DLRG-Mitarbeiter sind auf dem gesunkenen historischen Segelschiff im Hafen von Stadersand im Einsatz und sichern Material, das sie vom Einsatz des Vortags noch auf dem Schiff hatten. Foto: dpa

Schiffsunglück in Stadersand: Am vergangenen Samstag kollidierte ein historisches Segelschiff mit einem Containerschiff auf der Elbe. Die Ermittlungen der Polizei dauern an. Der Segler soll ab Donnerstag geborgen werden.

Aus bisher ungeklärten Gründen kollidierte am vergangenen Samstag gegen 14:30 Uhr der historische Lotsenschoner „No 5 Elbe“ mit dem 141 Meter langen Containerschiff „Astrosprinter“. Mittlerweile ermittelt die Polizei, wie es zu der Kollision kommen konnte. Nach Angaben der Hamburger Morgenpost soll der 82-jährige Kapitän des Seglers möglicherweise nicht auf warnende Funksprüche reagiert haben.

Drei Tage nach dem Schiffsunglück ist das Bergungskonzept weiterhin unklar. Wie die Stiftung Hamburg Maritim am Montag mitteilte, soll über ein Konzept heute entschieden werden. Taucher erkundeten in den vergangenen Tagen die Beschaffenheit und die Bergungsgrundlage des Schiffes. Ausgelegte Ölsperren verhindern, dass sich Betriebsstoffe verbreiten, die mittlerweile aus dem Schiff ausgetreten sind.

Hintergründe des Schiffsunglücks

An Bord des Segelschiffes befanden sich 43 Menschen, davon 14 Besatzungsmitglieder. Alle Passagiere konnten von der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) und der Hamburger Feuerwehr von Bord gerettet werden. Acht Menschen wurden verletzt, davon zwei Kinder.

Nach der Kollision auf Höhe Stadersand schleppten mehrere Boote der DLRG das Segelschiff in die Mündung des Elbe-Zuflusses Schwinge, wo es sank. Zuvor versuchte die Feuerwehr das Wasser aus dem Schiff herauszupumpen. Das Containerschiff konnte seine Fahrt Richtung Nordsee fortsetzen. Der Lotsenschoner war mit den Passagieren unterwegs auf einer Ausflugsfahrt.

Der 37 Meter lange Zweimaster ist Hamburgs letztes Holzsegelschiff, das noch erhalten und in Betrieb ist. Der Zweimaster wurde bei H.C. Stülcken auf Steinwerder in Hamburg gebaut und lief 1883 vom Stapel. 2002 kaufte die Stiftung Hamburg Maritim das Schiff in Seattle und brachte es nach Hamburg. Das Traditionsschiff nahm an Hafengeburtstagen teil oder wurde für Ausfahrten genutzt. Zuletzt lag es acht Monate in einer dänischen Werft und wurde für 1,5 Millionen Euro restauriert. Am 29. Mai 2019 kehrte es in den Hamburger Hafen zurück.

Der Betreiber hofft auf eine schnelle Bergung und eine Reparatur des Schiffs. Joachim Kaiser von der Stiftung Hamburg Maritim sehe für den historischen Lotsenschoner nicht schwarz und hält eine Reparatur für möglich.

dpa/lr

Titelfoto: dpa

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Lissy Reichenbach, Jahrgang 1994, hat vier Vornamen. Lissy ist keiner davon. Die Hamburgerin legt sich nicht gerne fest: Sie zog von Hamburg nach Bayern, wechselte von Wirtschaft zur Kommunikationswissenschaft und redet mal über Schrotträder, mal über moderne Malerei. Im Zweitfach studierte sie Kunstgeschichte und lernte beim deutschen Cocktailmeister den perfekten Whiskey Sour zu mixen. Bei Scholz & Friends in Berlin arbeitete sie unter anderem für Amnesty International, Mercedes und Vodafone. Für Montblanc organisierte sie Messen für die neuen Kollektionen in ihrer Heimatstadt Hamburg. Am Wochenende steht sie im Schanzenviertel am Kickertisch oder klappert mit ihrem Rad die Flohmärkte ab, immer auf der Suche nach seltenen Bildern oder neuem Lesestoff. Kürzel: lr

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