Das Filmfestival in Cannes fällt wegen der Coronakrise vorerst aus. Ursprünglich war es vom 12. bis 23. Mai geplant. Ein Ersatztermin steht noch nicht fest. Wir trösten Filmfans mit fünf Cannes-Filmtipps fürs Heimkino.

Die Kinos sind noch geschlossen und auch viele Filmfeste werden abgesagt. So auch das traditionelle Filmfestival in Cannes. Wann und ob es 2020 noch stattfindet, ist unklar. Das Filmfest Hamburg steht für diesen Herbst immerhin noch fest im Programm. Um euch das Warten bis dahin zu erleichtern, stellen wir euch fünf internationale Filmklassiker der letzten Jahre vor. Die könnt ihr auch ganz entspannt im Heimkino genießen.

City of God – Brasilien

Fernando Meirelles’ Meisterwerk von 2002 handelt von der Hölle im Paradies. Die titelgebende Stadt Gottes (auf portugiesisch Cicade de Deus) ist eine Favela in Rio de Janeiro. Hier ist die organisierte Kriminalität so allgegenwärtig wie die Luft zum Atmen. Der Film beginnt in den Sechzigern und erzählt die Geschichte zweier sehr unterschiedlicher Jungen, deren Schicksale miteinander verflochten sind. Während Buscapé versucht, als Fotograf der Stadt Gottes zu entkommen, steigt Locke zum Verbrecherboss auf. Um höchste Authentizität zu garantieren, arbeitete Regisseur Meirelles mit jungen Laiendarstellern, die tatsächlich aus Rios Favelas stammten. In Cannes lief City of God 2002 außerhalb des Wettbewerbs, 2004 wurde er zudem für vier Oscars nominiert.

In the Mood for Love – Hong Kong

Hong Kong, 1962: Su Li-zhen und Chow Mo-wan sind Nachbarn. Ihre jeweiligen Partner beginnen eine Affäre. In der Folge kommen auch Li-zhen und Mo-wan einander näher. Regisseur Wong Kar-wai arbeitete ohne festes Drehbuch und ließ viele Szenen von seinen Hauptdarstellern und Hauptdarstellerinnen improvisieren. Die Liebe der Protagonist*innen wird subtil dargestellt (es gibt nicht einmal einen Kuss) und geht doch unter die Haut. 2000 hatte In the Mood for Love seine Premiere im Wettbewerb von Cannes und taucht seitdem regelmäßig in Bestenlisten auf.

Oldboy – Südkorea

Dieser Film war 2004 der Wettbewerbsfavorit des damaligen Jurypräsidenten Quentin Tarantino und gewann den Grand Prix. Choi Min-sik spielt Oh Dae-su, der nach 15 Jahren Gefangenschaft unerwartet freigelassen wird. Ohne die Identität oder das Motiv der Person zu kennen, die ihn eingesperrt hat, begibt er sich auf eine Suche nach Rache. Regisseur Park Chan-wook ist einer der einflussreichsten Filmemacher Südkoreas und zudem ein Freund und Förderer von Bong Joon-ho. Dessen Film Parasite gewann 2019 die Goldene Palme und Anfang diesen Jahres den Oscar als Bester Film.

Gangs of Wasseypur – Indien

319 Minuten dauert Anurag Kashyps Epos. In Cannes lief der Film 2012 am Stück, für die indischen Kinos musste der Film in zwei Teile aufgeteilt werden. Basierend auf wahren Ereignissen erzählt er die Geschichte befeindeter Clans, die seit drei Generationen um die Vorherrschaft der Stadt Wasseypur kämpfen. Dieser Film bringt auch in ruhigen Zeiten Action ins Heimkino.

Ein Prophet – Frankreich

Jacques Audiard hat mit Ein Prophet einen Film über französische Minderheiten gemacht, die sonst in Frankreichs Kino keine große Rolle spielen. Er erzählt von Malik, einem jungen algerischstämmigen Mann, der wegen einer kleinen Straftat ins Gefängnis kommt. Dort gerät er in die Fänge eines korsischen Mafiosos, der ihn zu weitaus schlimmeren Gewalttaten zwingt. Der Film hatte seine Weltpremiere 2009 in Cannes, gewann dort den Grand Prix und wurde später für den Auslandsoscar nominiert.

Titelfoto: Unsplash

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Wenn man Maximilian Kaiser, Jahrgang 1992, in der Bahn mit Kopfhörern trifft, nickt sein Kopf und die Lippen singen mit. Aber bloß keinen Schlager, denn obwohl er am 11.11. geboren ist, hasst er Fasching. Eigentlich wollte er nach seinem Abitur zum Film. Nach abschreckenden Einblicken in die Branche entschied er sich jedoch dafür, in seiner Heimatstadt München Mediadesign zu studieren. Während seines Studiums entdeckte er seine Liebe für die Fotografie, gerne schön nostalgisch analog. Nach seinem Bachelor bereiste er als Junior-PR-Manager einer Firma für Kommunikationstechnologie afrikanische Länder wie den Sudan und Ghana. In Hamburg will er wieder kreativer werden – für FINK.HAMBURG aber auch privat, wenn er mit Kopfhörern und Kamera die Stadt erkundet. Kürzel: mak