Die 2G-Option in Hamburg wird ab Samstag ausgeweitet. Sie steht dann auch für Geschäfte, körpernahe Dienstleistungen und Weihnachtsmärkte zur Verfügung. Anstelle einer Pflicht können die Betreiber entscheiden, was bei ihnen gilt. Ein guter Schritt.

Corona ist immer noch Teil unserer täglichen Realität, ob wir wollen oder nicht. Trotzdem soll der Winterdom stattfinden und auch Weihnachtsmärkte soll es geben. In Anbetracht dessen, dass es immer mehr Geimpfte in Hamburg gibt, ist das auch kein Problem – vielmehr ist es sogar eine Chance.

Aber nur, wenn wir so viel wie möglich auf die 2G-Option setzen. Denn der Winter steht vor der Tür und das ist eine Zeit mit erhöhtem Infektionsrisiko. Schauen wir uns die Zahlen des vergangenen Jahres in Hamburg an, sehen wir, dass Hamburg zwischen Oktober 2020 und April 2021 die höchsten Infektionszahlen hatte. Und das ohne Weihnachtsmarkt und Dom.

Die Folgen haben wir alle noch gut in Erinnerung: Teillockdowns und Ausgangssperren. Diese senkten zwar die Coronazahlen, aber auch die Wertschöpfung. Die geschlossenen Kinos, Bars und Fitnessstudios haben insgesamt 70 Milliarden Euro an Wertschöpfung gekostet, so das Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung in Essen (RWI).

Eine Wiederholung dessen sollten wir unbedingt vermeiden. Das wäre mit einer hohen Impfquote auch nicht schwer. Zwar ist eine Impfung kein perfekter Schutz, sie beugt aber in den meisten Fällen Infektionen und schweren Verläufen vor. Doch leider steigt die Impfquote in Hamburg derzeit nur langsam.

2G ist eine gute Option

Diesen Monat haben sich laut Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) bisher nur rund 113.000 Menschen in Hamburg impfen lassen. Von etwa 1,84 Millionen Hamburger:innen sind derzeit laut Zahlen des RKI immer noch mehr als 500.000 ungeimpft, inklusive Kindern. Dass sich daran von alleine viel ändert, ist nicht zu erwarten.

Hier wird die 2G-Regel zur Chance. Und je mehr Anwendung sie findet, desto besser funktioniert sie. Ohne eine explizite Impfpflicht wird so mehr Druck auf die Ungeimpften ausgeübt. Wer will nicht wieder einen Glühwein mit Freunden trinken oder mal wieder ohne Wartezeit in kleine Läden mit Kapazitätsbeschränkung gehen? So wird ein Anreiz geschaffen, den Standpunkt zu überdenken. Auf der anderen Seite werden die Menschen mit Freiheiten belohnt, die sich haben impfen lassen, um einer  neuen Coronawelle vorzubeugen. Auch das ist fair.

Foto: Julian Stratenschulte/dpa

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1997 bekam Google seinen Namen – so auch Simon Uhl. Eine weitere Gemeinsamkeit: die Informatik. Aber Google liebt Big Data, Simon setzt sich aktiv dagegen ein. Seine Bachelorarbeit schrieb der gebürtige Stuttgarter über Datenjournalismus und baute ein Google-Street-View für das Stuttgart im Jahr 1942. Die schwäbische Kehrwoche lässt der selbsternannte Chaosmensch lieber ausfallen. Er versichert, dass sein Chaos einer eigenen Ordnung folgt. Simon liebt internationale Filme und geht mehrmals in der Woche ins Kino – für Film- und Musikfestivals reist er überall hin. Seinen Namen konnte er auch schon einmal auf der Leinwand bewundern: Bei einer Fußball-Dokumentation, für die er Kamera und Schnitt gemacht sowie zahlreiche Interviews geführt hat. Sonst schreibt er für nischige Online-Magazine über In-Vitro-Fleisch, Start-ups oder Computer-Hardware. (Kürzel: uhl)

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