Autor Sasa Stanisic
Saša Stanišić bei der Buchpreis-Verleihung. Foto: Sascha Erdmann

Schriftsteller und Wahl-Hamburger Saša Stanišić hat einen der wichtigsten deutschen Literaturpreise gewonnen. In seinem nun ausgezeichneten Roman „Herkunft“ sucht er nach einer Antwort auf die Frage, was Heimat und Herkunft bedeuten.

Für seinen Roman „Herkunft“ hat der Hamburger Autor Saša Stanišić den Deutschen Buchpreis verliehen bekommen. Das gab der Börsenverein des Deutschen Buchhandels zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse am Montagabend bekannt. In „Herkunft“ erzählt Stanišić aus seinem Leben, von seiner Großmutter, die langsam das Gedächtnis verliert, und der Flucht seiner Familie während des Bosnien-Kriegs nach Deutschland.

„Mit viel Witz setzt er den Narrativen der Geschichtsklitterer seine eigenen Geschichten entgegen“, begründete die Jury ihre Entscheidung. Der Deutsche Buchpreis ist mit 25.000 Euro dotiert und gilt als eine der wichtigsten Auszeichnungen in der deutschen Literaturszene.

Obwohl Stanišić bis er 14 Jahre alt war kein Deutsch sprach, hat er inzwischen schon vier Bücher in der Sprache veröffentlicht. Für seinen Roman „Vor dem Fest“ bekam der 41-jährige Autor bereits den Preis der Leipziger Buchmesse. Auch seine beiden anderen Bücher, der Roman „Wie der Soldat das Grammofon repariert“ und den Erzählband „Fallensteller“ wurden mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet und in unterschiedliche Sprachen übersetzt.

Kritik an Literaturnobelpreisträger Peter Handke

Stanišić hatte zuletzt wegen seiner Kritik an Peter Handke für Aufmerksamkeit gesorgt. Der österreichische Autor wird mit dem Literaturnobelpreis geehrt, hatte sich aber in der Vergangenheit mehrfach positiv über das Regime des serbischen Kriegsverbrechers Milošević geäußert und historische Tatsachen verdreht, wie etwa die Schriftstellervereinigung PEN anmerkte.

Stanišić, der auf dem Gebiet des heutigen Bosnien-Herzegowina geboren wurde, hatte das heftig kritisiert. Er floh 1992 wegen der Jugoslawienkriege nach Deutschland. Der Autor lebt und arbeitet in Hamburg.

abe / dpa

Vorheriger ArtikelClever Shuttle hört auf
Nächster ArtikelDer blinde Fleck: Wenn Polizisten diskriminieren
Astrid Benölken, Jahrgang 1993, hat als Kind sogar die Erziehungsratgeber ihrer Eltern gelesen, wenn ihr die Lektüre ausging. Zu ihren Lieblingsbüchern zählen Klassiker von Goethe, aber auch neue Werke, wie die des Nobelpreisträgers Ishiguro. Für ihr Ressortjournalismus-Studium mit Schwerpunkt Kultur zog Astrid aus dem kleinen Ort Seppenrade im Münsterland ins bayerische Ansbach. Nach dem Studium reiste sie mit dem Rucksack durch Südamerika, Osteuropa und Indien. Als Journalistin hat sie schon für die „Westfälischen Nachrichten“, „Faz.net“, den „Bayerischen Rundfunk“ und die „Süddeutsche Zeitung“ gearbeitet – am liebsten zu Kulturthemen. Kürzel: abe