Die Zahl der Verdachtsfälle von Straftaten mit K.-o.-Tropfen bleibt in Hamburg unverändert. Gefährdet sind hauptsächlich Frauen. 

Die Gefahr, mit K.-o.-Tropfen wehrlos gemacht zu werden, ist in Hamburg offenbar unverändert hoch: Bis einschließlich September untersuchte das Institut für Rechtsmedizin 66 Verdachtsfälle. Das teilte der Senat auf eine Kleine Anfrage des CDU-Abgeordneten Karl-Heinz Warnholz mit.

Im vergangenen Jahr gingen die Rechtsmediziner 71 Verdachtsfällen nach, 2017 waren 75 Fälle bearbeitet worden. Bei den untersuchten Fällen handele es sich laut Senat um Verdachtsfälle. Die Zahlen geben keinen Aufschluss darüber, ob tatsächlich K.-o.-Mittel nachgewiesen wurde. Die Mehrzahl der Untersuchungen wurde von der Polizei veranlasst, ein deutlich kleinerer Anteil waren Aufträge von privater Seite.

Kriminelle setzen K.-o.-Tropfen ein, um ihre Opfer zu betäuben und wehrlos zu machen. So werden weitere Straftaten ermöglicht, etwa Sexualdelikte oder Raub. Da die betäubenden Substanzen nicht lange im Körper nachweisbar sind, fehlt es an einheitliche Statistiken und belastbaren Zahlen aus anderen Städten. Ärzte und Beratungsstellen gehen von einer hohen Dunkelziffer aus.

Getränke nicht unbeobachtet lassen

Künftig will das Institut für Rechtsmedizin die Proben noch genauer prüfen. Es werde zurzeit eine neue Untersuchungsmethode etabliert. Das neue Verfahren erlaube die Analyse von 143 möglichen Substanzen beziehungsweise von deren Abbauprodukten im Urin, heißt es in der Antwort des Senats auf die Anfrage.

Die Proben stammten in der überwiegenden Zahl von Frauen. Gerade junge Frauen werden von Beratungsstellen davor gewarnt, in Clubs ihre Getränke unbeobachtet zu lassen.

Die Hamburger Beratungsstelle Notruf für vergewaltigte Frauen und Mädchen gibt einen Flyer mit weiteren Informationen zu K.-o.-Tropfen heraus und unterstützt Frauen und Mädchen, die nach einer Vergewaltigung oder anderen sexuellen Übergriffen Rat und Hilfe suchen.

ben/dpa

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