Der Künstler Michel Abdollahi hatte eine Idee: Ein überdimensionaler Schwamm mitten in Hamburg. Als Symbol für Toleranz soll er alles Negative aufsaugen. Nach einem Tag war er völlig zerfetzt und hinterlässt eine Frage. 

Was genau hat Hamburg gegen gelbe Schwämme? Nicht mal eine Nacht hat die Installation „Der Schwamm“ des Hamburger Künstlers Michel Abdollahi an der Binnenalster unversehrt überstanden. Eigentlich sollte der zwei mal vier Meter große Schwamm symbolisch allen Hass und alles Negative aufsaugen – eine Idee zum 70. Jahrestag des Grundgesetzes.

Genau diese Symbolik ist dem Schaumstoffkonstrukt zum Verhängnis geworden. So hat er durchaus jenes „Negative“ angezogen, die Idee allerdings vollends ins Gegenteil verkehrt: Über Nacht haben Vandalen den Schwamm zerfetzt. Mittlerweile stehen die zerrupften Überbleibsel in Winterhude auf Kampnagel, haben eher was von einem Stück Emmentaler und folglich einiges an Symbolkraft einbüßen müssen.

„Ich hoffe, der Schwamm wird zu zahlreichen Diskussionen anregen“, hatte Abdollahi im Vorhinein gemeint. So gesagt, so geschehen. In diesem Sinne hat die Zerstörung sogar einen positiven Effekt: Tatsächlich wird über Kunst- und Meinungsfreiheit gesprochen. Erst ein Kunstwerk zerstören zu müssen, damit diskutiert wird, ist aber Käse!

Die Verwüstung des Kunstwerkes ist kein Einzelfall: Bereits 2016 stand der gelbe Schaumstoffschwamm in Hamburg, damals in der HafenCity. Geschlagene vier Wochen hielt er stand. Dann hat ihn jemand abgefackelt. Also nochmal die Frage: Was genau hat Hamburg gegen gelbe Schwämme?

Blickt man auf die Farbsymbolik, lässt sich ein Ansatz finden. Eigentlich steht die Farbe gelb nämlich für Neid, Verrat und Feigheit. Vielleicht ist das aber auch etwas weit hergeholt. Einen Schwamm kann man eben nicht mit Worten ausdrücken.

Titelfoto: Felix König/dpa

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Harald Schmidt hat 1995 gesagt, dass Kinder nur noch Max, Paul oder Leonard heißen. „Namen wie blank geputzte Holztische“. Zu diesem Zeitpunkt war Max Paul Leonard Nölke seit zwei Monaten auf der Welt. Der Dortmunder Knirps teilt mit seinen Namensvettern Hobbys wie Fußball, Musik hören und Freunde treffen. Soweit, so blank geputzt. Markanter ist Max‘ Schreibe. Der herbe Ruhrpott-Schlag gepaart mit seinem Feingefühl brachten ihn in die Redaktionen der Dortmunder “Ruhr Nachrichten” und der Berliner “taz”. In Marburg hat er Sprache und Kommunikation studiert, kann auf Italienisch einen Ramazzotti bestellen und auf Niederländisch eine Frikandel Speciaal. Am liebsten sind ihm aber die Kohlrouladen von Mama. Irgendwann will er mal mit Olli Schulz ein Fischbrötchen verspeisen. Der ist sowieso lustiger als Harald Schmidt. Kürzel: max