Erkalp.

Diskussion um Verlängerung des Sommerdoms nicht neu

Bereits im September 2017 hatten der Schaustellerverband Hamburg von 1884 und der Landesverband des Ambulanten Gewerbes und der Schausteller die Hamburger Wirtschaftsbehörde um eine Verlängerung des Sommerdoms 2018 gebeten. Mit Verweis unter anderem auf die seit 2012 andauernde Sanierung des Heiligengeistfeldes, die nur in den Dompausen möglich ist, sei das Anliegen von der Behörde abgelehnt worden, heißt es in dem Antrag der CDU-Fraktion. David Erkalp spricht sich deshalb für einen Testlauf im Sommer 2022 oder 2023 aus. „Wir wollen die Verwaltung auch nicht drängen. Aber wenn die Baumaßnahmen beendet sind, sollte überprüft werden, ob eine Verlängerung nicht sinnvoll ist“, sagt der CDU-Politiker. Schließlich sei die Veranstaltung ein Highlight in Hamburg, für Touristen wie für die Einwohner.

Ein weitere Grund für die Ablehnung durch die Behörde ist die Lärmbelästigung für Anwohner. Für David Erkalp ebenfalls kein überzeugendes Argument. Die Schaustellerverbände hätten ihr Anliegen bereits dem Bürgerverein St. Pauli und der Interessensgemeinschaft St. Pauli vorgetragen. Diese hätten sich positiv zu der Idee geäußert, berichtet er. „Natürlich können wir nicht mit jedem einzelnen Bürger sprechen“, so der Politiker. Kerstin Kaiser, Mitinhaberin des Imbisses Wurst Paul auf dem Hamburger Dom, sieht in der Verlängerung einen weiteren Vorteil für die Einwohner: „Oft fällt der Sommerdom mit den Ferien zusammen und viele Hamburger sind dann im Urlaub. Wäre er länger, könnten mehr kommen.“

David Erkalp rechnet für Donnerstag mit einem positiven Ergebnis, da der Wunsch der Schausteller allen Parteien bekannt sei. Der wirtschaftspolitische Sprecher der Hamburger SPD-Fraktion, Hansjörg Schmidt, wünscht sich dagegen zunächst eine Prüfung durch den Wirtschaftsausschuss. „Der Sommerdom findet parallel zu einer Vielzahl anderer erfolgreicher und umsatzstarker Volksfeste in Deutschland statt, deshalb muss man sich die Gesamtsituation genauer anschauen“, so Schmidt.

Frühlingsdom: Besucherplus im Vergleich zum Vorjahr

Dass der Hamburger Dom für viele eine Attraktion ist, belegen auch die Zahlen: Rund 2,5 Millionen Menschen besuchten den diesjährigen Frühlingsdom, meldete die zuständige Presseagentur Comtent am Ostersonntag. Im vergangenen Jahr waren es geschätzte 1,9 Millionen Besucher gewesen. „Die Schausteller sind happy und das Wetter war optimal“, so Frank Ehrlich, Geschäftsführer von Comtent. Bis auf den Brand eines Toilettenwagens außerhalb der Öffnungszeiten sei auch alles ohne Probleme gelaufen.

sju

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Sandra Jütte, Jahrgang 1985, hat schon beim Imperium gearbeitet. Aber keine Sorge: In diesem Fall ist das eine Schauspielagentur in Berlin. Für ihr Studium der Wirtschaftskommunikation zog sie von Niedersachsen in die Bundeshauptstadt, bevor sie für ein Reisemagazin die Straßen Kapstadts erkundete. Dem Lokaljournalismus blieb sie während ihres Volontariats bei der "Märkischen Oderzeitung" in Brandenburg treu. Die Themen waren dort sogar spannender: Sandra schrieb unter anderem über einen entführten Dackel, den Sexshop im 5000-Seelen-Dorf und dreifachen Mord. In ihrer Zukunft sieht sie sich im Online- oder Fernsehjournalismus, denn sie will mehr als nur Print. Schokolade zum Beispiel. Kürzel: sju