2020 wird für Hamburg wieder ein Baustellen-Jahr: Sowohl im Straßenverkehr als auch bei U- und S-Bahn kommt es zu Einschränkungen. Wo ihr länger warten müsst und welche Alternativen es gibt, lest ihr hier.

Hamburg ist die Stau-Hauptstadt Deutschlands. Das ergab ein bundesweites Ranking im Januar. Durchschnittlich 131 Stunden standen die Hamburger*innen 2019 im Stau. Auch für das Jahr 2020 sind bereits Baustellen und Verkehrsbehinderungen angekündigt. FINK.HAMBURG hat eine Auswahl der wichtigsten Baustellen in drei Kategorien zusammengetragen: StraßenverkehrU-Bahnen und S-Bahnen.

Auf der Webseite des offiziellen Stadtportals von Hamburg ist außerdem eine Karte verfügbar, die aktuelle Baustellen und Verkehrseinschränkungen der kommenden sieben Tage anzeigt.

Baustellen im Straßenverkehr

Umgestaltung des Steindamms: 

Für eine verbesserte Verkehrs- und Aufenthaltsqualität gestaltet der Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) ab Frühjahr 2020 bis Ende des Jahres den Steindamm um. Die Straße soll künftig einen Allee-Charakter mit drei Baumreihen haben.

Der Verkehr soll mit je zwei Fahrbahnen auf der linken und rechten Seite entlang einer neuen Mittelbaumreihe geleitet werden. Der Radverkehr wird auf Radstreifen geführt, die neben der Fahrbahn liegen. Lieferzonen werden dabei den Parkplätzen vorgelagert, um den nicht Radverkehr zu blockieren.

Umbau der Esplanade:

Die Esplanade auf dem Ring 1 sowie Teile des Gorch-Fock-Walls und des Dammtordamms sollen instandgesetzt werden. Außerdem sollen beide Bereiche der aktuellen Verkehrssituation auf dem Ring 1 entsprechend umgebaut werden. Die Planungen begannen bereits 2016 und befinden sich in den finalen Zügen. Vorbereitende Leitungsarbeiten starten möglicherweise bereits 2020. Der Straßenbau soll 2021 umgesetzt werden.

Der LSBG will beim Umbau auf die Verkehrssicherheit und eine ausreichende Leistungsfähigkeit der Esplanade achten. Normgerechte Radverkehrsanlagen auf beiden Seiten sollen hergestellt werden und die zwingend notwendigen Anlieferungszonen erhalten bleiben. Der Stephansplatz soll weiterhin für die Erreichbarkeit der Innenstadt mit Bussen dienen.

Umbau Ehestorfer Heuweg: 

Bis voraussichtlich Frühjahr 2020 bleibt der Ehestorfer Heuweg zwischen der niedersächsischen Landesgrenze und der Straße Wulmsberg vollgesperrt. Durch eine sogenannte Tagesöffnung am 11. September 2019 ist ein erhöhter CO2-Wert festgestellt worden. Ein deutlicher Hinweis auf einen Durchbruch zu einem alten Bergwerksstollen. Daher mussten die Arbeiten im Umfeld vorerst eingestellt werden.

Seit Januar 2020 sollten die Hohlräume im Rahmen einer Rammsondierung mit einem Spezialgemisch gefüllt werden. Dadurch bleibt der Bereich für den Autoverkehr gesperrt. Voraussichtlich ab dem Frühjahr 2020 sollen die ursprünglichen Bauarbeiten an den Geh- und Radwegen sowie an der Fahrbahn und den Entwässerungseinrichtungen weitergeführt werden.

Ob die Arbeiten bis zum Frühjahr abgeschlossen werden können und wie lange die Fahrbahn für die ursprünglichen Arbeiten ab dem Frühjahr gesperrt wird, steht bisher noch nicht fest.

Umbau der Veloroute 13, Gertigstraße:

Für das dritte Quartal 2020 ist der Ausbau der Veloroute 13 im Abschnitt Gertigstraße geplant. Die Qualität der Fahrradwege ist unzureichend, der für eine Veloroute erforderliche Standard soll hergestellt werden. Der LSBG plant eine Fahrradstraße in einer für den Autoverkehr auf 30 km/h reduzierten Zone. Weitere Schritte in der Planung stehen noch aus.

Sanierung der Elbchaussee:

Für das Ende dieses Jahres ist der Beginn einer Erneuerung des Straßenraums der Elbchaussee sowie der Trinkwasserleitung, die unter der Straße liegt, vorgesehen. Die Belastung für die Anlieger und Nutzer*innen der Elbchaussee soll so gering wie möglich gehalten werden.

Der erste Bauabschnitt im Bereich der Manteuffelstraße bis zur Parkstraße soll Ende 2020 beginnen und dauert voraussichtlich mindestens zwei Jahre. Der zweite Bauabschnitt von der Parkstraße bis zur Palmaille soll voraussichtlich ab 2024 beginnen und ebenfalls mindestens zwei Jahre dauern.

Lärmschutz an der A23:

Seit dem vergangenen Jahr laufen Baumaßnahmen an den Lärmschutzwänden der A23. Zusätzlich soll durch den Einbau von lärmminderndem Asphalt auf der gesamten Strecke der A23 westlich des Autobahndreiecks HH-Nordwest bis zur Landesgrenze Schleswig-Holstein der Lärmschutz vollendet werden.

Der Baubeginn ist für 2020/2021 angesetzt, ein genauer Zeitraum steht bisher noch nicht fest. Aufgrund der Sanierung des Asphalts rechnen die Behörden mit erheblichen Verkehrseinschränkungen. Die Bauarbeiten müssen daher mit dem Baufortschritt auf der A7 abgestimmt werden.

Sanierung der Hohenfelder Bucht:

Ab März 2020 startet eine umfangreiche und komplexe Sanierung der Hohenfelder Bucht. Der gesamte Bereich zwischen der Barcastraße, dem Alsterufer, der Buchtstraße und der Sechslingspforte ist von den Maßnahmen betroffen. Hierfür wird neben dem Ersatzneubau zweier Brücken zusätzlich eine neue Geh- und Radwegbrücke gebaut. Dadurch soll der Verkehr in der Bucht- und der Barcastraße entlastet werden. Der Fußgängertunnel parallel zur Barcastraße unter der Sechslingspforte wird ebenfalls neu gebaut.

Strom- und Telekommunikationsversorger führen bereits seit Herbst 2019 erste Leitungsarbeiten durch. Die umfangreichen Baumaßnahmen starten im März und sollen bis zu fünf Jahre andauern. Durch die Arbeiten soll der Zugang zur Alster attraktiver werden.

U-Bahn

In diesem Jahr nimmt die Hochbahn an einigen U-Bahn-Haltestellen einen barrierefreien Ausbau vor. Es fehlen nur noch wenige Stationen, bis das ganze Netz der Hamburger U-Bahn für alle Menschen einfacher und komfortabler zu nutzen ist. 79 von 92 Stationen sind bereits barrierefrei. Bei allen neu zu bauenden Haltestellen wird von Anfang an darauf geachtet, dass diese auch von Personen mit Kinderwägen sowie älteren Menschen und Fahrgästen mit Behinderungen gut zu erreichen sind.

Haltestellen Rathaus und Steinstraße:

Hier beginnt der barrierefreie Ausbau im März 2020. Bis Frühjahr 2021 (Steinstraße) bzw. bis Frühjahr 2022 (Rathaus) soll alles fertig gestellt werden.

Haltestelle Jungfernstieg und Mönckebergstraße:

Vom 3. Februar bis Frühjahr 2021 wird die U-Bahn-Station Jungfernstieg barrierefrei ausgebaut und ab Sommer 2020 beginnen die Bauarbeiten an der Haltestelle Mönckebergstraße. Diese werden voraussichtlich im Sommer 2022 abgeschlossen sein. Damit wären auch die viel genutzten innerstädtischen Haltestellen bald barrierefrei.

Hochbahn barrierefrei Ausbau Innenstadt
Diese U-Bahn-Stationen werden barrierefrei gemacht. Foto: Hochbahn
Haltestellen Straßburger Straße, Fuhlsbüttel Nord und Klein Borstel:

Die Hochbahn erwartet, dass der barrierefreie Ausbau der U-Bahn-Haltestellen Straßburger Straße, Fuhlsbüttel Nord und Klein Borstel bis zum Sommer 2020 fertiggestellt sein wird. Aktuell sind 85 Prozent der U-Bahn-Haltestelle barrierefrei.

Haltestelle Baumwall:
Im Februar 2020 werden zudem die Aufzüge an der U3-Haltestelle Baumwall instand gesetzt. Ab Montag, den 10. Februar, wird der Aufzug am wasserseitigen Gleis in Richtung Hauptbahnhof Süd außer Betrieb genommen. Eine Woche später, ab dem 17. Februar, werden dann beide Aufzüge außer Betrieb sein. Das heißt, dass die Haltestelle Baumwall bis zur Fertigstellung im Spätsommer 2020 nicht barrierefrei ist.
Streckensperrung zwischen Stephansplatz und Hauptbahnhof Süd:

Nach aktuellem Stand gibt es laut der Hochbahn in diesem Jahr nur eine längere Streckensperrung: Von Montag, dem 8. Juni, bis Donnerstag, den 13. August, wird die Strecke der U1 zwischen den Haltestellen Stephansplatz und Hauptbahnhof Süd aufgrund des barrierefreien Ausbaus gesperrt sein.

Auf Nachfrage von FINK.HAMBURG kündigt die Hochbahn an, dass es beim barrierefreien Ausbau der anderen Stationen zu keinen längeren Einschränkungen für die Fahrgäste kommen werde. Es komme lediglich zu Wochenendsperrungen.

S-Bahn

Insgesamt 1,1 Milliarden Euro will die Deutsche Bahn im Norden Deutschlands in diesem Jahr investieren: vor allem für „Schienennetz, Bahnhöfe und Energieanlagen“. Die hohen Investitionen bedeuten aber auch viele neue Baustellen. Auch in Hamburg wird auf und neben den Schienen gebaut. Für Fahrgäste der S-Bahn bedeutet das: Umleitungen und umsteigen.

Arbeiten an den Brücken über den Bullerdeich, den Billhorner Deich und die Bille:

In den Märzferien fahren im Zeitraum vom 29. Februar bis zum 15. März zwischen Berliner Tor und Tiefstack nur Busse statt S-Bahnen. Die S21 soll zwischen Elbgaustraße und Berliner Tor sowie Tiefstack und Aumühle verkehren. Die S2 soll im genannten Zeitraum ausfallen.

Die Bahn plant, die drei Brücken auch in den Sommerferien zu modernisieren. Der geplante Zeitraum beläuft sich auf den 25. Juni bis zum 17. Juli. Die Abweichungen sollen gleich bleiben: Zwischen Berliner Tor und Tiefstack fahren dann Busse statt Bahnen. Die S21 fährt zwischen Elbgaustraße und Berliner Tor sowie Tiefstack und Aumühle, die S2 fällt aus.

Neue Gleise zwischen Buxtehude und Neugraben: 

Ebenfalls in den Sommerferien, im Zeitraum vom 18. bis zum 31. Juli, sollen die Züge der S3 aufgrund von Baustellen zwischen Buxtehude und Neugraben nur im 30-Minuten-Takt verkehren.

Eine Übersicht über kleinere Fahrplanänderungen und Baustellen bietet die Deutsche Bahn hier.

 

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Lukas Dose, 1995 in Plön geboren und dort aufgewachsen, ist Nordlicht durch und durch. Auch ein kurzes Intermezzo in Salzgitter für seinen Bachelor in Medienmanagement konnte das nicht ändern – Hamburg sollte es sein. Bei einem Praktikum in der Social-Media-Agentur Elbkind rückte er unter anderem Müsliriegel für Fotoshootings ins rechte Licht. Mit seinen knapp zwei Metern ist er der Größte im FINK-Newsroom. Die geringe Beinfreiheit im Flugzeug hält ihn aber nicht davon ab, die Welt zu entdecken: Die Vereinigten Arabischen Emirate, USA und Skandinavien hat er unter anderem schon bereist. In Schweden faszinierte ihn die fortgeschrittene Digitalisierung. Bargeldloses Bezahlen, schnelles Internet, Wlan überall – gute Argumente, um nach dem Master vielleicht noch weiter in den Norden zu ziehen. Kürzel: lud
Lisa Sophie Kropp, Jahrgang 1994, braucht zum Feierabend kein Bier, sondern ein Stück Käse. Für ihren Bachelor in Inklusiver Pädagogik pendelte sie drei Jahre lang von Hamburg nach Bremen und kann seitdem in jeder Bahn schlafen. Nach dem Studium lernte sie in Australien Wein herzustellen, schlürfte Pho in Vietnam und ergriff auch in Thailand Pad Thai für gutes Essen. Zurück in Hamburg stieg sie konsequenterweise als freie Mitarbeiterin des Magazins „Food and Travel“ ins Berufsleben ein. Für das „Hamburger Abendblatt“ schrieb sie über die besten Grillplätze und das Kulturprogramm Harburgs. Neben den Deichtorhallen und dem Deutschen Schauspielhaus findet man Lisa häufig im Abaton. Sie liebt deutsche Filme – aber nicht Matthias Schweighöfer. Der ist ihr zu cheesy. Kürzel: lis
Isabel Surges, Jahrgang 1994, ist bilingual aufgewachsen. Von ihrem Vater hat sie nicht nur die spanische Sprache gelernt, sondern auch ihren venezolanischen Zweitnamen bekommen: Yahaira. In Venezuela war sie zwar noch nicht, dafür allerdings mit dem Rucksack in Australien und für ein Semester in Málaga. Einen Kulturschock erlebte die gebürtige Düsseldorferin aber erst durch ihren Umzug nach Köln. Dort studierte sie Medienkulturwissenschaften sowie Germanistik und experimentierte mit neuen Formatideen im Innovationslabor der Filmproduktionsfirma Ufa. Auf deren Partys spielte sie unter anderem mit Joe Gerner Tischtennis. Als Community Managerin in den Kommentarspalten des WDR lernte sie auch die raueren Seiten des digitalen Diskurses kennen. Zuletzt schrieb sie für die Kulturredaktion der Deutschen Welle – oder wie Yahaira sagen würde: La ola alemana. Kürzel: isu
Max Schulte, Jahrgang 1993, steht auf komplexe Zusammenhänge. Seine Lieblingsserie ist “Mad Men” - trotzdem gendert er seine Texte und raucht nicht. Bei einem Besuch in Bologna entdeckte der gebürtige Hammer seine Vorliebe für ungewöhnliche Arrangements, als er die Eiscremesorten Erdnuss-Karamell mit Pistazie kombinierte. Dieser Neigung blieb er bei seinem Bachelor treu und studierte Journalismus und Unternehmenskommunikation in Köln. Nebenbei arbeitete er in der PR-Abteilung des psychologischen Marktforschungsinstituts Rheingold und pendelte für ein Praktikum bei der Deutschen Post DHL Group nach Bonn. Dort brachte er ITlerinnen und ITlern das Kommunizieren bei. Das Studium der Digitalen Kommunikation an der HAW Hamburg ist da doch nur logische Konsequenz. Kürzel: mas

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