Die Hamburgische Bürgerschaft hat am Mittwoch der Opfer des Anschlags in Hanau gedacht. Vor rund einem Jahr hatte dort ein Rechtsextremist neun Menschen getötet.

Am Mittwoch hat die Hamburgische Bürgerschaft während einer Sitzung an die Opfer von Hanau erinnert. Vertreter*innen der SPD, Grünen, CDU, Linken und FDP forderten dazu auf, gemeinschaftlich gegen Rassismus und Rechtsextremismus zu stehen.

Podcast über Anschlag in Hanau. Grafik: FINK.HAMBURG
Im Podcast „19 02 20“ rekonstruieren Journalistin Sham Jaff und Reporterin Alena Jabarine die Tat vom 19. Februar in Hanau, lassen Angehörige zu Wort kommen und recherchieren gesellschaftliche Hintergründe.

Einzig die AfD beteiligte sich nicht an dem Gedenken. AfD-Fraktionschef Alexander Wolf beschrieb den Anschlag als Einzeltat eines psychisch Kranken, die politisch instrumentalisiert werde. Innensenator Andy Grote (SPD) bezeichnet diese Aussage als „infam“ und „unfassbar“. So präsent und so gefährlich wie jetzt, sei Rechtsextremismus für die Demokratie noch nie gewesen.

CDU-Fraktionschef Dennis Thering warnte vor zunehmender Radikalisierung im Internet. „Was in Hanau passiert ist, kann überall passieren“, so Thering. Laut der FDP-Abgeordneten Treuenfels-Frowein muss Rassismus „mit der ganzen Härte des Rechtsstaates“ begegnet werden.

Am Abend des 19. Februar 2020 hatte ein Mann in Hanau neun junge Menschen aus rassistischen Motiven erschossen. Anschließend tötete er mutmaßlich seine Mutter und schließlich sich selbst.

Deutschlandweites Gedenken der Opfer von Hanau

Da der Täter Selbstmord begangen hat, wird es kein Gerichtsverfahren geben. Stattdessen versuchen Angehörige der Opfer und Initiativen wie „19. Februar Hanau“ aufzuklären, wie es zu der Tat kommen konnte – und wie so etwas künftig verhindert werden kann. Deniz Celik (Linke) bezeichnet den behördlichen Umgang mit der Tat als „systematisches Versagen“. Die Angehörigen würden mit der Aufarbeitung allein gelassen, so Celik.

Zum Jahrestag des Anschlags in Hanau gab es deutschlandweit Gedenkveranstaltungen und Demonstrationen gegen Rassismus. Allein in Hamburg fanden an acht verschiedenen Orten Zusammenkünfte statt. Unter Hashtags wie #HanauIstÜberall und #SayTheirNames wurden in den sozialen Medien Informationen über den Anschlag, Fotos der Opfer und Zitate der Angehörigen verbreitet.

pia/dpa


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