Bernd Lucke im Europaparlament
Bernd Lucke hält am Mittwoch seine Wiederantrittsvorlesung an der Uni Hamburg. Foto: Euopäisches Parlament

Nach mehreren Jahren freiwilliger Beurlaubung wegen seiner politischen Arbeit hält AfD-Gründer Bernd Lucke wieder Vorlesungen an der Universität Hamburg. Der AStA ruft zu Protesten auf.

Weil AfD-Gründer Bernd Lucke seine Wiederantrittsvorlesung an der Universität Hamburg hält, veranstaltet der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) an diesem Mittwoch im Hauptgebäude an der Edmund-Siemers-Allee eine Protestkundgebung. Unter dem Motto “Lucke lahm legen – keine Lehre am rechten Rand” ruft der AStA zu Protesten bei der Auftaktlehrveranstaltung Luckes zum Thema Makroökonomie auf.

Der AStA kritisiert Luckes Rolle bei der Entwicklung und Etablierung rechtspopulistischer Haltungen in Deutschland. Es sei vor diesem Hintergrund “unzumutbar”, ihn ohne weiteres in den wissenschaftlichen Betrieb zurückkehren zu lassen. Der AStA rechnet mit bis zu 700 Protestierenden.

Wirtschaftswissenschaftler Lucke war bis zu seiner Wahl ins Europaparlament 2014 Professor an der Uni Hamburg. Nun kehrt er als Professor für Volkswirtschaftslehre, insbesondere für Wachstum und Konjunktur, zurück. Bereits am Montag hielt er im kleinen Rahmen eine Lehrveranstaltung.

Professor an der Uni und AfD-Gründer

Lucke war einer der Mitbegründer der AfD. Von 2013 bis 2015 war er zudem Bundessprecher der Partei. Kritik an der späteren politischen Ausrichtung der AfD weist Lucke von sich. Auf seiner Webseite argumentiert er, dass die AfD in ihren Anfängen deutlich anders positioniert gewesen sei als heute: “Sie war bürgerlich-akademisch geprägt und inhaltlich auf die Kritik am Euro und an der Eurorettungspolitik ausgerichtet. Ausländerfeindlichkeit und Fremdenfeindlichkeit hatten in ihr keinen Platz.”

Der AStA kritisiert, dass Lucke allerdings schon früh Parteizuwächse aus dem rechten und rechtsextremen Milieu geduldet habe.

Nachdem Lucke 2015 die Wahl um den Parteisitz der AfD verlor, gründete er die Partei “Allianz für Fortschritt und Aufbruch”. Auch diese Partei ist nach Ansicht des AStA rechtspopulistisch ausgerichtet.

abe/dpa