Labortest Omikron Variante
Die Omikron-Variante des Coronavirus hat Hamburg erreicht. Foto: geralt/pixabay

Die neue Corona-Mutante Omikron ist in der Hansestadt angekommen. An den Schulen werden die Schutzmaßnahmen nun verschäft – es soll mehr Tests geben. Aber diese bereiten Apotheker:innen in Norddeutschland gerade Sorgen. 

Nach dem ersten Omikron-Fall in Hamburg am Dienstag sind nun vier weitere Fälle bestätigt worden. Schien die vierte Corona-Welle in der Hansestadt gerade an Schwung zu verlieren, mischt nun die neue Mutante mit. Die Schulbehörde reagiert: Auch Vorschüler:innen müssen jetzt Masken tragen und es soll häufiger getestet werden. Aber: Woher sollen die ganzen Tests kommen?

Omikron: Eine weitere Corona-Mutante

Senatssprecher Marcel Schweitzer hatte am Dienstag bekannt gegeben, dass die als besorgniserregend eingestufte Variante bei einer ungeimpften Person aus dem Stadtteil Eimsbüttel nachgewiesen wurde. Derzeit wird versucht, Umfeld und Infektionsweg aufzuklären, so Schwitzer. Am heutigen Donnerstag wurden vier weitere Fälle von Infektionen mit der Variante Omikron bestätigt. Die Fälle seien auf mehrere Bezirke verteilt und stünden nicht alle in Zusammenhang mit dem am vergangenen Dienstag bekanntgewordenen Fall, sagte eine Sprecherin der Gesundheitsbehörde.

Es sei davon auszugehen, dass die Zahl der Omikron-Fälle weiter steigen wird. „Es gibt noch weitere Verdachtsfälle und laufend kommen neue hinzu“, so die Sprecherin. Allerdings würde die für den Nachweis nötige Genomsequenzierung mehrere Tage in Anspruch nehmen.

Verschäfte Maßnahmen an Schulen

Aus einem Brief der Hamburger Schulbehörde vom Dienstag geht hervor, dass ab Anfang kommender Woche auch Vorschulkinder Masken tragen müssen. Außerdem soll es mehr Tests geben: Zunächst bis Januar werden die Schüler:innen dreimal pro Woche getestet, in der Regel montags, mittwochs und freitags. An den letzten drei Schultagen vor Weihnachten soll es täglich Tests geben, ebenso an den ersten drei Tagen nach den Weihnachtsferien.

Schnelltests sind knapp

Die Apotheker:innen in Hamburg und Schleswig-Holstein klagen derweil über Lieferengpässe bei Corona-Schnelltests. Es gibt aktuell kaum Nachschub und vor allem auch keine festen Liefertermine, sagt Thomas Friedrich, Geschäftsführer der Apotheker-Vertretungen in Hamburg und Schleswig-Holstein. Das betreffe sowohl die Selbsttest für zu Hause als auch Großpackungen für Testzentren.

Hintergrund des Engpasses: Nach Ende der kostenlosen Bürgertests und der kurzzeitigen Normalisierung der Corona-Zahlen war die Nachfrage nach Tests deutlich gesunken. Mit den steigenden Fallzahlen steigt auch wieder die Nachfrage nach Tests. In Krankenhäusern sowie Clubs und Diskotheken gilt außerdem das 2G-Plus-Modell (geimpft/genesen und getestet). Test-Hersteller:innen kommen nicht mehr mit der Produktion hinterher. 

Außerdem gab es in der Nacht zum Montag einen Einbruch in einer Medizinfirma in Rothenburgsort. Unbekannte haben nach Polizeiangaben 40.000 Corona-Schnelltests gestohlen.

Ärztekammer fordert schärfere Maßnahmen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte die Omikron-Variante Ende November als „besorgniserregend“ eingestuft. Sie ist bereits in mehreren Bundesländern aufgetaucht. Es besteht die Sorge, die Corona-Impfstoffe könnten gegen Omikron nicht ausreichend schützen. Welche genauen Auswirkungen die Mutante hat, steht noch nicht fest.

„Wenn sich zeigt, dass Fallzahlen weiter steigen, muss zügig über weitere Corona-Eindämmungsmaßnahmen entschieden werden“, sagte Ärztekammerpräsident Pedram Emami. Nur so könne der Senat einen akuten Gesundheitsnotstand in der Stadt verhindern. Weitere Maßnahmen zulasten von Kindern und Jugendlichen lehnt die Ärztekammer aber ab. „Schulschließungen gilt es unbedingt zu vermeiden“, sagte Emami.

api/dpa

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