Nach einer Bauzeit von neun Jahren und Kosten in dreistelliger Millionenhöhe ist  der neue Elb-Boulevard am Baumwall endlich eröffnet. Er soll nicht nur einen verbesserten Schutz vor Sturmfluten bieten, sondern als Promenade auch zum Spazieren einladen.

Rechtzeitig zum Hamburger Hafengeburtstag ist am vergangenen Freitag der Elb-Boulevard zwischen Baumwall und Landungsbrücken eröffnet worden. Die Fertigstellung des Projektes dauerte insgesamt neun Jahre und kostete 136 Millionen Euro. Die 1.275 Meter lange Promenade lädt mit einem hellen, weitläufigen Design zum Spazieren und Flanieren ein. Gleichzeitig soll der Bau einen verbesserten Schutz vor Sturmfluten bieten: Der Elb-Boulevard hat eine Höhe von 8,90 Meter über Normalhöhennull. Damit ist er ein deutliches Stück höher als die bisherigen 7,20 Meter.

Der Entwurf für das Millionenprojekt stammt von der international renommierten Architektin Zaha Hadid des gleichnamigen Londoner Architekturbüros. Hadid selbst konnte die Fertigstellung der Promenade nicht mehr miterleben, sie ist 2016 verstorben. Zu Beginn des Projekts hatte sie für den Entwurf die Goldmedaille bei der Hamburger Architektur-Olympiade erhalten.

Kritik an der langen Bauzeit

Seit 2011 läuft das Projekt an der Elbe. Immer wieder wurden die lange Bauzeit sowie die Einschränkungen für den Straßenverkehr durch Fahrbahnverengungen kritisiert. Die Bauzeit erkläre sich nach Angaben des Projektleiters Olaf Müller aus den komplizierten Voraussetzungen an der Elbe: Oft konnten die Arbeiter nur bei Niedrigwasser arbeiten, Bauverfahren mussten im Voraus entwickelt und entsprechende Bauteile maßanfertigt werden. Insgesamt 20 Ingenieurbüros und 13 Baufirmen hätten an dem Umbau mitgewirkt. Müller zieht trotzdem ein positives Fazit: „Es war eine Meisterleistung aller Beteiligten.“

Die Kosten von 136 Millionen Euro flossen neben dem Bau der Promenade in ein neues Restaurant und eine Tiefgarage unter dem Boulevard. 32.400 Kubikmeter Stahlbeton für die Treppen, 17.700 Quadratmeter Basaltstein für die Verkleidung, 3.840 Tonnen Material für Spundwände: Die Ausmaße des Projekts sind gigantisch. Nahezu die gesamte Anlage ist nun der Öffentlichkeit zugänglich. Lediglich die Tiefgarage wird erst zum Ende des Jahres fertiggestellt.

Blick von der Elbe auf den neuen Elb-Boulevard und den Michel im Hintergrund
Der neue Elb-Boulevard verbindet die Landungsbrücken mit der Elbphilharmonie, Foto: Senatskanzlei Hamburg

„Sie sind jetzt sehr viel sicherer“

Laut Umweltsenator Jens Kerstan leben in Hamburg 325.000 Menschen in Bereichen, die von Sturmfluten gefährdet sind. Der neue Elb-Boulevard soll gegen solche Gefahren schützen: „Die Menschen sind jetzt sehr viel sicherer“, sagt Kerstan. Mit seinen 8,90 Meter über Normalhöhennull soll der Wall für die nächsten 100 Jahre halten. Zum Vergleich: Der Wasserpegel der bislang höchsten Sturmflut in Hamburg lag 1976 bei 6,45 Metern. Die neue Konstruktion der Promenade soll von der Straße durch die Stufen besser erreichbar sein.

Die neue Elb-Promenade ist Teil des Bauprogramms Hochwasserschutz des Landesbetriebs Straßen, Brücken und Gewässer (LSGB). Das Ausmaß der Deicherhöhung erstreckt sich dabei auf mehr als 100 Kilometer an der Elbe. Sowohl der Klimawandel als auch eine nächste Elbvertiefung spielen bei den Planungen eine Rolle. Ausgelegt ist dieses Projekt auf 20 Jahre, ein Teil der veranschlagten 550 Millionen Euro an Kosten floss nun in den Elb-Boulevard.

lud/dpa

Titelfoto: Senatskanzlei Hamburg

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Lukas Dose, 1995 in Plön geboren und dort aufgewachsen, ist Nordlicht durch und durch. Auch ein kurzes Intermezzo in Salzgitter für seinen Bachelor in Medienmanagement konnte das nicht ändern – Hamburg sollte es sein. Bei einem Praktikum in der Social-Media-Agentur Elbkind rückte er unter anderem Müsliriegel für Fotoshootings ins rechte Licht. Mit seinen knapp zwei Metern ist er der Größte im FINK-Newsroom. Die geringe Beinfreiheit im Flugzeug hält ihn aber nicht davon ab, die Welt zu entdecken: Die Vereinigten Arabischen Emirate, USA und Skandinavien hat er unter anderem schon bereist. In Schweden faszinierte ihn die fortgeschrittene Digitalisierung. Bargeldloses Bezahlen, schnelles Internet, Wlan überall – gute Argumente, um nach dem Master vielleicht noch weiter in den Norden zu ziehen. Kürzel: lud