Eine Flagge mit dem Totenkopf-Logo von St. Pauli
Das Totenkopf-Logo vom FC St. Pauli. Foto: Bernd Sterzl / pixelio

Das Totenkopf-Logo des Hamburger Fußballklubs St. Pauli ist auf einer Anti-Terror-Liste einer britischen Behörde aufgetaucht. Der Zweitligist will nun bei der Behörde nachhaken.

Der Totenkopf des FC St. Pauli ein extremistisches Symbol? Zumindest ist das Logo des Zweitligisten auf einem Dokument der britischen Organisation zur Terrorismusbekämpfung gelistet, in dem auch SS-Runen und anderen Neonazis-Zeichen abgebildet sind. Nach Recherchen des „Guardian“ sei die Liste als Anti-Extremismus-Briefing an Ärzte und Lehrer in England verschickt worden. Zuvor hatte die Tageszeitung darüber berichtet, dass in dem Dokument unter anderem die Logos von Greenpeace und Extinction Rebellion auftauchen.

Der eher links stehende FC St. Pauli äußerte sich zu dem Fall bisher nur auf Twitter. Dort teilte der Klub einen Tweet seines Spielers James Lawrence mit den Worten „Well played, James“. Der walisische Verteidiger hatte zuvor auf Instagram ein Foto der Liste geteilt und dazu geschrieben, dass er stolz auf sein Team sei und für was es stehe.

St. Pauli will in England Gründe erfragen

Auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur teilte der Verein am Sonntag mit, bei der Behörde nachhaken zu wollen, wie sein Logo auf die Liste gekommen sei. Dort ist es unter der Überschrift „Left Wing and Associated Single Issue Symbols“ (zu Dt. etwa: „Linksgerichtete und verwandte Symbole“) zu finden.

Bereits am Samstag hatte sich der Sprecher der britischen Counter Terrorism Policing zu dem „Guardian“-Artikel geäußert. „Wir betrachten diese Gruppen nicht als extremistisch, wir betrachten sie nicht als Bedrohung für die nationale Sicherheit“, teilte Dean Haydon auf der Website der Behörde mit. Man fertige diese Dokumente an, um Einsatzkräften und anderen dabei zu helfen, fundierte Entscheidungen zu treffen. Ziel sie es, den Unterschied zwischen Symbolen und Zeichen deutlich zu machen.

Behörde: Totenkopf-Logo nicht extremistisch

„Es ist nötig, dass unsere Anti-Terrorismus-Polizei, Einsatzkräfte und Partner verstehen, zu welchen Organisationen Leute gehören, und was ihre Ziele und Aktivitäten sind – rechtmäßig oder anderweitig“, heißt es in der Erklärung weiter.

Laut Haydon stellt die Liste explizit klar, dass viele der Gruppen, deren Symbole auf der Liste sind, für die die Anti-Terrorismus-Arbeit nicht relevant sind. Die Mitgliedschaft deute demnach in keiner Weise auf Kriminalität hin. „Etwas anderes zu unterstellen, ist nicht hilfreich und irreführend.“

sju/dpa