Bundesweit dringen Friseur*innen darauf, dass sie wieder arbeiten dürfen. Auch ein Hamburger Friseursalon klagt gegen die Schließung der Betriebe. Das Verwaltungsgericht prüft die Klage jetzt im Eilverfahren.

Seit Mitte Dezember sind Friseursalons deutschlandweit geschlossen. Jetzt klagt ein Hamburger Betrieb gegen die Schließung. Bei der Freitag eingegangenen Klage handelt es sich um ein Eilverfahren. Der Senat muss nun Stellung dazu beziehen.

Der Salon aus Billstedt beteiligt sich an einer bundesweiten Klagewelle. Der Betreiber des Salons, Arne Beyer, spricht sich für eine konsequente Bekämpfung des Virus aus, begründet seinen Schritt aber damit, dass „sich das Virus erwiesenermaßen nicht über Friseursalons verbreitet“. Allerdings: Viele Behörden waren vor Beginn des Lockdowns Ende letzten Jahres überlastet. Woher die Corona-Infektionen stammen, ließ sich in vielen Fällen gar nicht mehr nachverfolgen.

Laut Bayer stehen 24.000 der 84.000 Salons in Deutschland bereits vor einer Betriebsaufgabe. Zuletzt haben Friseurbetriebe mit Aktionen wie „Licht an!“ auf ihre Situation aufmerksam gemacht.

Handwerkskammer: „Keine Perspektiven“

Im ersten Lockdown wurden die Betriebe noch mit Hilfsgeldern unterstützt. Diese blieben seit der Schließung im Dezember aber aus. Der Präsident der Handwerkskammer Hamburg, Hjalmar Stemmann, begründet das im „Hamburger Abendblatt“ wie folgt: „Teils greifen die Finanzhilfen nicht, weil die Antragsvoraussetzungen die wirtschaftliche Schieflage der Friseurbetriebe nicht erfassen, teils sind es die enormen Verzögerungen bei der Antragsbearbeitung und -auszahlung, die die Betriebe nach bald acht Wochen Schließung dem Ruin entgegentreiben.“ Die Klage sei absolut nachvollziehbar, da den Friseur*innen momentan keine Perspektiven geboten werden.

Die Politik streitet hingegen über den richtigen Kurs: Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) spricht sich etwa für eine Öffnung der Betriebe aus.  Für Hamburgs Ersten Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) macht eine Diskussion um Öffnungen erst Sinn, wenn klar ist, welchen Einfluss die Virusmutationen auf das Pandemiegeschehen haben. Am Mittwoch tagt die Ministerpräsidentenkonferenz erneut zum weiteren Vorgehen.

cgö

Titelbild: Pexels

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Christina Göhler, 1996 im Emsland geboren, weiß alles über Bier, denn ihr Studium in Siegen - Medienwissenschaft, Literatur, Kultur und Medien - finanzierte sie mit Führungen durch eine Brauerei. Als Praktikantin in einer Produktionsfirma schrieb sie Drehbücher für ein Trash-TV-Format von Sat.1. Für die „Hamburger Morgenpost“ produzierte sie Videos – unter anderem eines, in dem sie gegen einen „Ninja Warrior“-Finalisten antrat und krachend verlor. Schon auf sechs Kontinenten hat Christina mittlerweile ihren Campingkocher aufgestellt, nur die Antarktis fehlt ihr noch. Trotz dieses Freiheitsdrangs lässt Christina sich gerne einsperren – bislang hat sie aber noch jeden Escape-Room geknackt. Kürzel: cgö

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