Die Stadt Hamburg hat von ihrem Vorkaufsrecht Gebrauch gemacht und das Gebäude des Bahnhofs Altona mit rund 20 Läden und Parkhaus gekauft. Damit ist die Übernahme durch ein Kredithaus zum Preis von 91 Millionen Euro abgewendet.

Die Stadt Hamburg macht mit dem Kauf der Ladenflächen im Bahnhof Altona von ihrem Vorkaufsrecht Gebrauch. „Damit schaffen wir die notwendige Voraussetzung, um das Areal rund um den bestehenden Bahnhof Altona im Sinne der Stadt und ihrer Bürgerinnen und Bürger weiter zu entwickeln“, so Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) am Montag. Die Bahnsteige und die Sicherheitszentrale des Bahnhofs bleiben laut NDR-Informationen im Besitz der Deutschen Bahn.

„Das Vorkaufsrecht ist in Ausnahmefällen ein unverzichtbares Instrument der Stadtentwicklungspolitik“, sagte Thomas Schuster, Geschäftsführer des Landesbetriebs Immobilienmanagement und Grundvermögen (LIG), der für die Stadt von dem Recht Gebrauch machte. Am Mittwoch wäre die Frist abgelaufen und das Gebäude an die Volksbank Braunschweig-Wolfsburg gegangen. Dieser Deal war im September mit dem bisherigen Eigentümer, dem britischen Investmentunternehmen RDI REIT, vereinbart worden. Der Kaufpreis sollte 91 Millionen Euro betragen. Was die Stadt für das Gebäude bezahlt hat, ist nicht bekannt.

Verschönerung im Herzen Altonas

Der Kauf des Altonaer Bahnhofs soll nach Angaben der Finanzbehörde zur Neuentwicklung und Verschönerung der Mitte Altona beitragen. So solle der Bahnhof „städtebaulich und architektonisch seiner herausragenden Rolle und verkehrlich weiterhin wichtigen Lage gerecht“ werden, so ein Sprecher der Finanzbehörde.

Der Bahnhof Altona aus der Vogelperspektive.
Der Bahnhof Altona von oben. Links im Bild das Bahnhofsgebäude mit Shopping Center und angrenzendem Parkhaus. Foto: Matthias Friedel Luftbildfotografie, www.luftbilder.de / FHH.

Der Standort des Altonaer Bahnhofs ist seit den 1890er-Jahren unverändert. 1898 weihte Kaiser Wilhelm II. die Bahnhofshalle ein, die damals noch ein beeindruckender Backsteinbau war und zu einem Wahrzeichen Altonas wurde. In den Siebzigerjahren wurde das Gebäude abgerissen und durch das jetzt verkaufte Gebäude ersetzt. Es besteht aus Betonfertigteilen wurde zuletzt 2005 modernisiert.

Nach Plänen der Deutschen Bahn halten zukünftig nur noch Busse und S-Bahnen am Bahnhof Altona. Der zwei Kilometer entfernte Bahnhof Diebsteich wird für den Fern- und Regionalverkehr umgebaut werden. Die Rahmenpläne dafür sollen bis Anfang 2020 finalisiert werden. Im Juni 2018 wurde bereits entschieden, dass der neue Fernbahnhof Diebsteich nach den Plänen des dänischen Architekturbüros „C. F. Møller Architects“ gebaut wird. Auf den freiwerdenden Gleisflächen sollen in Altona neue Wohnungen entstehen und damit die neue Mitte Altona attraktiver werden.

cas/dpa

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Die Lieblingsfarbe von Carlotta Schaffner, Jahrgang 1995, ist marineblau – klar für eine echte Hamburgerin. Ihre Urgroßmutter führte ein Hutgeschäft auf der Mönckebergstraße, die Großeltern machten daraus später ein Modekaufhaus. Das Modejournalismus-Studium in Hamburg war für Carlotta die logische Konsequenz. Für die Fashionlabels Edited, Aeyde und Be Edgy Berlin war sie unter anderem für kurze Zeit Chefredakteurin, Head of PR oder die Praktikantin. Dabei kam sie auch mal mit Andreas Bourani ins Gespräch, es ging um Neurowissenschaften. Von Berlin ging es nach Lissabon: Dort lernte Carlotta zwar kein Portugiesisch, dafür aber fließend HTML, CSS und Javascript. Das Pastel de Nata tauschte sie für den Master wieder gegen Franzbrötchen – den Hamburger S(ch)nack mag sie immer noch am liebsten. Kürzel: cas

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