Unentschieden nach über 90 Minuten: Das erste Wahlduell zwischen Katharina Fegebank und Peter Tschentscher nahm das Publikum als ausgeglichen wahr. Für Reibungspunkte sorgten vor allem die Themen Klima und Verkehr.

Am Sonntagabend trafen zum ersten Mal die beiden Spitzenkandidaten*innen von SPD und Grünen zum Wahlduell aufeinander. Der Erste Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) und die Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank (Bündnis 90/Die Grünen) diskutierten im Rahmen der anstehenden Wahlen. Am 23. Februar wählt Hamburg eine neue Bürgerschaft.

Streitthemen: Klimaschutz und Verkehr

Bei der Veranstaltung von „Zeit Hamburg“ in der Bucerius Law School waren sich die 400 Zuschauer*innen über den Ausgang des Duells uneinig. Sowohl Tschentscher als auch Fegebank konnten in verschiedenen Situationen punkten: Demnach nahm der Erste Bürgermeister die Rolle des Realisten ein, während seine Stellvertreterin mit Mut und Innovation vorangehen will.

Die zentralen Themen im Wahlkampf sind nach wie vor die Verkehrs- und Klimapolitik. Die Grünen streben zwar keine autofreie, zumindest aber eine autoarme Innenstadt an. Für Fegebank gehe es in der Debatte um Lebensqualität und darum, Plätze innerhalb der Stadt neu zu gestalten. Tschentscher entgegnete darauf: „Vorsicht an der Bahnsteigkante. Wir haben übergeordnete Verkehrsprobleme genug“.

SPD und Grüne bei Umfragen gleich auf

Das Ergebnis des Wahlduells passt zu den aktuellen Tendenzen in den Umfragen zur Bürgerschaftswahl. Dort liegen die SPD und die Grünen mit knapp 30 Prozent gleich auf. Mit einem deutlichen Abstand zu den restlichen Parteien: Die CDU folgt mit 15 Prozent, die Linken mit neun und die FDP und AfD mit jeweils sieben Prozent. In einer neuen Umfrage des Spiegels liegt die SPD klar vor den Grünen.

Am Tag des Wahlduells hielten sich beide Kandidat*innen bezüglich möglicher Koalitionen bedeckt. Tschentscher nannte eine Weiterführung der rot-grünen Koalition eine „naheliegende Option“. Offen bleibt jedoch, unter welcher Führung eine solche Koalition stehen würde.

mas/dpa

Titelfoto: Christian Charisius/dpa