Die Stadt Hamburg verlängert ihre Zusammenarbeit mit dem Automobilhersteller VW bis 2022. Im Mittelpunkt stehen der Ausbau der MOIA-Flotte und der Start von WeShare.

Die Partnerschaft zwischen der Stadt Hamburg und Volkswagen wurde bis 2022 verlängert – und noch weiter ausgebaut, wie die Stadt Ende November mitteilte. Die erste Vereinbarung hatten der frühere Erste Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) und VW-Chef Matthias Müller im August 2016 vorgestellt. Neben dem Ausbau der MOIA-Flotte auf mehr als 500 Fahrzeuge will Volkswagen den Car-Sharing-Dienst WeShare in Hamburg einführen.

„Das Engagement von Volkswagen in der urbanen Mobilität hilft, die Emissionen im Verkehr zu senken, neue alternative Mobilitätsangebote einzuführen und Erfahrungen bei der Gestaltung der Mobilität von morgen zu sammeln“, sagt Michael Westhagemann, Senator für Wirtschaft, Verkehr und Innovation.

„WeShare“ kommt nach Hamburg

Volkswagens rein elektrisches Carsharing-Angebot WeShare kommt im Frühjahr 2020 mit circa 1000 E-Autos nach Hamburg und tritt in Konkurrenz zu Anbietern wie Share Now von Daimler und BMW. Hamburg ist mit über 1000 öffentlichen Ladestationen bundesweit führend in der Infrastruktur für Elektromobilität.

Die Volkswagen-Flotte soll aus e-Golfs und e-up!s bestehen. Im Laufe des kommenden Jahres sollen außerdem auch die ersten Modelle des ID.3 dazukommen.

Seit Juni 2019 gibt es das Carsharing-Angebot bereits in Berlin. In der Hauptstadt startete WeShare mit 1500 e-Golfs. Im kommenden Jahr will der Anbieter noch weitere 500 e-up!s auf die Berliner Straßen bringen. Phillip Reth, CEO von Volkwagen WeShare sieht in Hamburg die zweite Stadt in Deutschland, in der WeShare „den Menschen für ihre individuelle Alltagsmobilität eine zu 100 Prozent lokal emissionsfreie E-Flotte zum Teilen“ gibt.

300 zusätzliche MOIAs

Immer mehr Menschen nutzen Ridesharing-Angebote, um in Großstädten von A nach B zu kommen. Der VW-eigene Ridesharing-Dienst Moia registriert steigende Nutzerzahlen für die Sammeltaxen. So zählte man bei Moia im November bereits insgesamt 227.000 Fahrgäste allein in Hamburg – im Juni dieses Jahres waren es noch knapp die Hälfte.

Da ist es nicht verwunderlich, dass die Volkswagen-Tochter ihre Flotte weiter ausbauen will. Mitte des Jahres wurde dafür per Gerichtsbeschluss der Weg geebnet. Moia darf die Flotte von 200 auf 500 Fahrzeuge aufstocken. In einem Eilverfahren korrigierte das Oberverwaltungsgericht (OVG) eine Entscheidung der ersten Instanz, die Moia im April eine Begrenzung auf 200 Fahrzeuge auferlegte.

Autonomes Fahren im Test

Ein weiteres Großprojekt zwischen VW und der Hansestadt geht derzeit zuende – das autonome Fahren unter Realbedingungen. Seit April dieses  Jahres sind testweise fünf e-Golfs in der Hamburger Neustadt unterwegs – vollgepackt mit Laserscannern, Sensoren und Kameras, der Kofferraum bis oben hin gefüllt mit Rechenleistung. Nach Angaben von Volkswagen seien die speziell ausgerüsteten Golfs bereits in der Lage, den Verkehr für rund zehn Sekunden im Voraus zu berechnen. Ab 2025 will Volkswagen die ersten selbstfahrenden Autos ausliefern.