Begleitung zu Ämtern, Deutsch lernen oder zusammen Fahrrad fahren: Angebote für Ehrenämter im Bereich Integration gibt es in Hamburg viele. Wo und wie du dich engagieren kannst, erfährst du in diesem Artikel.

Hast du schon einmal in einem anderen Land gelebt? Oder bist vor einiger Zeit aus dem Ausland nach Deutschland gezogen? Dann weißt du, wie holprig der Start in ein neues Leben sein kann. Besonders, wenn sich die Kultur, in der du aufgewachsen bist, stark  unterscheidet. Die Sprache ist fremd, die Behörden funktionieren ganz anders und es gelten vielleicht sogar andere soziale Regeln im Umgang miteinander.

In Hamburg kommen nach wie vor Menschen an, die aus ihren Heimatländern geflüchtet sind und die Zeit brauchen, sich zu integrieren. Das funktioniert übrigens nur mit dem Engagement beider Seiten.

Je nachdem, wie viel Zeit du aufbringen kannst, worauf du Lust hast und welche Vorkenntnisse du hast, findest du hier einige Möglichkeiten, dabei zu helfen:

1. Integration bei Hamburger* mit Herz

Der Verein Hamburger* mit Herz setzt sich für Geflüchtete in Hamburg ein. In erster Linie engagieren sich dort Mentor:innen für Neuhamburger:innen. Sie sollen ihnen den Start in der neuen Stadt erleichtern.

Um Mentor:in zu werden, solltest du zur regelmäßigen, ehrenamtlichen Mitarbeit bereit sein. Wichtig ist laut Verein auch, deinem*deiner Mentee offen und tolerant gegenüberzutreten. Für Interessierte bietet der Verein Erstgespräche (auch digital) an. So kannst du mehr über das Engagement erfahren. Neben den Eins-zu-eins-Patenschaften gibt es innerhalb des Vereins auch weitere Möglichkeiten, sich zu engagieren.

Das Projekt #kulturverstärker ist ein Patenschaftsprojekt von Hamburger* mit Herz e.V. Die Idee dahinter: Durch ein Mentoring sollen vor allem Jugendliche zwischen 14 und 19 Jahren die Chance bekommen, Kultur zu erleben. Das Programm richtet sich an Jugendliche, denen das sonst aus finanziellen, sozialen oder familiären Gründen nicht möglich wäre. Kulturaffine Mentor:innen können sich über die Webseite bei dem Verein melden. Vorgesehen sind gemeinsame Führungen und Besichtigungen von vier bis fünf Veranstaltungen in einem Zeitraum von etwa sechs Monaten. Auch Kooperationen mit Schulen sind ausdrücklich erwünscht.

Zudem betreibt der Verein eine Wand der guten Taten. Das Motto: Gesucht + Gefunden = Geholfen. Interessierte können Hilfe in verschiedenen Kategorien anbieten. Diese reichen von Spazierengehen über handwerkliche Tätigkeiten bis hin zu Hilfe bei Telefonaten und Formularen.

2. Engagement bei Bee4change

Der Verein Bee4change sucht regelmäßig nach Mentor:innen. Mit dem Projekt beeMentor will der Verein geflüchtete Familien oder Einzelpersonen mit Locals in ganz Hamburg zusammenbringen. Damit soll den Menschen Unterstützung für ihren Start in Deutschland geboten werden.

Wie genau die Partnerschaft läuft, bestimmen die Paare dabei selbst. Ob Freizeitgestaltung, Begleitung zu Ärzt:innen oder Behördengänge, Wohnungssuche, Unterstützung beim Deutschlernen oder bei der Kinderbetreuung. Bee4change unterstützt dabei, das passende Match zu finden.

3. Ehrenamtlich bei Bikebridge

Bewegen verbindet: Bei Bikebridge dreht sich alles ums Fahrradfahren. Der Verein bietet Fahrradkurse für Frauen mit Migrationshintergrund an. Seinen Ursprung hat er in Freiburg. Mittlerweile gibt es über sechs Städte, darunter Hamburg, die bei den Aktionen mitmachen.

Wer Lust hat, als Trainerin dabei zu sein, kann sich über die Webseite melden. Der Verein bietet Schulungen und viele Informationen zu den Fahrradkursen an. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Auch Sachspenden sind jederzeit willkommen.

4. Integration bei Start with a Friend

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SwaF-Community-2_Credit-Virginia-Pech

Start with a Friend e. V.

Start with a Friend (SwaF) hat es sich zur Aufgabe gemacht, persönliche Begegnungen zwischen Menschen mit und ohne Einwanderungsgeschichte zu schaffen. Für viele Einwander:innen ist es schwer, Kontakt zu Einheimischen aufzubauen. Ein neues Land, eine neue Kultur, eine andere Sprache: Viele Hindernisse lassen sich mit Freund:innen an der Seite viel einfacher lösen. Deswegen setzte ein kleines Team aus Freund:innen die Idee 2014 in Berlin in die Tat um. Es gibt SwaF in mehr als 20 Städten deutschlandweit. Mitmachen können alle, die Lust auf interkulturellen Austausch und Integration haben.

Auch Vereine können sich bei der Organisation melden: SwaF Verein(t) bildet die Schnittstelle zwischen Verein und Einwander:innen. Denn auch gemeinsame Hobbies verbinden.

5. Mehr Chancengleichheit mit Schlaufox

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Integration, Schlaufox

Lili Nahapetian

Für mehr Chancengleichheit: Beim Verein Schlaufox sollen sozioökonomisch benachteiligte Kinder und Jugendliche gezielt gefördert und auf ihrem persönlichen Bildungsweg begleitet werden. Mit verschiedenen Projekten wie JEA! (Jeder:jedem einen Abschluss!), Ankerlicht und Varia Kultur setzt der Verein auf ehrenamtliches Engagement durch Coachings, Bildungsmentoring und interkulturellen Dialog.

Das Mentoring ist auf ein Jahr, die Coachings sind für zwei Jahre angelegt. Dort lernst du 90 oder 120 Minuten pro Woche mit den (geflüchteten) Schüler:innen intensiv Deutsch oder unterstützt sie bei anderen Aufgaben wie Referaten oder Bewerbungen erstellen. Wer bei den Projekten mitwirken will, kann sich über die Webseite des Vereins melden.

6. Engagiert beim Kinderschutzbund Hamburg

Mit einem ehrenamtlichen Engagement beim Kinderschutzbund Hamburg kannst du vielfältig tätig werden: Patenschaften mit geflüchteten Familien oder minderjährigen, unbegleiteten Geflüchteten eingehen, am Telefon beraten, die Vormundschaft für Geflüchtete übernehmen, aber auch in der Geschäftsstelle oder bei Veranstaltungen mitarbeiten.

7. Die Diakonie Hamburg schafft Integration

Die Diakonie Hamburg hilft Geflüchteten und Menschen mit Migrationshintergrund bei vielen formalen aber auch sozialen Angelegenheiten die anfallen, wenn man nach Deutschland eingwandert ist. Sie begleitet beispielsweise die Anerkennung ausländischer Abschlüsse, berät ausländische Studierende und begleitet Migrant:innen bei der Berufsorientierung. Fremdsprachenkenntnisse sind daher herzlich willkommen.

Auch wer sich außerhalb dieser Bereiche ehrenamtlich engagieren will, ist bei der Diakonie richtig: Im Ehrenamt-Finder hast du die Möglichkeit zwischen „kurz und gut“, „hin und wieder“ und „Dauerbrenner“ zu entscheiden. So kannst du selbst entscheiden, wie viel Zeit du investieren möchtest.

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