In einem der größten Kokain-Prozesse Hamburgs sind acht Männer verurteilt worden. Die Haftstrafen betragen bis zu zehn Jahren. Die Angeklagten hatten zuvor ein Geständnis abgelegt. 

Das Hamburger Landgericht hat heute acht Angeklagte zu langen Haftstrafen verurteilt. Im  Prozess ging es um den Schmuggel von 1,1 Tonnen Kokain im Wert von 160 Millionen Euro. Unter anderem wegen des Handels mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge erhielten die Verurteilten Haftstrafen von dreieinhalb bis zehn Jahren.

Die Polizei hatte im November 2018 die Verurteilten auf frischer Tat ertappt: Die Männer überfielen einen Lastwagenfahrer, der einen Container mit Gelatine aus Brasilien nach Süddeutschland überbringen sollte. Anstatt der Gelatine waren an Board allerdings 1100 Päckchen mit reinem Kokain.

Nachdem die Männer den LKW-Fahrer gekidnappt hatten, fuhren sie in eine Lagerhalle in Hamburg-Rothenburgsort und entluden den LKW, bis Spezialkräfte der Polizei auftauchten und alle Beteiligte festnahmen.

Geständnisse kürzen Prozess ab

Die Verurteilten sind zwischen 26 und 51 Jahre alt und kommen aus Deutschland, Polen und Italien. Die Strafmaße zwischen zehneinhalb und dreieinhalb Jahren waren den Männern bereits vorab bekannt. Auf diesen Rahmen einigten sich die Prozessbeteiligten, im Gegenzug legten die Männer Geständnisse ab.

Das Landgericht bot diesen Deal an, nachdem der Prozess schon lange dauerte. Der Auftakt im Kokain-Prozess war am 8. Mai 2019. Unter den Verurteilten ist auch ein Mitglied der „Hells Angels“, er gilt als Drahtzieher.

pan/dpa

Titelbild: Pixabay