Nach dem Tod ihrer Besitzerin wurde bei zwei Katzen in Hamburg Corona festgestellt. Damit wiesen Tests das Virus erstmals auch in der Hansestadt bei diesen Haustieren nach.

Haustiere können an Corona erkranken – und das ist nun auch in Hamburg passiert. Eine an Covid-19 verstorbene Frau hinterließ in ihrer Wohnung in Hamburg-Wilstorf zwei Katzen, die vom Hamburger Tierschutzverein abgeholt wurden. Ein Corona-Test bestätigte: Auch die beiden Kater haben sich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert.

Laut Dr. Urte Inkmann, leitende Tierärztin des Hamburger Tierschutzvereins, geht es den Katzen gut. Sie hätten nur einen leichten Schnupfen. Die Mitarbeiter*innen, die sich um die Tiere kümmern, tragen Schutzkleidung und halten Abstand.

Katzen können Corona wohl nicht übertragen

Laut Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) gibt es keine Hinweise darauf, dass Menschen sich bei Katzen oder Hunden mit dem Coronavirus anstecken können. Schweine und Hühner, die wichtigsten landwirtschaftlichen Nutztiere, seien nicht infizierbar.

In Deutschland sind bislang sieben Fälle von infizierten Haustieren bekannt, so das BMEL. Fünf Katzen und zwei Hunde haben sich mit Sars-CoV-2 angesteckt. Auch im Hamburger Tierheim an der Süderstraße hatte es bereits zuvor Verdachtsfälle gegeben. Nun wurde durch das Friedrich-Loeffler-Institut erstmals eine Infektion bei Haustieren in Hamburg bestätigt.

Was passiert mit den beiden Katzen?

Tierrettungsfahrer Heiko Nauschütz bei der Abholung der beiden Katzen. Foto: Hamburger Tierschutzverein von 1841 e.V.
Tierrettungsfahrer Heiko Nauschütz bei der Abholung der beiden Kater. Foto: Hamburger Tierschutzverein von 1841 e.V.

Als sie abgeholt wurden, waren die beiden Katzen laut Tierschutzverein sehr verängstigt: „Sie haben nicht nur ihre Bezugsperson, sondern gleichzeitig ihr Zuhause verloren.“ Den für den Test notwendigen Abstrich im Hals ließen die Tiere dennoch brav über sich ergehen.

Nun befinden sich die Katzen im Tierheim an der Süderstraße in Quarantäne, bis ein negatives Testergebnis vorliegt. Bei neuen Tieren muss das Tierheim ohnehin stets auf eine behördliche Freigabe warten, erklärt ein Sprecher des Tierschutzvereins gegenüber FINK.HAMBURG. Anschließend würden sie in ein neues Zuhause vermittelt.

Häufig kämen heimatlose Tiere bei Verwandten, bei Mitarbeiter*innen des Tierschutzvereins oder bei Interessierten unter, die bereits mit dem Tierheim in Kontakt sind. Nur wenn diese Möglichkeiten ausgeschöpft sind, werden die Haustiere offiziell über die Website des Tierschutzvereins zur Vermittlung freigegeben.

pia/dpa


Titelbild: Hamburger Tierschutzverein von 1841 e.V.

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Am liebsten genießt Pia Röpke, geboren 1993 in Hamburg, die Ruhe und meditiert. Nach der Ausbildung zur Medienkauffrau beim Spiegel schlug sie ein Jobangebot dort aus und entschied sich stattdessen für die Universität. Beim Thema blieb sie aber: In Lüneburg studierte sie Digital Media, in Hongkong Creative Media. Dort entdeckte sie Achtsamkeit, Yoga und Spiritualität für sich. Das half ihr dabei, sich zu entspannen, wenn die gierige Millionenstadt zu stressig wurde. Seitdem ist sie überzeugt, dass Selbstreflexion nicht nur für sie heilsam ist, sondern auch für den Rest der Welt wichtig wäre, um die Digitalisierung sinnvoll zu gestalten. Um Digitales und Fundraising kümmert Pia sich für die Organisation Kanduyi Children e.V., die Kindern in Kenia Bildung ermöglicht. Kürzel: pia

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