Impfzentrum am Hamburger Hauptbahnhof geschlossen | Foto: Daniel Reinhardt/dpa
Impfzentrum am Hamburger Hauptbahnhof geschlossen | Foto: Daniel Reinhardt/dpa

Das Test- und Impfzentrum in der Wandelhalle am Hamburger Hauptbahnhof musste wieder schließen. Bürger:innen hatten sich über räumliche Enge und fehlende ärztliche Beratung beschwert. Das Gesundheitsamt geht den Vorwürfen nach. 

Das Test- und Impfzentrum in der Wandelhalle am Hamburger Hauptbahnhof musste am Mittwoch wieder schließen, nachdem sich Bürger:innen über die Zustände vor Ort beschwert hatten. Das Bezirksamt Hamburg-Mitte lies die Einrichtung daraufhin am Mittwoch schließen. Erst kürzlich berichteten Hamburger Medien über die Neueröffnung in der Wandelhalle am Abgang zu Gleis 5 und 6.

Die Polizei war ebenfalls vor Ort, habe aber „lediglich einen Mitarbeiter des Gesundheitsamts in Amtshilfe begleitet“, sagte eine Sprecherin der Polizei gegenüber FINK.HAMBURG. Das Gesundheitsamt habe vor Ort die nötigen Maßnahmen getroffen: „Die Räumlichkeiten waren zu klein, zu viele Personen waren anwesend. Und die erforderlichen Standards waren auch nicht gewährt“, so eine Sprecherin der Pressestelle des Bezirksamtes Hamburg-Mitte.

Die Betreiber des Impfzentrums hätten daraufhin einen Umbau angekündigt. Das Bezirksamt erklärte diesen jedoch für unmöglich. Die Betreiber teilten dem Amt mit, ab dem 15. Dezember in neuen Räumlichkeiten impfen zu wollen.

Fehlende ärztliche Beratung

Gründe für die Schließung waren räumliche Enge und unzureichende Hygienestandards. Personen, die sich beim Impfzentrum am Hauptbahnhof impfen lassen haben, klagten zudem über fehlende Beratungsgespräche und Merkblätter vom Robert Koch-Institut, wie der NDR berichtet. Das „Hamburger Abendblatt“ schreibt, bei Patient:innen sei nicht einmal gefragt worden, welcher Impfstoff zuletzt verwendet worden sei und wie lange die letzte Impfung zurückliege. Auch eine anschließende Möglichkeit zum Ausruhen unter ärztlicher Beobachtung hätte es nicht gegeben. Der verantwortliche Medizinier soll nicht bei der Ärztekammer gemeldet sein, wie Focus Online berichtet. Die Sozialbehörde will den Arzt erneut überprüfen.

„Die Ermittlungen haben gerade erst begonnen“, so die Pressestelle des Bezirksamtes Hamburg-Mitte. Nach aktuellem Stand handelte es sich nicht um einen Betrug. „Der Impfstoff war in Ordnung. Die Art und Weise, wie geimpft wurde, nur nicht“, heißt es weiter. Das Bezirksamt Mitte stehe mit den Betreibern in Kontakt. Strafrechtliche Konsequenzen wird es keine geben. Dafür gäbe es keine Grundlage, versichert das Bezirksamt.

Prüfung vor der Eröffnung fand nicht statt

Vor der Eröffnung des Test- und Impfzentrum in der Wandelhalle am Hamburger Hauptbahnhof fand keine Prüfung seitens des Gesundheitsamtes statt. Dies sei nicht üblich. Dafür gäbe es Kontrollen nach der Eröffnung. „Jeder Arzt darf impfen. Ob er es in der Praxis macht oder ausgliedert, ist egal“, so die Sprecherin.

Wer steckt hinter dem Impfzentrum am Hauptbahnhof?

„Wir sind bald wieder für Sie da“, steht nach der Schließung auf der Website des Betreibers geschrieben. Außerdem erfährt man hier, dass die Impfungen von der Hammonia Hospital Virtuelle Klinik Betriebsgesellschaft mbH durchgeführt wurden. Das Testcenter-Corona, wie das Impfzentrum am Hauptbahnhof sich nannte, hätte nur die Plattform der Terminregistrierung sowie die Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt. Aus dem Impressum der Website geht hervor, dass eine Dortmunder Firma, die Eventus Media International GmbH, hinter dem Impfangebot steckt. Unter den angegebenen Kontaktdaten war niemand erreichbar – weder die eine noch die andere Firma.

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