Hamburgs Gesundheitsämter sind durch die hohen Infektionszahlen überlastet. Eine neue Corona-Taskforce soll deshalb die Kontaktverfolgung übernehmen.

Weltweit wecken die Nachrichten über den Corona-Impfstoff Hoffnung. Auch Hamburgs Gesundheitssenatorin Melanie Leonhard (SPD) findet die Neuigkeiten „sehr ermutigend“, mahnt aber zur Vorsicht. Die Fallzahlen in der Hansestadt sind weiterhin hoch. Besonders die Gesundheitsämter seien überfordert, weil es so viele Kontakte nachzuverfolgen gibt. Deshalb wurde dafür nun eine zentrale Taskforce gegründet.

Corona-Taskforce übernimmt die Detektivarbeit

Das Team der Corona-Taskforce besteht laut Leonhard zunächst aus 20 Mitarbeiter*innen. Deren Aufgabe sei es, alle Kontakte von infizierten Hamburger*innen nachzuvollziehen und die Infektionsketten aufzudecken.

Die Taskforce ist in Wandsbek angesiedelt. Seit Beginn der Woche übernehme das Team die Kontaktverfolgung für diesen Bezirk, sagt Martin Helfrich, Pressesprecher der Hamburger Sozialbehörde gegenüber FINK.HAMBURG. Sukzessive solle die Taskforce dies aber für ganz Hamburg tun. „Perspektivisch soll der Dienstbetrieb zwischen 7.00 und 21.00 Uhr gewährleistet werden“, so Leonhard. Bis zu 250 Mitarbeiter sollen zu den Hochzeiten im Einsatz sein.

Bislang war es die Aufgabe des medizinischen Fachpersonals der Gesundheitsämter, Bürger*innen zu informieren, wenn sie infiziert sind. Im gleichen Zuge wurde laut Helfrich abgefragt, mit wem die infizierte Person Kontakt hatte. Diese Kontaktpersonen wurden dann ebenfalls von den Gesundheitsämtern kontaktiert und getestet. Diese mühselige „Detektivarbeit“, so Helfrich, habe das medizinische Fachpersonal von dringenderen Aufgaben abgehalten.

Wo die Gesundheitsämter mit der Kontaktverfolgung nicht hinterherkommen, soll laut Helfrich nun die Corona-Taskforce einspringen. Wenn sich Hamburger*innen mit dem Virus infiziert haben, würden sie jedoch weiterhin vom medizinisch ausgebildeten Personal der Gesundheitsämter kontaktiert.

Die Stadt Hamburg fordert Bürger*innen außerdem auf, ein Kontaktagebuch zu führen. Das könne die Arbeit der Corona-Taskforce und der Gesundheitsämter erleichtern.

Erste Corona-Impfungen im Januar?

Läuft es gut, schätzt Leonhard, dass die ersten Hamburger*innen im Januar 2021 gegen das Corona-Virus geimpft werden könnten. Dann würden aber noch „viele, viele Monate ins Land gehen“, bis der Impfstoff flächendeckend verfügbar wäre.

pia/dpa

Titelbild: Freepik

Vorheriger ArtikelMit Maske in der Vorlesung und Küchentisch statt Hörsaal
Nächster ArtikelLockdown 2.0: Sinnvolles Update?
Am liebsten genießt Pia Röpke, geboren 1993 in Hamburg, die Ruhe und meditiert. Nach der Ausbildung zur Medienkauffrau beim Spiegel schlug sie ein Jobangebot dort aus und entschied sich stattdessen für die Universität. Beim Thema blieb sie aber: In Lüneburg studierte sie Digital Media, in Hongkong Creative Media. Dort entdeckte sie Achtsamkeit, Yoga und Spiritualität für sich. Das half ihr dabei, sich zu entspannen, wenn die gierige Millionenstadt zu stressig wurde. Seitdem ist sie überzeugt, dass Selbstreflexion nicht nur für sie heilsam ist, sondern auch für den Rest der Welt wichtig wäre, um die Digitalisierung sinnvoll zu gestalten. Um Digitales und Fundraising kümmert Pia sich für die Organisation Kanduyi Children e.V., die Kindern in Kenia Bildung ermöglicht. Kürzel: pia

2 KOMMENTARE

Comments are closed.