Filmkritik "Pelikanblut"

Wie weit kann Mutterliebe gehen?

Eine Mutter, die für ihr Adoptivkind alle Grenzen überschreitet: Ab dem 23. April läuft das Drama „Pelikanblut“ in den deutschen Kinos. FINK.HAMBURG hat den Film vorab gesehen und besprochen. 

Die Pferdetrainerin Wiebke, gespielt von Nina Hoss, ist alleinerziehende Mutter einer Adoptivtocher. Nach jahrelangem Warten, adoptiert sie außerdem die fünfjährige Raya (Katerina Lipovska) aus Bulgarien. Das Familienglück scheint vollkommen, doch schnell wird aus der schüchternen Raya eine aufbrausendes aggressives Kind und damit eine Herausforderung für ihre Umwelt. In der antiken Mythologie füttert die Pelikanmutter ihre Kinder mit dem eigenen Blut, wenn sie zu verhungern drohen. Gegen den Rat von Ärzten und Freunden hält Wiebke zu dem Problemkind und wird mehr und mehr zur Pelikanmutter.

Im Rahmen des Filmfests Hamburg 2019 durfte FINK.HAMBURG den zweiten Film von Regisseurin Katrin Gebbe schon vor Kinostart sehen. Im anschließenden Gespräch besprechen Isa, Lissy und Lisa, welche der Protagonisten*innen wirklich die wahnhaften Züge annimmt und ob es sich bei „Pelikanblut“ eher um ein Familiendrama oder ein Western-Horror handelt.

 

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Luise Reichenbach, Jahrgang 1994, hat vier Vornamen, nutzt aber keinen davon. Die Hamburgerin legt sich nicht gerne fest: Sie zog von Hamburg nach Bayern, wechselte von Wirtschaft zur Kommunikationswissenschaft und redet mal über Schrotträder, mal über moderne Malerei. Im Zweitfach studierte Lissy Kunstgeschichte und lernte beim deutschen Cocktailmeister den perfekten Whiskey Sour zu mixen. Bei Scholz & Friends in Berlin arbeitete sie unter anderem für Amnesty International, Mercedes und Vodafone. Für Montblanc organisierte sie Messen für die neuen Kollektionen in ihrer Heimatstadt Hamburg. Am Wochenende steht sie im Schanzenviertel am Kickertisch oder klappert mit ihrem Rad die Flohmärkte ab, immer auf der Suche nach seltenen Bildern oder neuem Lesestoff. Kürzel: lr
Lisa Sophie Kropp, Jahrgang 1994, braucht zum Feierabend kein Bier, sondern ein Stück Käse. Für ihren Bachelor in Inklusiver Pädagogik pendelte sie drei Jahre lang von Hamburg nach Bremen und kann seitdem in jeder Bahn schlafen. Nach dem Studium lernte sie in Australien Wein herzustellen, schlürfte Pho in Vietnam und ergriff auch in Thailand Pad Thai für gutes Essen. Zurück in Hamburg stieg sie konsequenterweise als freie Mitarbeiterin des Magazins „Food and Travel“ ins Berufsleben ein. Für das „Hamburger Abendblatt“ schrieb sie über die besten Grillplätze und das Kulturprogramm Harburgs. Neben den Deichtorhallen und dem Deutschen Schauspielhaus findet man Lisa häufig im Abaton. Sie liebt deutsche Filme – aber nicht Matthias Schweighöfer. Der ist ihr zu cheesy. Kürzel: lis
Isabel Surges, Jahrgang 1994, ist bilingual aufgewachsen. Von ihrem Vater hat sie nicht nur die spanische Sprache gelernt, sondern auch ihren venezolanischen Zweitnamen bekommen: Yahaira. In Venezuela war sie zwar noch nicht, dafür allerdings mit dem Rucksack in Australien und für ein Semester in Málaga. Einen Kulturschock erlebte die gebürtige Düsseldorferin aber erst durch ihren Umzug nach Köln. Dort studierte sie Medienkulturwissenschaften sowie Germanistik und experimentierte mit neuen Formatideen im Innovationslabor der Filmproduktionsfirma Ufa. Auf deren Partys spielte sie unter anderem mit Joe Gerner Tischtennis. Als Community Managerin in den Kommentarspalten des WDR lernte sie auch die raueren Seiten des digitalen Diskurses kennen. Zuletzt schrieb sie für die Kulturredaktion der Deutschen Welle – oder wie Yahaira sagen würde: La ola alemana. Kürzel: isu