Der Hamburger Hauptbahnhof soll erweitert werden. Im Januar 2021 hat die Stadt Hamburg dafür zu einem städtebaulichen Wettbewerb aufgerufen. Nun steht der Siegerentwurf fest.

Die Stadt Hamburg will den Hauptbahnhof erweitern und das Umfeld weiterentwickeln. Im Januar 2021 wurden dafür Architekten-, Landschafts­archi­tekten- und Stadtplanungs-Büros in Form eines europa­weiten Verfahrens aufgerufen, sich für die Teilnahme am Wettbewerb zu qualifizieren. Die Jury hat nun den Siegerentwurf bestimmt. Der Entwurf von bof Architekten aus Hamburg und den Landschaftsarchitekten hutterreimann aus Berlin hat sich in der Schlussrunde gegen sechs weitere Bewerber durchgesetzt.

Der neue Hauptbahnhof: Fit für die Zukunft

Der Siegerentwurf wurde am Dienstag von Stadt und Bahn vorgestellt. Auslöser für den Wettbewerb war die chronische Überlastung des Verkehrsknotens am Hamburger Hauptbahnhof. Eine Erweiterung der Tonnendachkonstruktion an der Ostseite sowie die Aufwertung der umliegenden Plätze und eine stärkere Einbindung des Bahnhofs in die umliegenden Stadträume sollen dem Problem zukünfitg entgegenwirken. Außerdem sieht der Entwurf vor, den Hamburger Hauptbahnhof mit einer gläsernen, quergestellten Halle vor der Südseite zu erweitern. Die neue Halle wird nicht von Zügen durchfahren, sondern von Bussen, die von der Mönckebergstraße zum ZOB wollen.

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Visualsisierung von bof architekten & hutterreimann landschaftsarchitektur

Der neue Entwurf als Grundlage eines Masterplans

Der Entwurf soll Grundlage eines Masterplans für die Erweiterung des Hauptbahnhofs und die Entwicklung seines Umfelds werden. Der Hamburger Hauptbahnhof sei zu klein. Aktuell halten sich rund 550.000 Menschen täglich dort auf. „Durch den Deutschlandtakt, die S4 und die U5 wird sich die Zahl der Menschen, die den Hauptbahnhof täglich nutzen, auf 750.000 Menschen in 20 Jahren erhöhen“, sagt Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne).

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Foto: bof architekten & hutterreimann landschaftsarchitektur

Denkmalschutz für den Hamburger Hauptbahnhof

Stadtentwicklungssenatorin Dorothee Stapelfeldt (SPD) weist außerdem auf die architektonische Bedeutsamkeit des Bahnhofs hin. Dieser steht unter Denkmalschutz. „Die freitragende Dachkonstruktion der Bahnsteighalle mit ihren mehr als 70 Metern Spannweite ist auch 115 Jahre nach ihrer Inbetriebnahme noch ein beeindruckendes Bauwerk“, sagt sie. Man habe sich für den Siegerentwurf entschieden, da dieser nicht nur Respekt und Verständnis für den architektonischen Wert des Gebäudes zeige, sondern es mit einer zeitgenössischen, aber dennoch kontextuellen Architektursprache spektakulär und kraftvoll weiterentwickle.

law/dpa