Was passiert, wenn Autos Teile der Innenstadt nicht mehr befahren dürfen? Zuletzt wurde das in Ottensen und am Hamburger Rathaus getestet. Eine Umfrage gibt nun Aufschluss darüber, was die Hamburger*innen wirklich denken.

Beim Versuch, die Lebensqualität in Innenstädten zu vergrößern, wird auch immer wieder darüber diskutiert, sie für Autos zu sperren. Im Stadtteil Ottensen läuft seit September eine entsprechende Testphase, die noch bis Ende Februar andauern soll. Einen ähnlichen Test gab es in der Nähe des Rathauses in der Kleinen Johannisstraße von August bis Oktober des vergangenen Jahres.

Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap im Auftrag des NDR gibt nun Aufschluss darüber, ob die autofreien Zonen bei den Hamburger*innen gut ankommen. Das Ergebnis ist deutlich: Für 67 Prozent der Befragten gehen die Maßnahmen in Ottensen und am Rathaus in die richtige Richtung.

Autofreie Zonen und eine Straßenbahn für Altona

Weniger deutlich ist das Ergebnis bei der Frage, ob Geh- und Radwege zulasten von Autofahrer*innen ausgebaut werden sollen. Nur eine knappe Mehrheit von 53 Prozent spricht sich für einen Ausbau aus.

Vor zwei Monaten veröffentlichte die CDU im Zuge ihrer Mobilitätspläne ein Konzept für eine neue Straßenbahn in Hamburg. Die Metrotram soll mit einer Strecke von 24 Kilometern und 53 Haltestellen den Bezirk Altona entlasten. Die Wiedereinführung einer Straßenbahn findet in der Umfrage des NDR allerdings keine Mehrheit bei den Hamburger*innen. Nur 45 Prozent stimmten dafür.

Anwohner*innen sind gespaltener Meinung

Anwohner*innen und Ladenbetreibende sind sich indes uneinig, ob eine autofreie Zone sinnvoll ist, wie entsprechende Umfragen zeigen. Initiatoren der Testläufe ziehen zwar positive Bilanzen, doch die Anwohner*innen bemängeln unter anderem die Atmosphäre und die Gestaltung der autofreien Straßen.

Die Hamburger*innen sind sich allerdings einig, dass die Verkehrsprobleme in der Hansestadt das größte Übel sind. Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag des „Hamburger Abendblatt“ am Donnerstag. Demnach haben alle Befragten den Verkehrsbereich im Allgemeinen oder in einzelnen Punkten als größtes Ärgernis genannt. Darauf folgten die Themen Mieten, Bildung und Umwelt.

Infratest dimap befragte in ihrer Umfrage laut NDR 1000 Wahlberechtigte ab 16 Jahren in Hamburg im Zeitraum vom 2. bis 7. Januar. Forsa befragte nach Angaben des „Hamburger Abendblatt“ telefonisch gut 1000 wahlberechtigte Hamburger von Mitte Dezember bis zum 2. Januar.

lud/dpa

Titelfoto: Justus Beyer

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Lukas Dose, 1995 in Plön geboren und dort aufgewachsen, ist Nordlicht durch und durch. Auch ein kurzes Intermezzo in Salzgitter für seinen Bachelor in Medienmanagement konnte das nicht ändern – Hamburg sollte es sein. Bei einem Praktikum in der Social-Media-Agentur Elbkind rückte er unter anderem Müsliriegel für Fotoshootings ins rechte Licht. Mit seinen knapp zwei Metern ist er der Größte im FINK-Newsroom. Die geringe Beinfreiheit im Flugzeug hält ihn aber nicht davon ab, die Welt zu entdecken: Die Vereinigten Arabischen Emirate, USA und Skandinavien hat er unter anderem schon bereist. In Schweden faszinierte ihn die fortgeschrittene Digitalisierung. Bargeldloses Bezahlen, schnelles Internet, Wlan überall – gute Argumente, um nach dem Master vielleicht noch weiter in den Norden zu ziehen. Kürzel: lud

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