Hamburg verbietet das Zünden von Feuerwerk rund um die Binnenalster. Die Polizei will im Vorfeld auf die steigende Verletzungsgefahr reagieren und das Verbot durch Kontrollen umsetzen. 

Dieses Silvester wird es in der Innenstadt am Jungfernstieg kein Feuerwerk geben. Durch den unsachgemäßen Gebrauch von Feuerwerkskörpern und die zunehmende Anzahl an Menschen sei die Gefahr von Verletzungen gestiegen.

Bei aggressiven Reaktionen aus der Menge heraus ist auch die Situation für die Einsatzkräfte schwierig. Durch das Verbot möchte die Polizei im Vorfeld reagieren und Kontrollen durchführen. Ähnliche Verbote gibt es bereits in Städten wie Hannover und Lüneburg.

Sieben Verletzte beim letzten Jahreswechsel

Im vergangenen Jahr sind insgesamt rund 10.000 Zuschauer und Zuschauerinnen an die Binnenalster gekommen. „Wir haben dort eine ziemlich problematische Entwicklung in den vergangenen Jahren“, sagt Innensenator Andy Grote.

Insgesamt wurden sieben Personen verletzt, darunter eine Siebenjährige im Gesicht und ein 16-Jähriger an der Hand. Der Jungfernstieg habe sich laut Grote in den vergangenen Jahren zu einem Kristallisationspunkt entwickelt. Rund um die Außenalster und an den Landungsbrücken gebe es diese Probleme nicht.

Böller, Schreckschusspistolen und Munition

Im vergangenen Jahr stellte die Hamburger Polizei zahlreiche Waffen sicher. In der Silvesternacht wurden 41 illegale Knallkörper, zahlreiche Schreckschusspistolen, 15 Waffen und knapp 700 Schuss Munition eingezogen. Polizeipräsident Ralf Martin Meyer schätzt die tatsächliche Anzahl viel höher: „Das ist nur das, was festgestellt wurde. Viele Dinge bleiben im Dunkeln.“

In einer groß angelegten Informationskampagne will die Polizei über das Böllerverbot am Jungfernstieg informieren. Es soll Plakate, Flyer und Informationen über das Fahrgastfernsehen des HVV geben.

Ein positiven Aspekt für das Böllerverbot in der Silvester-Nacht ist die nun geringere Feinstaubbelastung durch Schwarzpulver-Feuerkörper. Im November hatte die Deutsche Umwelthilfe ein Böllerverbot für insgesamt 98 deutsche Städte beantragt. Hamburg hatte sich gegen das Verbot entschieden.

lr/dpa

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Luise Reichenbach, Jahrgang 1994, hat vier Vornamen, nutzt aber keinen davon. Die Hamburgerin legt sich nicht gerne fest: Sie zog von Hamburg nach Bayern, wechselte von Wirtschaft zur Kommunikationswissenschaft und redet mal über Schrotträder, mal über moderne Malerei. Im Zweitfach studierte Lissy Kunstgeschichte und lernte beim deutschen Cocktailmeister den perfekten Whiskey Sour zu mixen. Bei Scholz & Friends in Berlin arbeitete sie unter anderem für Amnesty International, Mercedes und Vodafone. Für Montblanc organisierte sie Messen für die neuen Kollektionen in ihrer Heimatstadt Hamburg. Am Wochenende steht sie im Schanzenviertel am Kickertisch oder klappert mit ihrem Rad die Flohmärkte ab, immer auf der Suche nach seltenen Bildern oder neuem Lesestoff. Kürzel: lr