Die erste Umbauphase am Jungerfernstieg ist abgeschlossen.
Die erste Umgestaltungsphase des Jungfernstiegs ist beendet. Der endgültige Umbau ist im Frühjahr 2022 geplant. Foto: Mali Paede

Der Hamburger Jungfernstiegs sieht anders aus: Seit Mitte Oktober ist der Bereich weitgehend autofrei. Das freut Radfahrer*innen – aber ärgert die ansässige Wirtschaft. Online können Bürger ihre Meinung abgeben.

Der Autoverkehr in der Hamburger Innenstadt soll drastisch sinken – das ist Ziel der Mobilitätswende. Eine der Maßnahmen ist die Umgestaltung des Jungfernstiegs an der Binnenalster. Nur Taxen und Busse, sowie Liefer- und Müllwagen dürfen dort heute von 21:00 bis 11:00 Uhr fahren.

Erst Verwirrung, dann Entspannung

Allerdings wussten zu Beginn nur wenige Autofahrer über das Einfahrtsverbot Bescheid. So wurden nach Polizeiangaben, seit Inkrafttreten der neuen Regelung im Oktober, über 1300 Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet. Laut eines Polizeisprechers sind die Autofahrer mittlerweile besser informiert.

„Wir sehen, dass sich der Kfz-Verkehr um rund 75 Prozent reduziert hat und damit die Konflikte mit Fußgängerinnen und Fußgängern weniger geworden sind“, sagte Verkehrsenator Anjes Tjarks (Grüne) am Montag. „Die Verkehrsbelastung hat deutlich abgenommen, gleichzeitig haben Aufenthalts- und Luftqualität spürbar zugenommen.“

Radfahrer*innen gewinnen, Händler*innen verlieren

Ein Ziel der Umgestaltung ist die deutliche Reduzierung des Autoverkehrs in diesem Bereich. Vor allem für Radfahrer*innen ist dadurch eine Verbesserung erreicht worden, sagte Volker Tschirch vom Verband der Mittel- und Großbetriebe des Einzelhandels Nord (VMG). „Ansonsten sehen wir aktuell nur Verlierer“, so Tschirch. Die neue Verkehrsführung sei problematisch, weil die Kundschaft sich nicht zurechtzufinde.

Fertigstellung im Frühjahr 2022

Mit dem Abschluss der ersten Phase liegen die Umbauarbeiten im Zeitplan. Der endgültige Umbau des Jungfernstiegs ist für das Frühjahr 2022 vorgesehen. Die Vorbereitungen dafür haben bereits begonnen. Teil dieser Planungsphase ist auch eine Onlinebeteiligung, bei der Hamburger*innen Anregungen und Verbesserungsvorschläge einbringen können. Seit Dienstag ist der Jungfernstieg außerdem in festlicher Weihnachtsbeleuchtung geschmückt.

vis/dpa

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Victoria Szabó, Jahrgang 1996, trägt gerne schwarz. Diese schlichte Eleganz entspricht ihrem Gefühl für Ästhetik und die spielt für sie als visueller Mensch eine große Rolle. Ihre Bachelorarbeit in Publizistik und Kommunikationswissenschaften schrieb sie über die Wirkung von Produktdesign auf Konsumierende. Ihre Leidenschaft für das Schöne lebte die gebürtige Österreicherin als Redakteurin für die Kulturzeitschrift „The Gap“ aus. Dort schrieb sie über Galerieeröffnungen und Fotografieausstellungen. Dass Kultur auch viel mit Nachhaltigkeit zu tun haben kann, entdeckte sie bei ihrer Arbeit für das Magazin „Biorama“, für das sie etwa einen Festivalguide über nachhaltige Festivals zusammenstellte, Tipps für Bio-Glitzer inklusive. Ein Praktikum bei den Wiener Linien führte sie weg vom Journalismus und hin zur PR. Sie plante den Instagram-Feed des städtischen Verkehrsbetriebs und betreute den Unternehmens-Blog mit. Ihr Vorhaben für den Neuanfang in Hamburg: Das Leben auf die Wiener Art genießen, flanieren und Spritzer trinken. Alsterwasser ist auch okay. Kürzel: vis